Expertenchat rund um Luftfahrt und Flugzeuge
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Expertenchat rund um Luftfahrt und Flugzeuge

Woher kommen Kondensstreifen? Schlafen Piloten auf Langstreckenflügen im Cockpit? Was passiert mit dem Inhalt der Bordtoilette? Unser Experte Markus Wahl ist Flugkapitän und Pressesprecher der Vereinigung Cockpit. Am 14. April beantwortet er ab 12 Uhr im Chat ihre Fragen rund um die Luftfahrt. Im Kommentarfeld können Sie diese bereits jetzt stellen.

  • Einige Leser wollen wissen, ob es theoretisch möglich ist, selbst ein Flugzeug zu landen. Exemplarisch Charly:
    Hallo und guten Tag ! Ich habe viele Stunden bei YouTube Beiträge über Start,Landung und Streckenflug von Maschinen des Typs Airbus A320 angeschaut und bin mit der Instrumentierung ( also wichtigste Bedienelemente ) einigermaßen vertraut.Besteht die realistische  (!) Chance,das Flugzeug bei Ausfall beider Piloten sicher zu landen? Könnte mir einer der Flugbegleiter notfalls zeigen,wie ich Kontakt zur Bodenkontrolle herstellen? Ich gehe bei dem Szenario von ca. 2500 kg FOB aus und setze voraus,dass ein Airport mit der technischen Einrichtung für ILS Landungen in Reichweite ist.  MfG Charly

    Theoretisch ist es vielleicht denkbar, dass jemand mit geringer Vorerfahrung unter Anleitung eines erfahrenen Ausbilders ein Flugzeug so programmiert, dass es automatisch landet. Die Wahrscheinlichkeit, dass es auch in der Realität klappt, schätze ich allerdings als sehr gering ein.

    Nicht umsonst dauert die Ausbildung zum Piloten mehrere Jahre. Wenn überhaupt, dann kann das nur unter perfekten Bedingungen (kein schlechtes Wetter, Flugzeug völlig in Ordnung etc.) und vor allem mit viel Zeit zur Vorbereitung funktionieren. Insofern wird es bei 2500kg FOB (Fuel on Board, verbleibender Sprit) mit Sicherheit nicht einfach, da nur wenig Zeit verbleibt.

  • Markus Wahl (36) ist seit 13 Jahren Pilot. Seine Karriere begann er bei der Lufthansa auf dem Airbus A320 im Europaverkehr, bevor er auf den größeren Airbus A330 und A340 zum Langstreckenverkehr wechselte. Seit 2013 ist er nun "Senior First Officer" auf der Boeing B777 bei Lufthansa Cargo und fliegt dort nun Pakete statt Passagiere. Meistens führen ihn seine Flüge nach Nordamerika - dort am liebsten nach New York oder Chicago - oder in den fernen Osten.

    Wahl ist seit 2012 Mitglied des Vorstandes der Vereinigung Cockpit (VC). Die VC ist der Verband der Verkehrsflugzeugführer, Verkehrshubschrauberführer,  Flugingenieure und Fluglehrer in Deutschland und vertritt mehr als 9600 Mitglieder. Seit 2015 ist er im Vorstand als Pressesprecher verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit.


  • Ein anonymer Nutzer möchte wissen
    Wo kommen die meisten Luftlöcher vor?

    In der Fliegerei gibt es so etwas wie “Luftlöcher” gar nicht. Vielmehr handelt es sich hier um (meist durch Turbulenzen verursachte) leichte Auf- und Abwärtsbewegungen des Flugzeugs. Wenn z.B. eine Windböe das Flugzeug leicht in die Höhe drückt und diese Kraft dann nachlässt, dann fühlt es sich durch die Trägheit so an, als würde das Flugzeug durchsacken. Das tut es aber gar nicht, einzig die Beschleunigung nach oben hört auf. 

    Das entstehende Gefühl ist dann ein bisschen so, wie in der Achterbahn. Aber wie auch dort gilt: Das fühlt sich vielleicht seltsam an, ist aber völlig ungefährlich.
    von Markus Wahl, Pilot bearbeitet von cvd 4/14/2016 10:03:30 AM
  • S_Lucas will wissen
    Wie entstehen sog. Strömungsabrisse und wann sind sie besonders gefährlich?

