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Expertenchat Pflege

  • Frage von Waltraud
    Mein Vater leidet an Demenz - geistig geht gar nichts mehr, körperlich geht es noch, deshalb  wird er von der Krankenkasse nicht mit Stufe I eingestuft. Er ist fast nicht mehr kontrollierbar. Ich kann nicht immer bei ihm sein. Ich bin am verzweifeln. Habe ihn schon mehrfach vom MDK begutachten lassen, ohne Erfolg. Sollte ich es erneut probieren?

    Ein erneuter Antrag ist auf jeden Fall sinnvoll. Auch vor dem Hintergrund, dass die neuen Pflegegrade noch einmal wesentlich besser die Gesamtsituation des Betroffenen abbilden. 

    War es bisher bei den Pflegestufen 1 bis 3 so, dass vor allem körperliche Beeinträchtigungen im Vordergrund standen, wird der Pflegebegriff jetzt wesentlich weiter gefasst und es werden nicht nur im Kern körperliche Beeinträchtigungen berücksichtigt, sondern auch kognitive und kommunikative Fähigkeiten, die Möglichkeiten der Selbstversorgung sowie die Gestaltung des Alltagslebens und das Wahrnehmen sozialer Kontakte. 

    von Benno Bolze bearbeitet von Daniel Reviol 10/6/2015 11:20:07 AM
  • Das war unser Chat zum Thema Pflege. Vielen Dank für die zahlreichen interessanten Fragen, die wir gar nicht alle beantworten konnten, und die fachkundigen Antworten von Benno Bolze vom Deutschen Hospiz- und Palliativverband. Dessen Motto ist "Am Ende zählt der Mensch". Übrigens ist am 10. Oktober Welthospiztag mit dem Thema: "Gestorben wird immer. Darüber gesprochen zu wenig." Das zumindest haben wir heute anders gehalten. Damit verabschieden wir uns für heute.  
    von Maria Held, t-online.de bearbeitet von Daniel Reviol 10/6/2015 11:15:36 AM
  • Aus Pflegestufen werden bald Pflegegrade. Was das bedeutet, zeigt die folgende Abbildung:

    (Quelle: t-online.de mit Daten von BMG und MDS)


  • Hier kommt die letzte Frage für heute von Harald P.: 
    Ich wohne allein mit meiner Mutter im eigenen Haus. Das Haus gehört ihr, ich wohne zur Miete. Sie ist pflegebedürftig Stufe 2, ich versorge sie und morgens kommt ein Pflegedienst. Normalerweise müsste der Pflegedienst auch mittags und abends kommen und zwischendurch. Das Geld hierfür reicht aber nicht aus. Pflegegeld wird komplett aufgebraucht, private MIttel sind nur wenige vorhanden. Gibt es Sozialhilfe auch bei Hauseigentum?

    Diese Frage wäre konkret mit dem Sozialamt zu klären, ist aber grundsätzlich nicht ausgeschlossen.
  • Rita Veiten möchte wissen: 

    Meine Mutter (83) ist 100 Prozent Schwerbehindert und in Pflegestufe  1 mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Für die morgendliche Pflege der Diakonie gehen im Schnitt 496 € drauf. Für die Privatpflege durch mich verbleiben ca. 100 € / Monat.

    Der Pflegedienst ist nur morgens ca. 15 Min. vor Ort. Ich bin täglich mittags 1,5 Std. und am frühen Abend 2 Stunden bei meiner Mutter. Gefahren werde ich von Tochter, Schwiegersohn oder Ehemann. Das Essen bereitet mein Mann zu. Einkäufe erledigt der Schwiegersohn mit mir. Ist das alles gerecht? Hier ist doch wohl etwas sehr im Argen.

    Die Frage ist hier, ob nicht aufgrund des Hilfebedarfs zum Beispiel eine höhere Pflegestufe gerechtfertigt ist. Hier wäre zu prüfen, ob gegebenenfalls ein Antrag auf Höherstufung gestellt werden sollte.

