Expertenchat zur Flüchtlingskrise
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Expertenchat zur Flüchtlingskrise

  • Ingrid Müller fragt:
    Warum wird nicht endlich eine Integrationspflicht eingeführt? Menschen in Not aufnehmen und helfen ja, aber dann müssen sich diese Menschen an unsere Sitten und Gebräuche anpassen

    Ja, Anpassung an unsere Gesetze und Regeln ist wichtig und richtig. Aber als ich in England lebte, haben wir zum Teil auch unsere eigenen Lebensweisen beibehalten, z.B. in der Familie nur deutsch gesprochen und mit unseren deutschen Freunden das in England unbekannte Laternelaufen im Advent mit unseren Kindern praktiziert - daran hat sich auch niemand gestört, und mittlerweile gibt es in vielen englischen Großstädten „deutsche“ Weihnachtsmärkte mit Bratwurst und Glühwein.

    Warum sollen wir Deutschen nicht auch von den Migranten lernen?
    von Guido Steinberg,... bearbeitet von Özkan Canel Altintop 10/2/2015 2:32:20 PM
  • Wir sind am Ende unseres Experten-Chats zum Thema Flüchtlingskrise angekommen. Wir bedanken uns bei Herrn Professor van Dick und natürlich bei unseren Usern für den interessanten Chat und die unzähligen spannenden Fragen. Es waren soviele, dass wir nicht annähernd alle aufgreifen konnten. Hoffentlich waren dennoch ein paar interessante Antworten für Sie dabei.

    Jetzt wünscht Ihnen
    die Nachrichten-Redaktion von t-online.de noch einen schönen Tag!
    von Nachrichten-Redaktion... bearbeitet von Özkan Canel Altintop 2/10/2015 11:36:47 AM
  • Unser Experte für Flüchlingsfragen


    Prof. Dr. Rolf van Dick ist Professor für Sozialpsychologie an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Davor war er Professor an der Aston University, Birmingham und hatte Gastprofessuren in Tuscaloosa (USA), auf Rhodos (Griechenland) und in Katmandu (Nepal) inne.

    Rolf van Dick schreibt regelmäßig für den Harvard Business Manager und hält Vorträge in Unternehmen im In- und Ausland.


    Seit 2011 ist er Direktor des Center for Leadership and Behavior in Organizations (CLBO).
    In dieser Funktion sprach er mit dem Dalai Lama, Birgit Prinz, Roman Herzog, Günter Grass und vielen anderen.
  • Leser Rudolf stellt diese Frage:
    Warum kann man die prügelnden Flüchtlinge in den Heimen nicht sofort festnehmen und am nächsten Tag außer Landes bringen?

    Weil nicht immer klar ist, wer Täter und wer Opfer ist, was die Situation ausgelöst hat und wohin man jemanden “zurück”-schicken soll oder kann. Wenn an jedem Samstag nach den Bundesligaspielen die Randalierer sofort festgenommen und eingesperrt würden, bräuchten wir tausend neue Gefängnisse!


  • Frage von Ingrid Müller:
    Warum konnten nicht Frauen, Kinder und alte Menschen aus den Krisengebieten heraus geholt werden - warum kommen so viele junge Männer hier an, die ihre Familien zurück lassen?

    Häufig sind es die Männer, die vor Ort am meisten bedroht sind und die auch am ehesten bereit sind, den Weg ins Ungewisse und die riskante Flucht auf sich zu nehmen. Die Absicht ist meist, voranzugehen und dann Frau und Kinder nachzuholen. 


  • Frage von Bernhard:
    Wo liegt – unabhängig vom Empfinden der Bevölkerung – die Belastungsgrenze der Bundesrepublik bei den Flüchtlingszahlen?