    Ein Flugzeug kann nur fliegen, wenn eine Luftströmung über der Tragfläche anliegt und damit Auftrieb erzeugt. Diese Strömung kann z.B. durch sehr langsames Fliegen abreißen und dann würde der Auftrieb spontan zusammenbrechen und das Flugzeug absacken. 

    Damit das nicht passiert, gibt es mehrere Warnsysteme im Cockpit, die auf eine solche Situation mehr als deutlich hinweisen und das Verhalten beim Strömungsabriss wird auch regelmäßig im Simulator trainiert. So weiß die Crew genau, was zu tun ist, selbst wenn es einmal zu einem Strömungsabriss kommt. In meinen 13 Jahren in der Fliegerei habe ich das allerdings noch nie erlebt.

    von Markus Wahl, Pilot bearbeitet von cvd 4/14/2016 10:06:00 AM
  • Auch Karl-Heinz Schuster hat dazu eine Frage:
    Kann es bei einer kleineren Passagiermaschine ( 727,737 ) bei starkem Sturm auf 9000m höhe zu einem Strömungsabriss kommen?
    Theoretisch schon. Allerdings ist die erste Reaktion eines Piloten, wenn er einen Sturm vor sich hat, der so schlimm ist, das er wirklich einen Strömungsabriss verursachen könnte, ein Ausweichmanöver. Kein Pilot würde sehenden Auges in ein solches Sturmgebiet einfliegen. 

    Bei der Bewertung der Wetterlage vor dem Flugzeug verlässt man sich auch nicht nur auf die Augen. Alle Verkehrsflugzeuge sind mit einem Radarsystem ausgestattet, dass solche Wettergebiete zuverlässig zur Anzeige bringt. Und dann fliegt man, natürlich nach Absprache mit den Fluglotsen, einfach drumherum.

  • Achim hat eine Frage zur Sicherheit
    Guten Tag, Herr Wahl! Stimmt es eigentlich, dass das Flugzeug immer noch das sicherste Verkehrsmittel der Welt ist? Oder ist es durch den Preisdruck und der Rentabilität unter den einzelnen Fluggesellschaften -und der dadurch resultierenden eventuellen Vernachlässigung der 100%-gen Wartung- unsicherer geworden? Es besteht ja ein enormer Leistungsdruck für die Wartungstechniker, da sie sehr schnell das Flugzeug wieder für den Flugbetrieb freigeben müssen!

    Statistisch gesehen ist das Flugzeug immer noch das sicherste Verkehrsmittel. Sie haben aber trotzdem recht, dass das Umfeld immer anspruchsvoller wird - der Druck auch auf die Piloten steigt ständig. Hier ist es aus meiner Sicht extrem wichtig, dass - trotz aller wirtschafltichen Zwänge - die Wirtschafltichkeit niemals über die Sicherheit stehen darf. Die Sicherheit von Fluggästen und der Besatzung ist immer das höchte Gut, hier darf es keine Kompromisse geben.
  • Anhand der im Januar veröffentlichten JACDEC-Unfallstatistik wurden die
    sichersten Airlines der Welt ermittelt.
    An der Spitze dominieren asiatische
    Fluglinien, die Lufthansa kommt nicht einmal in die Top Ten.

    JACDEC-Unfallstatistik: Die sichersten Airlines der Welt

    www.t-online.deTrotz zwei schwerer Unglücke: Statistiken zur Sicherheit im Luftverkehr ergeben für 2015 ein positiveres Bild als im Vorjahr. Auch im Sicherheitsranking des Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre (JACDEC) gibt es wenige Veränderungen.

  • Eine Frage nach dem Unbekannten von von mir aus
    Wie oft kommt es tatsächlich vor (bei Ihnen persönlich oder vom Hörensagen Ihrer Kollegen) dass unidentifizierte Flugobjekte zu sehen sind (per Radar oder visuell) und was war ggf der spektakulärste Fall bisher?