  • Ute H. hat folgende Frage: 
    Meine Schwester und ich haben 2011 je zur Hälfte ein Haus vererbt bekommen, was aber erst wirksam wird, wenn unsere Eltern tot sind. Jetzt habe ich gehört dass das Pflegeheim, in dem meine Mutter seit Juli ist, an unser Haus gehen werden, wenn das Geld, das mein Vater zahlt (2600Euro) nicht mehr reicht, und mein Vater vor meiner Mutter stirbt. Das Geld, das wir verdienen reicht nicht aus um die laufenden Kosten zu decken. Meine Angst ist, dass wir irgendwann unser Haus verlieren werden.

    Die gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass privates Vermögen zur Deckung der Pflegekosten herangezogen wird. 

    Inwieweit das Einfamilienhaus, das mittlerweile anderweitig genutzt wird, und nicht mehr als Wohnort der Pflegebedürftigen zur Verfügung steht, zur Deckung der Pflegekosten herangezogen wird, dazu beraten die Sozialämter.

  • Frage von Anni
    Was ist, wenn sich Geschwister bei der Pflege der Eltern nicht einig sind? Wer könnte vermitteln bei Uneinigkeiten in der Familie?

    Wichtig ist hier zunächst, dass die Wünsche der Betroffenen berücksichtigt werden und dass der Betroffene entscheidet, welche Form der Unterstützung in Form von Pflege oder andere Maßnahmen gewünscht wird oder welche Maßnahmen abgelehnt werden. 

    Daraus ergeben sich dann die weiteren Maßnahmen. Das Gespräch zwischen allen Beteiligten sollte hier eine Klärung herbeiführen.

  • User Sch möchte wissen: 

    Kann ich Pflegegrad 4 finanziell mit Pflegestufe 3 vergleichen oder bekommt man dann mehr?

    Mit dem Pflegegrad 4 sprechen Sie die Leistungen nach dem Pflegestärkungsgesetz II an, das noch nicht in Kraft getreten ist. Das Bundesgesundheitsministerium hat zu den vorgesehenen Regelungen veröffentlicht, dass niemand einen neuen Antrag auf Einstufung in die dann neuen Pflegegrade stellen muss. 

    Beim Bezug der neuen Leistungen gilt, dass alle, die bisher Leistungen der Pflegeversicherung erhalten haben, diese Leistungen im gleichen Umfang auch weiterhin erhalten, das ist der sogenannte Vertrauensschutz, oft aber auch mehr bekommen.

    von Benno Bolze bearbeitet von Daniel Reviol 10/6/2015 11:02:36 AM
  • S.T. fragt: 
    Lieber Herr Bolze, mich würde Ihre persönliche Meinung interessieren: Versprechen Sie sich eine Verbesserung durch die Pflegereform? Wie bewerten Sie prinzipiell die Pflegepolitik in Deutschland?

    Durch das Pflegestärkungsgesetz II werden zum Beispiel die bisherigen Pflegestufen 1 bis 3 abgelöst durch die Pflegegrade

    Dadurch wird ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff in Deutschland eingeführt, der sich nicht wie bisher vorwiegend durch körperliche Beeinträchtigungen definiert, sondern wesentlich mehr die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten und zum Beispiel psychische Problemlagen berücksichtigt

    Dadurch sind die neuen Pflegegrade deutlich besser geeignet, die persönliche Situation und den Hilfebedarf des Betroffenen abzubilden. Die Diskussion über diesen neuen Pflegebegriff hat in Deutschland im Vorfeld der vorgesehenen Gesetzesänderung leider eine lange Zeit gebraucht, aber nun werden mit dem neuen Gesetz diese Verbesserungen auch wirksam

    Dennoch sind wir damit noch nicht am Ziel. Wir brauchen in Deutschland eine intensive Diskussion über den Stellenwert des Pflegeberufs sowie die Bedeutung der Pflege durch nahe Angehörige. Die Pflegenden bekommen bei weitem in Deutschland nicht die Wertschätzung, die sie eigentlich erhalten sollten. Dies ist nicht nur Aufgabe der Politik, sondern auch der Gesellschaft in Deutschland insgesamt.