    Das ist schwer zu quantifizieren. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsforschung brauchen wir zwischen 200.000 und 600.000 Einwanderer pro Jahr, um das Schrumpfen der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter auszugleichen. Gleichzeitig wandern in jedem Jahr auch viele Menschen aus Deutschland aus. Wir können also durchaus dauerhaft eine größere Zahl von Menschen gebrauchen. Wir sollten aber - mit einem Einwanderungsgesetz - endlich Regelungen dafür schaffen, wer - außer den politisch Verfolgten - tatsächlich zu uns kommen kann und wie.
  • Leser Nicolas H. möchte wissen:
    Können so viele Flüchtlinge überhaupt integriert werden? Und welchen Einfluss wird das auf uns Deutsche haben?

    Es wird eine große Anstrengung auf beiden Seiten geben müssen, und es kostet Geld - für Sprachkurse, Qualifizierungen, aber es ist möglich, und es wird Deutschland bereichern - so wie es die französischen, polnischen, holländischen usw. Einwanderer in früheren Jahrhunderten und Jahrzehnten getan haben.
  • Frage von hv. Lasch:
    Ist überhaupt annähernd bekannt, wie viele Flüchtlinge im Moment in Deutschland sind?

    Ja, in Deutschland wird tatsächlich jeder Flüchtling registriert und die Behörden in den Kommunen wissen ziemlich exakt die Zahlen - auch, weil sie die dafür vorgesehenen Mittel aus Ländern und dem Bund natürlich für jeden Flüchtling bekommen wollen.
  • Ein anonymer Leser hat folgende Frage gestellt:
    Warum brauchen wir Zuwanderung, wenn ich mit 54 Jahren meinen Job verliere und eigentlich mit 35 schon zu alt bin für den Arbeitsmarkt?

    Das tut mir für Sie persönlich wirklich sehr leid, und es ist auch nicht nachvollziehbar, wenn Unternehmen in Deutschland Menschen Ihres Alters nicht mehr einstellen. Es gibt aber Branchen, in denen heute schon händeringend Leute gesucht werden (Pflege, Maschinenbau), und wo wir ohne Zuwanderung nicht auskommen.

  • Seit dem Zweiten Weltkrieg waren nicht mehr so viele Menschen auf der Flucht wie jetzt - viele fragen sich, warum das so ist.

    Hier gibt es Antworten.
  • AS fragt:
    Was ist aber, wenn so viele unterschiedliche Glaubensrichtungen auf engem Raum auf einmal friedlich zusammenleben sollen, es aber nie gelernt haben?

    Dann muss man es Ihnen beibringen. Ich war als evangelischer Schüler auf einer katholischen Klosterschule und musste auch einiges lernen - das war nicht immer einfach, hat aber funktioniert.
  • Hier die Frage von Harey:
    Wann kommt die Migrationssteuer ?

    Sehr gute Idee! Sofort? Welche Höhe schlagen Sie vor?
  • Die Frage von Daniel lautet:
    Müssen wir durch die aktuelle Flüchtlingswelle eine verstärkte Ghettoisierung in Deutschland befürchten?

    Es gibt Städte, in denen werden anerkannte Asylbewerber dezentral in Wohnungen untergebracht, die auf das ganze Stadtgebiet verteilt sind - dies ist wohl der richtige Weg.
  • Imam verweigerte CDU-Politikerin den Handschlag

    Die Frage von "Mila" bezieht sich wahrscheinlich auf einen Vorfall, der sich kürzlich in einer Flüchtlingsunterkunft in Idar-Oberstein ereignete - und für öffentliche Empörung sorgte.


    Als die rheinland-pfälzische CDU-Partei- und Fraktionschefin Julia Klöckner die Einrichtung besuchte, wollte sie auch mit der nächstgelegenen islamischen Gemeinde reden. Doch der Imam der Gemeinde ließ durch einen Vertreter des Technischen Hilfswerks ausrichten, er werde einer Frau nicht die Hand reichen. 


  • Mila möchte wissen:

    Wie wird den Flüchtlingen, oder wird den Flüchtlingen überhaupt die Rolle der Frau hier in Deutschland klar gemacht? Ich denke da an Berichte, wo geschrieben wurde, dass man den Frauen nicht die Hand geben sollte. Und das aus Respekt vor der Frau.