    Unidentifizierte Flugobjekte habe ich selbst noch keine erlebt. Und wenn Sie sich auf die “richtigen” UFOs beziehen, dann habe ich auch von Kollegen noch nichts gehört. 

    Allerdings kommt es leider immer mal wieder vor, dass Drohnen den Verkehrsflugzeugen ziemlich nahe kommen. Auch hier hätte ein Zusammenstoß potentiell schlimme Folgen. Diese erscheinen auf Grund ihrer geringen Größe auch nicht auf dem Radar der Flugsicherung. Hier gibt es noch viele Verbesserungen, die dringend angegangen werden müssen.
  • Rene würde gerne mal ins Cockpit
    Hallo, wollte mal wissen, ob es noch möglich ist, mit Genehmigung der Piloten den Cockpit mal anzuschauen, so wie es früher mal möglich war? Mit freundlichen Grüßen Rene
    Leider ist dies aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich. Nach den  Anschlägen in New York ist dies komplett verboten worden. Solange das Flugzeug aber noch am Boden steht und Sie die Kollegen nett fragen, ist eventuell ein kurzer Blick ins Cockpit möglich. Im Flug geht das dann definitiv nicht mehr.
  • Sarah hat Angst vorm Fliegen
    Ich leide unter schrecklichen Flugangst. Werde dieses Jahr zum ersten mal nach Los Angeles fliegen. Haben Sie einen Tipp wie ich damit besser klar kommen kann?
    Als erstes möchte ich Ihnen sagen, dass Sie sich definitiv keine Sorgen um Ihre Sicherheit machen müssen. Fliegen ist und bleibt das sicherste Verkehrsmittel überhaupt, das gefährlichste an einer Flugreise ist die Fahrt zum Flughafen!

    Informieren Sie sich am besten vorher eingehend über das, was auf Sie zukommt. So wissen Sie schon, was die unbekannten Geräusche bedeuten könnten. Und wenn es ganz schlimm ist, gibt es auch (leider meist recht teure) Seminare gegen Flugangst, bei denen Ihnen ganz genau erklärt wird, was beim Fliegen alles so passiert und warum es eben so sicher ist, eine Flugreise zu machen.
  • Ein anonymer Leser fragt
    Warum" heulen " Flugzeuge manchmal wärend des Fluges auf ?

    Im Prinzip ist der Grund dafür der gleiche wie beim Auto: Manchmal muss man auch im Flug ein wenig Gas geben, z.B. um auf eine höhere Flughöhe zu steigen. Dazu muss man natürlich die Triebwerksleistung erhöhen und das führt zu dem "Aufheulen".
  • Alexander möchte etwas über Turbulenzen wissen:

    Hallo Herr Wahl,

    gerade beim Landeanflug in Berlin Tegel hat das Flugzeug starke Turbulenzen, die mich jedes Mal verängstigen, auch wenn ich versuche, mich zu beruhigen.. Sind diese Situationen, die mich beunruhigen, völlig normal für die Crew und Flugzeug?

    oder auch hugo
    Starke Turbulenzen, sind diese unbedenklich?

    Turbulenzen sind völlig normal und kommen bei fast jedem Flug mehr oder weniger stark vor. Das Flugzeug ist für extreme Belastungen ausgelegt und somit müssen Sie keine Angst haben, dass diese dem Flugzeug irgendetwas anhaben können. Auch für die Crew ist eine solche Turbulenz Routine, sie wird außerdem im Training im Umgang mit Turbulenzen geschult. Ein gutes kurzes Video, das ein paar Hintergründe zeigt, finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=sPJvlUEPKnM

    Trotzdem sollten Sie sich immer anschnallen, denn auch, wenn die Turbulenz dem Flugzeug nichts anhaben kann, so kann zumindest starke Turbulenz Sie doch aus dem Sitz gegen die Decke schleudern. Und der Mensch ist meist nicht so stabil wie das Flugzeug.
    von Markus Wahl, Pilot bearbeitet von cvd 4/14/2016 10:23:13 AM
  • Ein anonymer Leser
    Wird der Treibstoffbedarf vorher oder erst im Flugzeug vor dem Start berechnet?