  • Lena 68 möchte wissen: 
    Meine Nachbarin ist 85, geistig topfit, aber wegen leichter körperlicher Einschränkungen hat sie gerade Pflegestufe I bestätigt bekommen. Nun liegt sie zum zweiten Mal nach einem Sturz mit 2 Rippenbrüchen im Krankenhaus. Ihre Tochter möchte sie in ein Pflegeheim bringen, damit sie sich nicht kümmern muss. Kann sie so etwas gegen den Willen ihrer Mutter durchsetzen? Meine Nachbarin hat große Angst davor.

    Hier gilt, dass niemand gegen seinen Willen in einer stationären Pflegeeinrichtung aufgenommen werden kann. Wie hier geschildert, ist die Nachbarin geistig topfit, so dass ihre freie Entscheidung notwendig ist für die Aufnahme in der stationären Pflegeeinrichtung. 

    Wichtig ist aber, dass auch die Versorgung zu Hause gewährleistet sein muss. In dieser Situation ist ein Gespräch zwischen Mutter und Tochter sicher sehr angeraten.
  • Rolf Brinkmann fragt: 
    Kann man schwer Demenzkranke als geschäftsunfähig erklären lassen um eine vernünftige Finanzbearbeitung im Sinne der Frau zu gewährleisten?

    Jemand, der an Demenz erkrankt ist, ist nicht automatisch geschäftsunfähig. Sofern es aber Gründe gibt, dass jemand sein Alltagsleben vor dem Hintergrund der Krankheit  nicht mehr gestalten kann, wäre hier die Möglichkeit einer Betreuung zu prüfen. 

    Seitens des Amtsgerichts würde dann nach Begutachtung festgelegt werden, für welche Bereiche des Lebens Unterstützung durch einen Betreuer benötigt wird. Dieser würde dann die entsprechenden Aufgabe wahrnehmen. Dabei muss der Betreuer natürlich die Wünsche und Bedürfnisse des Betroffenen beachten.

  • Liebe Leser,

    vielen Dank für die rege Beteiligung an unserem Pflege-Chat!

    Aufgrund der Fülle der Fragen ist es Herrn Bolze leider nicht möglich jede einzelne zu beantworten. Wir bemühen uns aber ein möglichst großes Themenspektrum abzudecken - und bitten um Ihr Verständnis.
  • Krümel hat folgende Frage: 
    Meine Schwester ist im Pflegeheim mit Plegestufe 1. Ich wasche die Wäsche und besorge ihr das Nötigste wie Shampoo usw.  Neuerdings hat das Pflegeheim keine Möglichkeit mit ihr zu Arztterminen zu gehen. Jetzt müssen die Verwandten ran. Leider sind wir alle berufstätig. Über die Krankenkasse gibt es keine Möglichkeit, weil auf dem Schwerbeschädigtenausweis der Buchstabe H fehlt. Was habe ich für Möglichkeiten?

    Das Pflegeheim ist natürlich beauftragt, die medizinische Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund wäre zunächst das Pflegeheim gefordert, hier eine Lösung herbei zu führen. 

    Sofern es hier keine Lösung gibt, wäre ein Gespräch mit der zuständigen Pflegekasse sinnvoll, bei der die Schwester versichert ist.

  • Frage von D.B. 
    Seit Mai diesen Jahres habe ich eine Pflegestufe für meinen Vater beantragt. Es gab drei Begutachtungstermine, aber jedes Mal war mein Vater im Krankenhaus. Mittlerweile befindet er sich in einem Pflegeheim. Gibt es eine Möglichkeit, die Begutachtung durch den MDK auch im Krankenhaus durchzuführen. Der MDK sagt nein.

    Der Hintergrund, warum eine Begutachtung zuhause erfolgen sollte, ist der, dass die konkrete Situation des Betroffenen in seinem gewohnten Umfeld mit berücksichtigt wird. Deshalb ist eine Begutachtung im Krankenhaus wenig sinnvoll, denn dort ist die Einschätzung des tatsächlichen Bedarfs an Hilfe und Unterstützung im häuslichen Bereich nicht umfassend einschätzbar. 