    Das ist ein wichtiger Punkt. Gleichheit der Geschlechter usw. sollte für alle gelten und auch in Integrationskursen als erstes vermittelt werden. Die Grund- und Menschenrechte sind nicht antastbar, egal woher man kommt.
    von Guido Steinberg,... bearbeitet von Daniel Reviol 10/2/2015 9:05:33 AM
  • Schneeflocke stellt diese Frage:
    Hallo Herr van Dick, wie beurteilen Sie unser Rechtssystem hinsichtlich der Tatsache, dass lediglich eine Freiheitsstrafe von ab drei Jahren für Asylbewerber zu einer Ausweisung führt? Kanada z.B. ist da wesentlich strenger…

    Es kommt darauf an, warum eine Freiheitsstrafe ausgesprochen wird. Schon das mehrmalige Verlassen des Aufenthaltsgebietes kann ja bereits zu einer kurzen Freiheitsstrafe führen - deshalb sollte dann niemand abgeschoben werden, der hier anerkannt ist. Etwas anderes ist es, bei strafrechtlich tatsächlich schlimmen Dingen. Deshalb halte ich die drei Jahre für vernünftig.
  • Martin P. fragt:
    Hallo, ich finde es wirklich gut und richtig, dass wir Flüchtlingen helfen. Aber warum werden als Armutsflüchtlinge abgelehnte Personen nicht umgehend abgeschoben? Diese belegen doch dann den Platz, den echte Flüchtlinge dringend benötigen.

    Abschiebung ist aufwändig, teuer und personalintensiv. Versucht wird das schon, aber es ist nicht so einfach - vor allem, wenn es sich um viele Menschen handelt.
  • Unser Leser Frank Rossen hat folgende Sorge:
    Wie sollen wir das schaffen?? Gibt es Steuererhöhungen oder sonstige Belastungen für uns Otto Normalverbraucher wie Erhöhung der MWSt oder Rentenkürzungen?

    Rentenkürzungen und Steuererhöhungen werden sich langfristig gerade dadurch vermeiden lassen, dass die anerkannten Asylbewerber hier arbeiten werden, wie das bereits jetzt ca. 12 Millionen Ausländer tun. Kurzfristig kann es aber durchaus sein, dass die Steuern, z.B. die MWSt erhöht werden - zum Nulltarif geht es nicht, allein wegen des hohen Verwaltungsaufwandes.
  • Wie kommen die Flüchtlinge nach Europa? Diese Grafik gibt Aufschluss:



  • Leser Wutbürger hat die Angst, dass Migranten die Arbeitsplätze wegnehmen würden, weil sie vielleicht billiger sind.

    Antwort: Bei jedem Arbeitsverhältnis wird von den Behörden alles geprüft - zum Beispiel, dass der Mindestlohn eingehalten wird und die branchenüblichen Tarife gezahlt werden.
  • Eine Frage von Michael:
    Warum dürfen Syrer sofort arbeiten und meine Freundin aus der Ukraine, die perfekt deutsch spricht und integriert ist und seit 10 Jahren hier lebt, nicht?

    Warum Ihre Freundin nicht arbeiten darf,  weiß ich leider nicht. Syrer dürfen in der Regel zwar nicht sofort arbeiten, aber wer geduldet ist und qualifiziert ist, sollte auch arbeiten können - das ist für alle Beteiligten und das System ja auch gut. Wir sollten aber nicht einzelne gegeneinander ausspielen.
  • Roland Hofer möchte wissen:
    Es kursiert eine Zahl, dass pro akzeptiertem Flüchtling im Schnitt vier Familienmitglieder nachkommen. Würde man das auf die Zahl von diesem Jahr hochrechnen, wäre die Belastung erheblich höher. Kann das wirklich stimmen?