    Natürlich schon vorher - wir müssen ja vor dem Start wissen, wieviel Kerosin wir tanken müssen, damit wir sicher und mit den nötigen Reserven am Zielort ankommen.
  • Auch Bipo will was zum Treibstoff wissen
    Wieviel verbraucht ein Flugzeug in der Stunde Kerosin?

    Das ist abhängig von der Flugzeuggröße und liegt zwischen 2 Tonnen und über 10 Tonnen Kerosin pro Stunde.
  • Bastian Freisinger interessiert sich für den Pilotenberuf
    Ich möchte nach meinem Abitur auch gerne Pilot werden. Welche Vorraussetzungen benötige ich und wie gestalten sich aktuell die Chancen auf einen Job als Pilot?

    Die Voraussetzungen finden Sie sehr detailliert auf der Seite der Airlines. Im Moment sieht es aber auf dem europäischen Pilotenmarkt gar nicht so gut aus. 

    Selbst bei Lufthansa warten ca. 900 Flugschüler auf eine Anstellung. Bevor Sie sich für einen solchen Weg entscheiden, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich intensiv mit diesem Problem zu beschäftigen und auch sicherheitshalber einen “Plan B” in der Tasche zu haben.
  • Ein anonymer Leser fragt
    Wo schlafen Piloten während eines langen Fluges ?

    Das hängt stark von der jeweiligen Airline ab. Grundsätzlich sind nur bei sehr langen Flügen mehr als zwei Piloten im Cockpit, damit sich jeweils einer ausruhen kann. Wo dieser dann ruht, ist abhängig von der Airline. 

    Es gibt Airlines, die haben in Ihren Flugzeugen einen kleinen Extraraum mit einem Bett, es gibt aber auch Airlines bei denen sich der Pilot auf einen Passagiersitz setzt und dort seine Pause verbringt. 
  • Manny 85 will wissen, wie viel ein Autopilot kann:
    Hallo,

    mich würde interessieren, ob es stimmt, dass moderne Verkehrsflugzeuge heutzutage, automatisch landen können? Und falls ja, nutzt man diese funktion als pilot gerne? Oder lässt man sich das handwerkliche nicht gerne nehmen? Danke und Gruß
    Die meisten Flugzeuge heute können automatisch landen - und machen das auch sehr gut. Trotzdem wird diese Funktion nur dann benutzt, wenn die Sicht so schlecht ist, dass selbst die Spatzen zu Fuß gehen. Der Computer ist nämlich nicht darauf angewiesen, dass er etwas sieht, während ich das als Mensch natürlich schon brauche. 

    Sollte die Sicht aber dann mal so schlecht sein, dann müssen sehr viele Vorkehrungen, auch am Boden, getroffen werden, damit diese automatische Landung funktioniert. Diese Vorkehrungen führen dazu, dass deutlich weniger Flugzeuge landen können, als bei gutem Wetter und es eventuell zu Stau und Verspätungen kommt. 

    Daher wird die automatische Landung wirklich nur dann benutzt, wenn es gar nicht anders geht. Außerdem landet natürlich jeder Pilot das Flugzeug lieber von Hand als das von einem Computer erledigen zu lassen…
  • Richi hat eine Etikette-Frage
    Hallo es geht um das Thema Klatschen nach der Landung. Wie empfindet der Pilot dies als störend oder ist das gern gehört? Danke

    Nach den Anschlägen von New York wurde eine geschlossene Cockpittür zur Vorschrift und auch in jedem Flieger eingebaut. Die ist so dick, dass wir im Cockpit gar nicht mehr hören können, ob geklatscht wird, oder nicht. Stören würde es aber mit Sicherheit nicht, allerdings ist es heute - außer vielleicht auf Ferienfliegern - nicht mehr üblich, dass geklatscht wird.
  • Was nervt über den Wolken? In unserem Flugzeug-Knigge verraten wir, mit welchen No-Gos Sie garantiert ins Fettnäpfchen treten und für dicke Luft im Flieger sorgen.

