Expertenchat rund um Luftfahrt und Flugzeuge
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Expertenchat rund um Luftfahrt und Flugzeuge

Woher kommen Kondensstreifen? Schlafen Piloten auf Langstreckenflügen im Cockpit? Was passiert mit dem Inhalt der Bordtoilette? Unser Experte Markus Wahl ist Flugkapitän und Pressesprecher der Vereinigung Cockpit. Am 14. April beantwortet er ab 12 Uhr im Chat ihre Fragen rund um die Luftfahrt. Im Kommentarfeld können Sie diese bereits jetzt stellen.


    Markus Wahl (36) ist seit 13 Jahren Pilot. Seine Karriere begann er bei der Lufthansa auf dem Airbus A320 im Europaverkehr, bevor er auf den größeren Airbus A330 und A340 zum Langstreckenverkehr wechselte. Seit 2013 ist er nun "Senior First Officer" auf der Boeing B777 bei Lufthansa Cargo und fliegt dort nun Pakete statt Passagiere. Meistens führen ihn seine Flüge nach Nordamerika - dort am liebsten nach New York oder Chicago - oder in den fernen Osten.

    Wahl ist seit 2012 Mitglied des Vorstandes der Vereinigung Cockpit (VC). Die VC ist der Verband der Verkehrsflugzeugführer, Verkehrshubschrauberführer,  Flugingenieure und Fluglehrer in Deutschland und vertritt mehr als 9600 Mitglieder. Seit 2015 ist er im Vorstand als Pressesprecher verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit.


    Ein anonymer Nutzer möchte wissen
    Wo kommen die meisten Luftlöcher vor?

    In der Fliegerei gibt es so etwas wie “Luftlöcher” gar nicht. Vielmehr handelt es sich hier um (meist durch Turbulenzen verursachte) leichte Auf- und Abwärtsbewegungen des Flugzeugs. Wenn z.B. eine Windböe das Flugzeug leicht in die Höhe drückt und diese Kraft dann nachlässt, dann fühlt es sich durch die Trägheit so an, als würde das Flugzeug durchsacken. Das tut es aber gar nicht, einzig die Beschleunigung nach oben hört auf. 

    Das entstehende Gefühl ist dann ein bisschen so, wie in der Achterbahn. Aber wie auch dort gilt: Das fühlt sich vielleicht seltsam an, ist aber völlig ungefährlich.
    von Markus Wahl, Pilot bearbeitet von cvd 4/14/2016 10:03:30 AM
    S_Lucas will wissen
    Wie entstehen sog. Strömungsabrisse und wann sind sie besonders gefährlich?

    Ein Flugzeug kann nur fliegen, wenn eine Luftströmung über der Tragfläche anliegt und damit Auftrieb erzeugt. Diese Strömung kann z.B. durch sehr langsames Fliegen abreißen und dann würde der Auftrieb spontan zusammenbrechen und das Flugzeug absacken. 

    Damit das nicht passiert, gibt es mehrere Warnsysteme im Cockpit, die auf eine solche Situation mehr als deutlich hinweisen und das Verhalten beim Strömungsabriss wird auch regelmäßig im Simulator trainiert. So weiß die Crew genau, was zu tun ist, selbst wenn es einmal zu einem Strömungsabriss kommt. In meinen 13 Jahren in der Fliegerei habe ich das allerdings noch nie erlebt.

    von Markus Wahl, Pilot bearbeitet von cvd 4/14/2016 10:06:00 AM
    Auch Karl-Heinz Schuster hat dazu eine Frage:
    Kann es bei einer kleineren Passagiermaschine ( 727,737 ) bei starkem Sturm auf 9000m höhe zu einem Strömungsabriss kommen?
    Theoretisch schon. Allerdings ist die erste Reaktion eines Piloten, wenn er einen Sturm vor sich hat, der so schlimm ist, das er wirklich einen Strömungsabriss verursachen könnte, ein Ausweichmanöver. Kein Pilot würde sehenden Auges in ein solches Sturmgebiet einfliegen. 