    Das stimmt zum Teil. Nicht jeder Flüchtling zieht so viele Familienangehörige nach sich, weil ja häufig schon ganze Familien ankommen. Und manche haben, das ist die schreckliche Realität, auch niemanden, der nachkommen wird, weil im Krieg der Rest der Familie getötet wurde. Es ist aber sicherlich so, dass es in Fällen, wo nur ein Familienvater/eine Mutter oder die „alleinreisenden“ Minderjährigen nach Deutschland kommen, auch noch einen Nachzug von Angehörigen geben wird. Also: Ja, dauerhaft wird die Zahl der nach Deutschland kommenden Menschen noch größer werden, das muss man ehrlich sagen.
  • Die Frage von PF1960 lautet:
    Weshalb sind die Flüchtlinge in den Heimen so gewaltbereit anstatt froh, hier in Sicherheit zu sein?

    Die Flüchtlinge sind sicher nicht per se gewaltbereiter als andere. Aber wenn man nach zum Teil traumatisierenden Kriegs- und Fluchterfahrungen irgendwo ankommt, wo man mit 1000 Menschen leben muss, wo eigentlich nur Platz für 500 vorgesehen ist, und man dann teilweise wochen- oder monatelang nicht weiß, wie es weitergehen soll, und man auch nicht arbeiten darf, kommt es zu Frustrationen. Die Menschen sind natürlich froh in Sicherheit zu sein - aber es sind eben auch nur Menschen, die es genauso wenig mögen, auf engem Raum mit Fremden leben zu müssen und nichts tun zu dürfen.
    von Guido Steinberg,... bearbeitet von Daniel Reviol 10/2/2015 9:24:01 AM
  • Gaby fragt:
    Alle Migranten bekommen kostenlose Unterkunft, Essen und Taschengeld/Sachleistungen. Warum wird bei ihnen nicht wie bei Hartz-IV-Empfängern geprüft, wieviel eigenes Geld sie haben?

    Das ist eine gute Frage. Vielleicht gibt es ja tatsächlich einige Flüchtlinge, die nicht arm sind, und die man durchaus verpflichten könnte, etwas beizusteuern. Aber die große Masse, die hier herkommt, hat nie etwas besessen oder im Krieg und der Flucht alles verloren. Und zunächst geht es ja auch nur um die Grundversorgung in den Erstaufnahmelagern. Wer dann anerkannt ist, darf ja auch arbeiten und dann gelten die Hartz-IV Bestimmungen.
  • Unser Leser Udo möchte wissen:
    Wie soll sich die Gesellschaft gegenüber denjenigen verhalten, die nicht bereit sind, sich zu integrieren?

    Es ist die Frage, was Sie unter Integration verstehen. Nicht jeder muss hier genau so leben, wie es seine Nachbarn tun. Aber wer sich nicht an Gesetze und Grundwerte hält, muss als Ausländer oder Flüchtling genau so bestraft werden, wie die, die schon lange hier leben - und im schlimmsten Fall auch ausgewiesen werden, was ja auch passiert.

  • Lena W. hat die folgende Frage:
    Hat Deutschland zu lange ignoriert, ein Einwanderungsland zu sein?

    Ja, ganz definitiv - wir sind immer Einwanderungsland gewesen, haben aber kein entsprechendes Gesetz. Hier haben viele Politiker geschlafen und zum Teil auch blockiert!

  • Eine weitere, anonym gestellte Frage lautet:
    Wie kann eine Integration klappen, wenn schon die Integration der Türken, die vor 40 Jahren kamen, bis heute nicht geklappt hat? In allen großen Städten gibt es Parallelgesellschaften.

    Das stimmt einfach nicht. Ich lebe z.B. in Frankfurt - dort gibt es viele sehr gut integrierte Türken, auch viele unserer Studierenden sind türkischer Herkunft. Da hat die Integration offensichtlich sehr gut funktioniert. Man darf nicht immer alles über einen Kamm scheren
  • Die Frage von Leser Nanu? lautet:
    Wie werden die Flüchtlinge eigentlich registriert?

    In den Erstaufnahmestellen wird jeder registriert.
  • Tobi Albrecht fragt:
    Wie will man den Leuten, die ausgewiesen wurden, habhaft werden, nachdem sie untergetaucht sind oder sich strikt weigern, das Land zu verlassen?