    Flugzeug-Knigge: Die schlimmsten Ausrutscher über den Wolken

    www.t-online.deDie schlimmsten Benimm-Fehler im Flugzeug

  • Viele Leser wollen wissen, was passiert, wenn einem Flugzeug der Spirt ausgeht. So fragt Bernd beispielsweise:
    Wie lange kann eine A380 "segeln", wenn alle Triebwerke ausfallen und reicht diese Geschwindigkeit für eine Landung?

    Grundsätzlich kann jedes Verkehrsflugzeug, sei es auch noch so groß, eine erstaunliche Distanz segeln. Es hat auch in der Vergangenheit immer mal wieder erfolgreiche Landungen gegeben, bei denen die Piloten das Flugzeug zu einem Airport “gesegelt” haben.

    Als Daumenregel könnte man sagen, dass auch ein großen Flugzeug noch 150 Kilometer weit segeln kann.

  • Norbert möchte wissen:
    Stimmt es, das kein Pilot alleine im Cockpit sein darf wenn der Zweite mal auf Toilette muss?

    Seit der Germanwings-Katastrophe im letzten Jahr ist das tatsächlich so. Allerdings muss man sich hier die Frage stellen, ob diese Maßnahme das Fliegen im Gesamten wirklich sicherer gemacht hat. 

    Aus meiner Sicht ist das nicht so. Zwar mag eine Wiederholung der Germanwings-Katastrophe weniger wahrscheinlich werden, dafür öffnet man dem Terrorismus mit dieser Maßnahme Tür und Tor. Jetzt ist die Cockpittür nämlich viel länger geöffnet als vorher, denn es muss ja jetzt immer einer rein und raus. Außerdem ist es jetzt für potentielle Terroristen viel absehbarer, dass die Türe zum Cockpit bald aufgeht. 

    Diese Maßnahme erhöht zwar die Sicherheit auf der einen Seite ein bisschen, während diese aber auf der anderen Seite deutlich verschlechtert wird. Deswegen sollte diese Regel wieder abgeschafft werden.
  • Einige Leser wollen wissen, woher der Sauerstoff in der Kabine kommt, etwa ariem
    Woher kommt der Sauerstoff in der Kabine in 13000m Höhe?

    Bei der Atemluft handelt es sich um komprimierte Außenluft, die bei fast allen Flugzeugen aus den Triebwerken entnommen wird. Daher müssen nur für den Notfall (Druckverlust) Sauerstoffreserven mitgeführt werden, für den Normalbetrieb nicht.

    Die Entnahme der Luft an den Triebwerken birgt natürlich das Risiko, dass die Atemluft mit Öldämpfen verunreinigt wird und alle an Bord diese Öldämpfe einatmen. Dass das wirklich gefährlich werden kann, zeigen mehrere Fälle von Beinahe-Unfällen. Aber anstatt hier das Problem anzugehen und zu lösen, verschweigen die Airlines das lieber und tun so, als gäbe es das gar nicht.

  • Einige Leser haben Fragen zu Kondensstreifen, etwa UNS UWE
    Vor allem im Winter ist zu beobachten: blauer Himmel, die Sonne scheint, der erste Flieger zieht seinen Streifen, der Zweite... Langsam gehen die Streifen auseinander, der Himmel ist bewoelkt - es waere ein sonniger Tag gewesen. Frage: Kann man nicht durch Änderung des Flugverhaltens den Sonnentag retten?

    Bei der Verbrennung von Kerosin in den Triebwerken entsteht neben den üblichen (unsichtbaren) Abgasen auch immer Wasserdampf, der bei Kontakt mit extrem kalter Luft (üblicherweise in einer Flughöhe von 9 km und mehr) direkt hinter dem Triebwerk kondensiert und den sogenannten Kondensstreifen bildet. 

    Dieses Phänomen ließe sich natürlich damit vermeiden, dass man in deutlich wärmeren Gebieten fliegt - das wiederum würde aber bedeuten, dass man deutlich (!) tiefer fliegen müsste. Hier wäre die benötigte Spritmenge, der Spritverbrauch und damit auch der Schadstoffausstoß allerdings deutlich höher. 