  • Monika Herz möchte wissen: 
    Wenn meine Mutter (88) ins Pflegeheim kommt, ihren Anteil von z.b. 1500.- Euro ans Pflegeheim zahlt, wer bekommt ihr Pflegegeld von 244 Euro? 

    Da die Betroffene in der stationären Pflegeeinrichtung voll versorgt wird, wird kein zusätzliches Pflegegeld an Angehörige oder Personen im privaten Umfeld gezahlt.
  • Dronski möchte wissen: 

    Mein Vater ist 89 und leidet an Demenz - Er braucht beim Essen Unterstützung, da er nicht mehr weiß was er essen soll. Er hat Pflegestufe 1 auf Grund seiner Demenz, ist aber körperlich noch recht rüstig.

    Kann ich für ihn eine Haushaltshilfe bekommen? Oder kann ich ihn zwingen zur Tagespflege zu gehen?

    Die Angebote für Betroffene sind sehr vielfältig, ob ein Angebot angenommen wird, muss der Betroffene immer selbst entscheiden. Dies bedeutet, dass niemand gezwungen werden kann, ein bestimmtes Angebot anzunehmen.

    von Benno Bolze bearbeitet von Daniel Reviol 10/6/2015 10:46:39 AM
  • Gaby fragt: 
    Mein Vater ist im Heim. Ich habe jetzt Zuschuss vom Sozialamt beantragt. Die sagen,  das kann bis zu einem halben Jahr dauern! Ich muss jetzt jeden Monat die Mehrkosten aus eigener Tasche bezahlen. Ich arbeite also nur noch für die Heimkosten. Gibt es denn keine Möglichkeit das zu beschleunigen? 

    Das Sozialamt ist natürlich aufgefordert, Anträge auf Kostenübernahme oder Gewährung von Leistungen zeitnah zu bearbeiten. Sofern keine umgehende Bearbeitung erfolgt, wäre hier ein Gespräch mit der Leitung des Sozialamtes sinnvoll. 

    Eine Verzögerung um ein halbes Jahr ist nicht hinnehmbar. Man kann sich auf den Anspruch auf zeitnahe Bearbeitung berufen. Lange Bearbeitungszeiten bei Behörden dürfen nicht zu Lasten der Betroffenen gehen.

  • Florian möchte wissen: 
    Meine Uroma kommt heute mit Pflegestufe 1 in das Altenpflegeheim. Wenn ich das Schaubild richtig verstehe, wird sie nach der Pflegereform 2017 statt 1064€ nur noch 770€ bei der Stationären Pflege bekommen. Wer muss nun die Differenz zahlen?

    Es ist so, dass jemand, der jetzt bereits Leistungen der Pflegeversicherung erhält, automatisch in das neue System übergeleitet wird. Dabei gilt, dass alle, die bereits diese Leistungen bekommen, diese weiterhin im gleichen Umfang, die allermeisten sogar deutlich mehr, erhalten.

  • Petra72 hat folgende Frage: 
    Wo können pflegende Angehörige psychische Unterstützung und auch Beratung erhalten? Oder gibt es sowas nicht?

    Sie können Unterstützung bekommen, zum Beispiel durch ambulante Hospizdienste. Sofern die Beratung und Unterstützung von diesen Diensten nicht übernommen werden kann, erfährt man dort, wo man weitere Unterstützung bekommt.

  • Ingrid R. fragt: 
    Mein Vater soll demnächst Pflegestufe 3 erhalten. Er lebt im Heim. Stufe 3 bedeutet etwa 500 Euro mehr im Monat für das Heim, das heißt 1600 von der Pflegekasse und 1030 Euro zahlen wir dazu. Es wird aber keine größere Leistung als bei Stufe 2 geben. Ist das in Ordnung und gerechtfertigt?

    Die Einstufung in die Pflegestufe 3 muss vor dem Hintergrund der tatsächlichen Versorgungssituation und der Notwendigkeit pflegerischer Maßnahmen getroffen werden. Daraus muss eigentlich deutlich sein, dass der Pflegeaufwand höher ist und somit die Leistungen der stationären Pflegeeinrichtung entsprechend des höheren Bedarfs erfolgen müssten. 