    Bei der Bewertung der Wetterlage vor dem Flugzeug verlässt man sich auch nicht nur auf die Augen. Alle Verkehrsflugzeuge sind mit einem Radarsystem ausgestattet, dass solche Wettergebiete zuverlässig zur Anzeige bringt. Und dann fliegt man, natürlich nach Absprache mit den Fluglotsen, einfach drumherum.

    Alexander möchte etwas über Turbulenzen wissen:

    Hallo Herr Wahl,

    gerade beim Landeanflug in Berlin Tegel hat das Flugzeug starke Turbulenzen, die mich jedes Mal verängstigen, auch wenn ich versuche, mich zu beruhigen.. Sind diese Situationen, die mich beunruhigen, völlig normal für die Crew und Flugzeug?

    oder auch hugo
    Starke Turbulenzen, sind diese unbedenklich?

    Turbulenzen sind völlig normal und kommen bei fast jedem Flug mehr oder weniger stark vor. Das Flugzeug ist für extreme Belastungen ausgelegt und somit müssen Sie keine Angst haben, dass diese dem Flugzeug irgendetwas anhaben können. Auch für die Crew ist eine solche Turbulenz Routine, sie wird außerdem im Training im Umgang mit Turbulenzen geschult. Ein gutes kurzes Video, das ein paar Hintergründe zeigt, finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=sPJvlUEPKnM

    Trotzdem sollten Sie sich immer anschnallen, denn auch, wenn die Turbulenz dem Flugzeug nichts anhaben kann, so kann zumindest starke Turbulenz Sie doch aus dem Sitz gegen die Decke schleudern. Und der Mensch ist meist nicht so stabil wie das Flugzeug.
    von Markus Wahl, Pilot bearbeitet von cvd 4/14/2016 10:23:13 AM
    Was nervt über den Wolken? In unserem Flugzeug-Knigge verraten wir, mit welchen No-Gos Sie garantiert ins Fettnäpfchen treten und für dicke Luft im Flieger sorgen.

    Flugzeug-Knigge: Die schlimmsten Ausrutscher über den Wolken

    www.t-online.deDie schlimmsten Benimm-Fehler im Flugzeug

    Norbert möchte wissen:
    Stimmt es, das kein Pilot alleine im Cockpit sein darf wenn der Zweite mal auf Toilette muss?

    Seit der Germanwings-Katastrophe im letzten Jahr ist das tatsächlich so. Allerdings muss man sich hier die Frage stellen, ob diese Maßnahme das Fliegen im Gesamten wirklich sicherer gemacht hat. 

    Aus meiner Sicht ist das nicht so. Zwar mag eine Wiederholung der Germanwings-Katastrophe weniger wahrscheinlich werden, dafür öffnet man dem Terrorismus mit dieser Maßnahme Tür und Tor. Jetzt ist die Cockpittür nämlich viel länger geöffnet als vorher, denn es muss ja jetzt immer einer rein und raus. Außerdem ist es jetzt für potentielle Terroristen viel absehbarer, dass die Türe zum Cockpit bald aufgeht. 

    Diese Maßnahme erhöht zwar die Sicherheit auf der einen Seite ein bisschen, während diese aber auf der anderen Seite deutlich verschlechtert wird. Deswegen sollte diese Regel wieder abgeschafft werden.
    Einige Leser wollen wissen, woher der Sauerstoff in der Kabine kommt, etwa ariem
    Woher kommt der Sauerstoff in der Kabine in 13000m Höhe?

    Bei der Atemluft handelt es sich um komprimierte Außenluft, die bei fast allen Flugzeugen aus den Triebwerken entnommen wird. Daher müssen nur für den Notfall (Druckverlust) Sauerstoffreserven mitgeführt werden, für den Normalbetrieb nicht.