    Außerdem sind diese Kondensstreifen doch lokal sehr begrenzt und führen nicht dazu, dass sich gleich der ganze Himmel bedeckt - selbst wenn die Kondensstreifen auf Grund von niedriger Verwirbelung lange am Himmel bleiben.

  • Kuriose Irrtümer über den Wolken: Wir stellen die größten Flugmythen vor und verraten, was dahintersteckt.

    Die größten Flug-Mythen

    www.t-online.deWas passiert mit dem Toiletteninhalt? Wird das Kerosin vor der Landung in die Luft abgelassen? Fliegen - wir alle tun es und wissen doch so wenig darüber.

    von Zeljka Tomsic, Reiseredaktion bearbeitet von cvd 4/14/2016 10:52:15 AM
  • Frage von Klaus
    Was machen rauchende Piloten, dürfen Sie im Cockpit rauchen?

    An Bord von Verkehrsflugzeugen gilt Rauchverbot - nicht nur für die Passagiere, sondern natürlich auch für die Crew.
  • Haben Sie schon von Flugzeugkabinen für Notlandungen gehört? Ein ukrainischer Ingenieur erfand eine Rettungskapsel, die die Sicherheit von Flugpassagieren steigern und tödliche Unfälle verhindern könnte.

    Flugsicherheit: Geniale Erfindung könnte Flugpassagieren das Leben retten

    www.t-online.deBei einem Flugzeugabsturz sind die Überlebenschancen der Passagiere äußerst gering. Mithilfe einer Erfindung, die sich der ukrainische Ingenieur Wladimir Tatarenko hat patentieren lassen, könnten solche Tragödien verhindert werden.

  • Frank hat eine Frage zum Essen der Piloten:
    Hallo, stimmt es, dass Pilot und Kopilot nicht die gleichen Bordmenues zu sich nehmen dürfen?
    Das stimmt. Um im Falle einer Lebensmittelvergiftung sicherstellen zu können, dass nicht gleich beide Piloten betroffen sind, sind wir angehalten unterschiedliche Dinge zu essen.
  • Bernd will generell übers Fliegen wissen:
    Wie schafft es ein Flugzeug trotz des oft hohen Startgewichtes von der Landebahn abzuheben bzw in der Luft zu bleiben. Wie funktioniert das?

    Jedes Flugzeug ist für ein maximales Abfluggewicht gebaut - beim A380 sind das z.B. über 500 Tonnen. Bis zu diesem Gewicht ist nicht nur die größe der Tragflächen (die ja für den Auftrieb sorgen) sondern auch die Größe der Triebwerke (die für den entsprechenden Antrieb sorgen) dafür ausgelegt, dass das nötige Gewicht in die Luft kommt und dort auch bleibt.
  • Frage von Christiane
    Ich habe jedes Mal große Angst davor, dass sich beim Landeanflug nicht die Räder ausklappen lassen. Als Alternative bliebe dann ja nur eine Notlandung auf dem "Schaumteppich" und auch dieses wäre dann wohl höchst problematisch,oder??

    Wenn sich das Fahrwerk nicht gleich beim ersten Mal ausfahren lässt, gibt es natürlich noch weitere Verfahren und technische Lösungen, wie man dies nach unten bekommt. Eine Landung ohne Fahrwerk wäre dann wirklich die allerletzte Alternative, aber dazu kommt es nur sehr sehr selten. Aber selbst für diesen Fall gibt es Notfallverfahren und die Piloten sind auch darin ausgebildet, diese Situation zu meistern.
  • K. Meininger fragt:
    Hallo Herr Wahl,
    ich fliege nicht allzu oft, max. einmal pro Jahr in Urlaub und da auch nur Kurzstrecke. Leider hab ich schon ein paar "schlechte" Flüge erlebt (Startabbruch kurz vor dem Abheben wegen Scherenwind, Landeabbruch/Durchstarten wegen schlechtem Wetter, Turbulenzen u.s.w.). Für die wenigen Flüge kommt mir das ziemlich häufig vor. Als Pilot müssten Sie das ja zig mal pro Jahr erleben? Oder täusch ich mich und bei mir war es einfach nur Pech?
    Ich glaube, da haben Sie wirlich ein wenig Pech gehabt. Ich fliege jetzt seit 13 Jahren und hatte z.B. noch keinen Startabbruch und meine Durchstartmanöver kann ich an einer Hand abzählen. Natürlich sind diese Manöver aber für einen Piloten absolute Routine und werden immer und immer wieder im Simulator geübt. 