    Dies ist ein Problem. Hier muss die Polizei entsprechend mit Personal, Material und Befugnissen ausgestattet werden
  • Alex stellt diese Frage:
    Warum dürfen wir die Grenzen nicht einfach schließen?

    Weil es Absprachen mit den Nachbarländern gibt, und wir eine humanitäre Verpflichtung haben. Alles den Italienern, Griechen oder Ungarn zu überlassen, wäre unsolidarisch.
  • Und noch eine anonym gestellte Frage:
    Müssen wir Angst haben, von radikalen Islamisten überrollt zu werden?

    Ich glaube nicht. Vergessen Sie nicht, dass viele Flüchtlinge auch Christen sind oder anderen Religionen angehören. Nicht jeder ist ein Muslim oder eine Muslima. Und nicht alle Muslime sind Islamisten. Nicht jeder katholische Priester missbraucht Kinder, und nicht jeder Bayer trägt eine Lederhose.
  • In keinem EU-Land gibt es derzeit mehr Flüchtlinge als in Deutschland:



  • Auch diese Frage wurde anonym gestellt:
    Wer zahlt die Rente derer, die kommen, die schon zwischen 45 und 50 Jahre alt sind, und die noch keinen Heller in das Rentensystem eingezahlt  haben?

    Als ich in England lebte, war ich auch vom ersten Tag an krankenversichert, obwohl ich noch nichts in das dortige System eingezahlt hatte. Die deutschen Flüchtlinge in der Nazizeit waren froh, in Schweden, den USA oder der Schweiz aufgenommen zu werden. Glauben Sie, dass irgendeiner das wegen der Rente gemacht hat? 
  • Liebe Leser und Teilnehmer unseres Expertenchats,

    vielen Dank für die zahlreichen Beiträge!

    Leider können wir aufgrund der Fülle Ihrer Fragen nicht jede einzelne beantworten. Wir bitten um Ihr Verständnis und bemühen uns, zusammen mit Professor Dick ein möglichst großes Themenspektrum abzudecken.
  • Marcel Klee möchte wissen:
    Müssen Mieter aus ihren Wohnungen raus, damit Flüchtlinge rein können? Müssen Obdachlose weiter draußen bleiben?

    Nein.
  • Die Frage von josef lautet:
    Wie will man die Massen von Flüchtlingen bis zum Winter eigentlich unterbringen?

    Das ist ein wirklich ernstes Problem. Hier haben die Städte die Verantwortung. Ich sehe in Frankfurt, dass man ehemalige Behördengebäude kurzfristig umbaut. Das wird aber nicht leicht werden.
  • G. Lachmann fragt:
    Woher haben die Flüchtlinge das viele Geld, um hierher zu kommen? Von 12.000 Euro war die Rede!

    Zum Teil sind es durchaus wohlhabende Familien aus Syrien, zum Teil verkaufen die Flüchtlinge all ihr Hab und Gut, und zum Teil werden Schulden in der Verwandtschaft gemacht.

    Wie viel Geld aber tatsächlich an die Schlepper gezahlt wird, ist sicher sehr unterschiedlich. Viele Flüchtlinge kommen ja auch aus den Lagern in Jordanien und Libyen auf relativ sicheren Wegen in die EU, ohne Schlepper.  

  • Hankog stellt folgende Frage:
    Es sind ja nicht nur die Kosten für Unterbringung und Verpflegung: Wer zahlt die Kosten für die erforderlichen medizinischen Behandlungen (Zahnartz usw.)?

    Die Ärzte arbeiten in den Erstaufnahmestellen zum Teil unentgeldlich oder für geringes Honorar. Aber die Flüchtlinge, die hier anerkannt werden, müssen natürlich so versorgt werden, wie jeder andere auch. Da darf die Frage des Geldes keine Rolle spielen.
  • Natalie Rutkowski fragt:
    Was wird dafür getan, dass die Flüchtlinge auch wieder zurück in ihre Heimat können? Sprich, dass diese Länder wieder sicher und bewohnbar werden. Oder geht Europa einfach davon aus, dass die Menschen hier komplett integriert werden, um für immer zu bleiben?