    Die Entnahme der Luft an den Triebwerken birgt natürlich das Risiko, dass die Atemluft mit Öldämpfen verunreinigt wird und alle an Bord diese Öldämpfe einatmen. Dass das wirklich gefährlich werden kann, zeigen mehrere Fälle von Beinahe-Unfällen. Aber anstatt hier das Problem anzugehen und zu lösen, verschweigen die Airlines das lieber und tun so, als gäbe es das gar nicht.

    Einige Leser haben Fragen zu Kondensstreifen, etwa UNS UWE
    Vor allem im Winter ist zu beobachten: blauer Himmel, die Sonne scheint, der erste Flieger zieht seinen Streifen, der Zweite... Langsam gehen die Streifen auseinander, der Himmel ist bewoelkt - es waere ein sonniger Tag gewesen. Frage: Kann man nicht durch Änderung des Flugverhaltens den Sonnentag retten?

    Bei der Verbrennung von Kerosin in den Triebwerken entsteht neben den üblichen (unsichtbaren) Abgasen auch immer Wasserdampf, der bei Kontakt mit extrem kalter Luft (üblicherweise in einer Flughöhe von 9 km und mehr) direkt hinter dem Triebwerk kondensiert und den sogenannten Kondensstreifen bildet. 

    Dieses Phänomen ließe sich natürlich damit vermeiden, dass man in deutlich wärmeren Gebieten fliegt - das wiederum würde aber bedeuten, dass man deutlich (!) tiefer fliegen müsste. Hier wäre die benötigte Spritmenge, der Spritverbrauch und damit auch der Schadstoffausstoß allerdings deutlich höher. 

    Außerdem sind diese Kondensstreifen doch lokal sehr begrenzt und führen nicht dazu, dass sich gleich der ganze Himmel bedeckt - selbst wenn die Kondensstreifen auf Grund von niedriger Verwirbelung lange am Himmel bleiben.

    Kuriose Irrtümer über den Wolken: Wir stellen die größten Flugmythen vor und verraten, was dahintersteckt.

    Die größten Flug-Mythen

    www.t-online.deWas passiert mit dem Toiletteninhalt? Wird das Kerosin vor der Landung in die Luft abgelassen? Fliegen - wir alle tun es und wissen doch so wenig darüber.

    von Zeljka Tomsic, Reiseredaktion bearbeitet von cvd 4/14/2016 10:52:15 AM
    Frage von Klaus
    Was machen rauchende Piloten, dürfen Sie im Cockpit rauchen?

    An Bord von Verkehrsflugzeugen gilt Rauchverbot - nicht nur für die Passagiere, sondern natürlich auch für die Crew.
    Haben Sie schon von Flugzeugkabinen für Notlandungen gehört? Ein ukrainischer Ingenieur erfand eine Rettungskapsel, die die Sicherheit von Flugpassagieren steigern und tödliche Unfälle verhindern könnte.

    Flugsicherheit: Geniale Erfindung könnte Flugpassagieren das Leben retten

    www.t-online.deBei einem Flugzeugabsturz sind die Überlebenschancen der Passagiere äußerst gering. Mithilfe einer Erfindung, die sich der ukrainische Ingenieur Wladimir Tatarenko hat patentieren lassen, könnten solche Tragödien verhindert werden.

    M. Trinkhaus fragt
    Gibt es auf Reiseflughöhe ein Geschwindigkeitsfenster? Könnte z. B. ein A 340 auf Reiseflughöhe mit einer Geschwindigkeit von 300 km/h fliegen?
    Solch ein Geschwindigkeitsfenster gibt es wirklich. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei modernen Passagierflugzeugen ungefähr bei 85-90% der Schallgeschwindigkeit. Diese wiederum ist abhängig von der Flughöhe. In 10.000 Metern entspräche dies ungefähr 915-970 km/h. Die Minimalgeschwindigkeit ist von weiteren Faktoren abhängig, wie z.B. dem Flugzeuggewicht. Hier liegen typische Werte zwischen 65-75% der Schallgeschwindigkeit. In 10.000 m entspräche dies ungefähr 700-810km/h.
    ducki71 fragt
    Wann wird es bei einen Kurvenflug gefährlich und zwar die Seitenlage bis wieviel Grad kann der Pilot sein Flugzeug neigen?