  • Frage von Daniel
    Mein Vater liegt im Sterben. Wie werde ich mit der Situation fertig? Wer kann mir und meinen Familienmitgliedern in der Trauerzeit helfen?

    Für die Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Einrichtungen. Dazu zählen insbesondere ambulante Hospizdienste, Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, stationäre Hospize und Palliativstationen. 

    Ziel der Palliativ- und Hospizversorgung ist es, das Sterben zuhause zu ermöglichen bzw., dass der Betroffene möglichst lange in seinem gewohnten Wohnumfeld bleiben kann. Welche Form der Versorgung in Frage kommt, dazu berät gern der ambulante Hospizdienst in der Nähe.

  • Jürgen N fragt: 
    Ich frage mich allen Ernstes, warum eine Pflegekraft aus doch wohl finanziellen Gründen als Zeitarbeiter herhalten soll? Sollte ein Beruf, der zum Teil eine 24 Stunden-Betreuung beinhaltet, nicht auch so bezahlt werden, dass er noch für inländische Arbeitskräfte attraktiv ist und dementsprechend bezahlt wird? Statt dessen werden jetzt schon Krankenschwestern und Pflegekräfte in China  auf einen Einsatz in Deutschland vorbereitet. Das kann es doch wohl nicht sein!

    Voraussetzung für die Pflege eines Patienten ist, dass die Pflegekräfte entsprechend qualifiziert sind und einen angemessenen Lohn erhalten. 

    In der Frage der Vergütung brauchen wir eine Diskussion in Deutschland, um zu einer angemessenen Vergütung zu kommen. Dies wird Aufgabe in den nächsten Jahren in Deutschland sein, damit der Pflegeberuf auch vor dem Hintergrund der Vergütung attraktiver wird.
  • Inge möchte wissen: 
    Ich fahre jedes 2.Wochenende zu meiner Mutter um für Sie einzukaufen oder saubermachen es sind jedesmal 180 Kilometer einfach. Hab ich Anspruch auf Erstattung von Kosten?

    Die Erstattung von Kosten wäre nur im Rahmen des Pflegegeldes, das für die häusliche Pflegegeld gezahlt wird, möglich. Die angesprochene Fahrtkostenerstattung gibt es so nicht. 

  • Angst vor dem Pflegefall: Zwei Drittel der Männer und fast drei Viertel der Frauen haben Angst, dass ein naher Angehöriger pflegebedürftig werden könnte. (dpa)

    von Maria Held, t-online.de bearbeitet von Daniel Reviol 10/6/2015 10:24:54 AM
  • Dani fragt: 
    Hallo, ich habe eine Frage zu den Pflegegraden. Mein Opa muss 3 x die Woche zur Dialyse, er ist 81, hat Herzinsuffizienz u. etwas an der Lunge. Laut Arzt dürfen wir ihn nicht nachts alleine lassen. Nun fällt meine Oma als Betreuungsperson,selbst schwerkrank, aus. Gibt es da Unterstützung die wir beantragen können, steht ihm ein Pflegegrad zu? Oder muss man das alles alleine stemmen?

    Über die neuen Pflegegrade entscheidet auch der MDK, also der medizinische Dienst der Krankenkassen. Auch hier ist der tatsächliche Hilfebedarf die Grundlage für die Einstufung in einen der neuen Pflegegrade.

    Der medizinische Dienst der Krankenkassen wird beauftragt, den Patienten in der Regel zuhause, in dem gewohnten Wohnumfeld, zu besuchen und bei dieser Untersuchung den entsprechenden Hilfebedarf festzustellen. Sinnvoll ist es, wenn bei diesem Besuch ein naher Angehöriger dabei ist.

  • UUR möchte wissen: 
    Ich bin 45 Jahre und benötige Pflege und Unterstützung. Ich möchte aber in kein Altenheim. Junge Pflege - Wo gibt es die? Für Menschen ohne kognitive Defizite, aber mobilitätseingeschränkt?

    Das Ziel der pflegerischen Versorgung wäre hier, zunächst die Pflege zuhause zu gewährleisten. 