    Und sowohl der Startabbruch als auch das Durchstarten sind eine sichere Entscheidung: Wenn beim Start etwas schief läuft, dann bleibe ich doch lieber am Boden und wenn bei der Landung etwas nicht stimmt, dann versuche ich doch lieber noch einen zweiten Anflug.
    von Markus Wahl, Pilot bearbeitet von Ulrich Weih, Redakteur 4/14/2016 11:04:53 AM
  • Bastian fragt noch einmal zur automatischen Landung
    Guten Tag :) 
    Wäre es bei einem Ausfall nicht leichter das Flugzeug vom Tower her automatisch landen zu lassen? Bzw. ist das überhaupt möglich? Wenn ein unerfahrener Passagier einen Landeversuch wagt, ist das Risiko eines Absturzes doch viel größer oder nicht?
    Auch wenn eine solche “Fernsteuerung” im ersten Moment vielleicht ganz toll klingt, so ist das bei genauerem Hinsehen gar keine gute Idee. Denn so eine Fernsteuerungsmöglichkeit eröffnet auch Hackern die Möglichkeit von Außen auf das Flugzeug zuzugreifen. Und eine Schlagzeile wie “Hacker bringt Flugzeug zum Absturz” möchte ich lieber nicht lesen. 

    Außerdem ist die technische Zuverlässigkeit von solchen Systemen noch alles andere als zufriedenstellend. Selbst im militärischen Bereich fallen immer mal wieder auch große Drohnen vom Himmel, weil die Verbindung zur Bodenstation abgerissen ist. Das wollen wir nicht bei einem Verkehrsflugzeug, oder?
  • M. Trinkhaus fragt
    Gibt es auf Reiseflughöhe ein Geschwindigkeitsfenster? Könnte z. B. ein A 340 auf Reiseflughöhe mit einer Geschwindigkeit von 300 km/h fliegen?
    Solch ein Geschwindigkeitsfenster gibt es wirklich. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei modernen Passagierflugzeugen ungefähr bei 85-90% der Schallgeschwindigkeit. Diese wiederum ist abhängig von der Flughöhe. In 10.000 Metern entspräche dies ungefähr 915-970 km/h. Die Minimalgeschwindigkeit ist von weiteren Faktoren abhängig, wie z.B. dem Flugzeuggewicht. Hier liegen typische Werte zwischen 65-75% der Schallgeschwindigkeit. In 10.000 m entspräche dies ungefähr 700-810km/h.
  • ducki71 fragt
    Wann wird es bei einen Kurvenflug gefährlich und zwar die Seitenlage bis wieviel Grad kann der Pilot sein Flugzeug neigen?

    Die durchschnittliche Schräglage eines Flugzeuges beim Kurvenflug beträgt 25°, 30° stellen meistens die Grenze des normalen Betriebes dar. Natürlich sind extremere Schräglagen sogar über 90° hinaus denkbar, aber diese werden im Normalbetrieb niemals erreicht. 

    In modernen Flugzeugen wird die maximale Schräglage sogar von Computern überwacht und bei Bedarf eine Warnung an die Crew ausgegeben. Es gibt sogar Flugzeuge, bei denen der Computer die maximal Schräglage automatisch begrenzt.
    von Markus Wahl, Pilot bearbeitet von cvd 4/14/2016 11:13:49 AM
  • Vielen Dank für ihr reges Interesse. Leider gehen viel mehr Fragen ein, als ich beantworten kann. Ich werde nun die letzten drei Antworten geben.
  • Stefan D. will zu Drohnen wissen:
    Welche technische Möglichkeiten gibt es denn, die vermehrt aufkommenden privaten Drohnen / Quadrokopter  zu erkennen  bzw. zu beseitigen? Wenn so ein Teil  auf das Flugzeug prallt - welche Gefahr besteht dann?