    Die durchschnittliche Schräglage eines Flugzeuges beim Kurvenflug beträgt 25°, 30° stellen meistens die Grenze des normalen Betriebes dar. Natürlich sind extremere Schräglagen sogar über 90° hinaus denkbar, aber diese werden im Normalbetrieb niemals erreicht. 

    In modernen Flugzeugen wird die maximale Schräglage sogar von Computern überwacht und bei Bedarf eine Warnung an die Crew ausgegeben. Es gibt sogar Flugzeuge, bei denen der Computer die maximal Schräglage automatisch begrenzt.
    von Markus Wahl, Pilot bearbeitet von cvd 4/14/2016 11:13:49 AM
    Vielen Dank für ihr reges Interesse. Leider gehen viel mehr Fragen ein, als ich beantworten kann. Ich werde nun die letzten drei Antworten geben.
    Stefan D. will zu Drohnen wissen:
    Welche technische Möglichkeiten gibt es denn, die vermehrt aufkommenden privaten Drohnen / Quadrokopter  zu erkennen  bzw. zu beseitigen? Wenn so ein Teil  auf das Flugzeug prallt - welche Gefahr besteht dann?

    Die steigende Anzahl an Drohnen stellt eine immer größer werdende Gefahr dar, nicht nur für die Verkehrsfliegerei, sondern besonders auch für die Rettungs- und Polizeihubschrauber. Manche dieser Drohnen wiegen mehr als fünf Kilogramm und können bei einem Zusammenprall verheerenden Schaden anrichten. 

    Hier müssen nicht nur technische Verbesserungen her (Einprogrammierung verbotener Zonen, maximale Flughöhe), sondern auch juristische (Registrierungspflicht für Drohnenbesitzer, “Drohnenführerschein” usw.).
    Thorsten Henschke fragt:
    Würde mich mal interessieren, ob zwischen "Billigfliegern" und den "renommierten" es Unterschiede in Bezug auf die Sicherheit gibt, bzw. Diese wirklich relevant sind? Mfg

    Grundsätzlich heißt “billig” nicht automatisch “unsicher”. Allerdings muss man natürlich auch solche Sachen wie Arbeitsbedingungen und Arbeitsumfeld in die Sicherheitsbetrachtung mit einbeziehen. 

    Es gibt leider auch (Billig-)Airlines, bei denen die Piloten nur dann bezahlt werden, wenn sie auch wirklich fliegen. Sie bekommen kein Geld mehr, wenn sie z.B. krank sind. Da ist es natürlich schon denkbar, dass ein Pilot zur Arbeit geht, auch wenn er dafür eigentlich zu krank ist. Hier ist dann aus meiner Sicht die Sicherheit gefährdet.

    Gefährlich wird es auch dann, wenn ein Pilot unter Druck gesetzt wird, immer möglichst wenig zu tanken, weil Kerosin ja Geld kostet. Wenn der Druck hoch genug ist, wird ein Pilot auch einmal die falsche Entscheidung treffen, nur um es dem Arbeitgeber recht zu machen. Er wird also auf Kosten der Sicherheit sparen. Das darf nicht sein!

    Die Krönung ist allerdings dann erreicht - und solche Fälle gibt es auch hier in Deutschland - wenn ein Pilot dafür zahlen muss, dass er seinem Job nachgehen und in einem Cockpit sitzen darf. Wird ein Pilot, der dafür bezahlt, dass er das Flugzeug fliegt, wirklich den Anweisungen seines “Arbeitgebers” widersprechen?

    Natürlich heißt das nicht, dass alle “Billigairlines” gleich zweifelhafte Methoden nutzen, aber man sollte sich trotzdem vor jedem Flug genau informieren, wie ein günstiger Preis zustande kommen kann.
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