    Hier wird in der Tat viel zu wenig getan, ja noch nicht einmal sind Pläne vorhanden, wie es in Syrien oder dem Nordirak überhaupt weitergehen soll. Bei vielen, die hierher kommen, müssen wir aber auch davon ausgehen, dass sie hier Wurzeln schlagen und sich integrieren.
  • Zwangseinquartierungen sind in Deutschland nicht möglich - vorübergehende Beschlagnahmungen durch die Behörden jedoch schon.

    Wie die Bundesländer bislang mit dieser Option umgehen und wie sie von rechten Gruppen instrumentalisiert wird, können Sie hier nachlesen.
  • Fritzlein fragt:
    Können Flüchtlinge auch Privatpersonen zugewiesen werden, bzw. bei ihnen einquartiert werden ?

    Nein, das ist in Deutschland nicht möglich. Ich habe aber von vielen gehört, die freiwillig Teile Ihrer Wohnungen zur Verfügung stellen, um zu helfen, und die dafür natürlich Miete bekommen und zum Teil ganz tolle Erfahrungen machen mit dankbaren Menschen.
    von Guido Steinberg,... bearbeitet von Daniel Reviol 10/2/2015 9:59:07 AM
  • Die Frage von Melanie lautet:
    Wie kann man mit den Ängsten in dieser für viele deutsche Staatsbürger belastenden Situation umgehen?

    Man muss als Politiker und Behördenvertreter immer wieder aufklären und darf keine Angst schüren.
    Man muss versuchen, schnell Lösungen zu entwickeln.

    Man darf die Probleme, die es natürlich auch gibt, nicht verschweigen und ignorieren, aber muss auf die Chancen fokussieren, die die Menschen, die zu uns kommen, ja auch bringen.
    Die meisten Deutschen sind Christen, und der Kern dieser Religion ist das
    Gebot der Nächstenliebe. Wo können wir dies besser umsetzen als jetzt?   
  • Bildungsschwächling fragt:
    In Umfragen wird immer gezeigt, dass Leute mit höherem Bildungsniveau auch eine höhere Akzeptanz gegenüber Zuwanderung haben. Liegt das vielleicht daran, dass die höheren Bildungsschichten auch nicht so viel Kontakt mit den Migranten haben, weil sie etwa in Stadtteilen mit wenigen oder gar keinen Migranten wohnen?

    Nein, das ist nicht der Fall - auch an den Universitäten haben wir zum Beispiel viel Kontakt durch Auslandsstudierende oder Studierende mit „Migrationshintergrund”.
  • Leser Harald möchte wissen:
    Was unternimmt Europa, um Wirtschaftsflüchtlinge zu vermeiden?

    Wir sollten als “Europa“ Wirtschaftsflüchtlinge gar nicht vermeiden.
    Es hat immer Migration aus wirtschaftlichen Gründen gegeben. Nach Deutschland sind Polen, Holländer oder Italiener, Griechen und Türken seit über 100 Jahren eingewandert. Und umgekehrt sind immer schon Deutsche ausgewandert, weil sie sich woanders ein besseres Leben versprachen - z.B. in den USA.

    Was wir daher brauchen, ist zunächst eine deutsche, dann eine europäische Politik, die mit entsprechenden Einwanderungsgesetzen den Zuzug von Personen regelt, die aus wirtschaftlichen Gründen zu uns kommen - damit diese nicht den Asylparagrafen missbrauchen müssen.
     
  • Martina Trautmann stellt diese Frage:
    Warum ist es so schwer, die Flüchtlinge auf alle EU-Länder zu verteilen? Warum muss Deutschland die meisten Flüchtlinge aufnehmen?

    Deutschland muss die meisten aufnehmen, weil wir innerhalb Europas das bevölkerungsreichste Land sind, und es uns wirtschaftlich gut geht. Das wird auch so bleiben, wenn sich die EU endlich auf mehr Fairness und Quoten für alle einigt.