    Die steigende Anzahl an Drohnen stellt eine immer größer werdende Gefahr dar, nicht nur für die Verkehrsfliegerei, sondern besonders auch für die Rettungs- und Polizeihubschrauber. Manche dieser Drohnen wiegen mehr als fünf Kilogramm und können bei einem Zusammenprall verheerenden Schaden anrichten. 

    Hier müssen nicht nur technische Verbesserungen her (Einprogrammierung verbotener Zonen, maximale Flughöhe), sondern auch juristische (Registrierungspflicht für Drohnenbesitzer, “Drohnenführerschein” usw.).
  • Frage von Jörg Pfeifer:
    Meine Frage: Wenn ein Flugzeug z.B. durch einen unerwarten starken Jetsteam weniger Kerrosin verbraucht, landet das Flugzeug dann mit höherem Gewicht oder wird dann Treibstoff vor der Landung abgelassen?

    Sollte dies einmal der Fall sein, müssen die Piloten auf das maximal mögliche Landegewicht des Flugzeuges achten. Wenn dies nicht überschritten ist, dann kann man einfach so landen. In der Realität ist mir aus 13 Jahren Fliegerei kein Fall bekannt, in dem so viel Kersoin eingespart wurde, dann wirklich Sprit abgelassen werden musste. Das ist eigentlich nur im Notfall nötig.
  • Sebastian fragt nach meinen Vorlieben:
    Was macht mehr Spaß: Airbus (Joystick) oder Boeing (Yoke) fliegen?

    Das ist natürlich Ansichtssache und beides hat Vor- und Nachteile. Meine Meinung ist da aber ganz eindeutig: Mir gefällt die Boeing viel besser! :-)
  • Liebe Leser, vielen Dank für Ihre Beteiligung. Leider muss ich aus Zeitgründen den Chat nun beenden. Es hat mir viel Spaß gemacht. Ich hoffe, Ihnen auch. Alles Gute, Ihr Markus Wahl
    von Markus Wahl, Pilot bearbeitet von cvd 4/14/2016 11:24:52 AM
  • Thorsten Henschke fragt:
    Würde mich mal interessieren, ob zwischen "Billigfliegern" und den "renommierten" es Unterschiede in Bezug auf die Sicherheit gibt, bzw. Diese wirklich relevant sind? Mfg

    Grundsätzlich heißt “billig” nicht automatisch “unsicher”. Allerdings muss man natürlich auch solche Sachen wie Arbeitsbedingungen und Arbeitsumfeld in die Sicherheitsbetrachtung mit einbeziehen. 

    Es gibt leider auch (Billig-)Airlines, bei denen die Piloten nur dann bezahlt werden, wenn sie auch wirklich fliegen. Sie bekommen kein Geld mehr, wenn sie z.B. krank sind. Da ist es natürlich schon denkbar, dass ein Pilot zur Arbeit geht, auch wenn er dafür eigentlich zu krank ist. Hier ist dann aus meiner Sicht die Sicherheit gefährdet.

    Gefährlich wird es auch dann, wenn ein Pilot unter Druck gesetzt wird, immer möglichst wenig zu tanken, weil Kerosin ja Geld kostet. Wenn der Druck hoch genug ist, wird ein Pilot auch einmal die falsche Entscheidung treffen, nur um es dem Arbeitgeber recht zu machen. Er wird also auf Kosten der Sicherheit sparen. Das darf nicht sein!

    Die Krönung ist allerdings dann erreicht - und solche Fälle gibt es auch hier in Deutschland - wenn ein Pilot dafür zahlen muss, dass er seinem Job nachgehen und in einem Cockpit sitzen darf. Wird ein Pilot, der dafür bezahlt, dass er das Flugzeug fliegt, wirklich den Anweisungen seines “Arbeitgebers” widersprechen?

    Natürlich heißt das nicht, dass alle “Billigairlines” gleich zweifelhafte Methoden nutzen, aber man sollte sich trotzdem vor jedem Flug genau informieren, wie ein günstiger Preis zustande kommen kann.
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