    Aber Sie haben völlig recht damit, dass sich die anderen 27 EU-Staaten auch solidarisch zeigen und viel mehr helfen müssen, als das manche Länder in den letzten Monaten getan haben.
  • Eine Frage von David Maus, die uns über Facebook erreichte:
    Warum bringt man es nicht auf die Reihe, Einwanderungskriterien wie in den USA, in Kanada oder Australien zu schaffen?

    Ja, das ist die große Frage. Seit Jahrzehnten fordern die Politiker von den Grünen, der Linken und der SPD (zuletzt Thomas Oppermann vor einigen Wochen) ein Einwanderungsgesetz mit genau solchen Kriterien. Und reflexartig lehnen es die Politiker von CDU/CSU ab, wohl weil sie Angst haben, ein paar ihrer Stammwähler zu vergraulen. Dabei würde ein Einwanderungsgesetz sehr helfen!
  • Hier kommt eine weitere, anonym gestellte Frage:
    Die über die österreichische Grenze kommenden Flüchtlinge kommen aus einem sicheren Drittland. Warum werden sie nicht aufgehalten und zurückgeschickt?

    Weil das die Bundesregierung für eine bestimmte Zeit so beschlossen hat - als Ausnahme.
  • Leser Manfred regt an:
    Warum werden die jungen Flüchtlinge nicht zusammengefasst und militärisch ausgebildet, damit sie ihre Heimat befreien können?

    Weil das keine Lösung ist.
  • Dieter Hoffmann fragt sich, ob sich bei den nächsten Bundestagswahlen viele Bürger für die AfD entscheiden werden?

    Einige sicherlich, aber das hängt auch davon ab, wie es jetzt weitergeht und ob die regierenden Parteien Lösungen entwickeln und in ganz Europa durchsetzen können.
  • Christian Wehler fragt:
    Beschlagnahmt der Staat ganze Häuser bzw einzelne Zimmer für die Flüchtlinge?

    In der Regel sind es leerstehende Immobilien, häufig aus dem Gewerbebereich. Niemand muss Angst haben, dass einem ein Zimmer weggenommen wird!
  • Die Frage von KEM lautet:
    Warum helfen die reichen arabischen Staaten ihren Glaubensbrüdern nicht?

    Das tun sie durchaus. Jordanien hat Millionen von Flüchtlingen aufgenommen. Und auch aus anderen Ländern des Nahen Ostens wird zum Teil Hilfe geleistet.

    Das mit den "Glaubensbrüdern“ ist aber nicht so einfach - auch innerhalb der Muslime gibt es ganz verschiedene Glaubensrichtungen wie Schiiten, Aleviten und Sunniten, die in den unterschiedlichen Ländern unterschiedlich stark sind.
    Außerdem fliehen auch Christen, Jemeniten usw. - das sind doch wohl eher unsere "Glaubensbrüder“, oder?
  • Leserin Sandra stellt die Frage aller Fragen:
    Lässt sich das Flüchtlingsproblem überhaupt lösen?

    Ja, wenn ganz Europa sich bemüht, wenn Geld hier und in den Heimatregionen investiert wird, und wenn die Menschen in Deutschland weiterhin tolerant und hilfsbereit sind.
  • Luisekatze fragt:
    Falls Syrien einmal befriedet sein sollte, was geschieht dann mit den anerkannten Asylanten bei uns? Haben sie ein Bleiberecht oder müssen sie zurück?

    Das ist unterschiedlich und kommt auf die individuellen Gründe für die Anerkennung an. Wenn zum Beispiel jemand persönlich politisch verfolgt wurde, und das Regime Assad an der Macht bleibt, ist eine Rückkehr sicher nicht sinnvoll.

    Wenn jemand - und das betrifft die meisten - nur geduldet ist, weil er aus einer Kriegsregion kommt, muss er zurück (abhängig auch davon, wie lange er in Deutschland war), und die meisten werden das auch wollen. 

    von Guido Steinberg,... bearbeitet von Özkan Canel Altintop 10/2/2015 2:30:39 PM
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