    Dabei helfen die ambulanten Pflegedienste in der Nähe und beraten auch über mögliche weitere Versorgungsformen in der Region. Eine Adressliste ambulanter Pflegedienste ist bei der jeweiligen Krankenkasse erhältlich.

  • Frage von Anonymus User:
    Ich bin alleinstehend habe keine Kinder. Ich weiß nicht, wie ich mich zwecks Patientenverfügung verhalten soll.

    In einer Patientenverfügung legt man fest, welche Behandlungsmaßnahmen und Möglichkeiten der Unterstützung man für den Fall, dass man sich nicht mehr äußern kann, möchte bzw. auch welche Maßnahmen man ablehnt. 

    Es ist sinnvoll, sich bei der Erstellung einer Patientenverfügung beraten zu lassen. Die Hospizdienste in der Nähe helfen da sehr gerne weiter. Diese Patientenverfügung ist bindend.

  • Rüdiger fragt: 
    Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit mein Vater eine Pflege bei sich zu Hause erhalten kann? Laut Amt bekommen wir als Angehöriger weniger Hilfe, dabei müssen wir noch arbeiten. Wieso ist das so?

    Man kann wählen zwischen dem Pflegegeld für die häusliche Pflege und den Pflegeleistungen für die häusliche Pflege. Diese sind höher, da damit die Leistungen eines professionellen Pflegedienstes beglichen werden.

    von Benno Bolze bearbeitet von Daniel Reviol 10/6/2015 10:17:10 AM
  • Alle sind sich einig: Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stark steigen. Wie sehr, zeigt diese Schätzung der Gesetzlichen Krankenversicherung:

    (Quelle: GKV-Spitzenverband) 


  • Klaus H. hat folgende Frage: 
    Wir haben für meinen Vater (85 Jahre) eine Pflegestufe beantragt, nachdem er für 4 Wochen in Kurzzeitpflege war und für ihn vorübergehend die Pflegestufe 1 nach Eilbegutachtung, also Entscheidung nach Aktenlage, bewilligt wurde? Worauf müssen wir jetzt achten? Termin der Begutachtung durch den MDK steht noch aus und mein Vater ist seit gestern wieder in häuslicher Umgebung. 

    Die Begutachtung des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) erfolgt in der häuslichen Umgebung und bei dieser Begutachtung wird erfasst, in welchen Bereichen Hilfe notwendig ist. 

    Auf dieser Grundlage wird dann die Entscheidung bezüglich der Pflegestufe getroffen. Es kann sein, dass die Pflegestufe 1 bestätigt wird oder dass gegebenenfalls auch die Pflegestufe 2 bewilligt wird.

  • Anonymus User fragt: 
    Bis zu welchen Grad haften nahe Angehörige, falls die Mutter im Pflegeheim untergebracht werden muß und der Betrag von der Pflegeversicherung nicht ausreicht. 

    Es gibt hohe Freigrenzen für Angehörige. Es ist natürlich nicht so, dass das Vermögen der Angehörigen dadurch aufgebraucht wird.

  • Tinchen hat folgende Frage: 
    Welche Vorteile bringt es, eine Vorsorgevollmacht registrieren zu lassen? Wo mache ich das und was kostet es?  

    Es ist möglich, Vorsorgedokumente wie Patientenverfügungen oder Vorsorgevollmachten bei der Bundesnotarkammer zu hinterlegen. Das ist aber nicht unbedingt notwendig. Die Vorsorgedokumente können auch in den privaten Unterlagen aufbewahrt werden. 

    Wichtig ist, dass die Dokumente in dem Fall, in dem sie gelten bzw. gebraucht werden, allen Beteiligten zur Verfügung stehen. Es ist sinnvoll, z. B. bei der Krankenkassenkarte oder dem Personalausweis, die man bei sich trägt, einen Hinweis mit sich zu führen, dass entsprechende Verfügungen vorhanden sind und wo sie hinterlegt sind.

    Insbesondere bezüglich einer Vorsorgevollmacht ist es notwendig, dass Sie mit dem Bevollmächtigten vorher darüber reden und dass er bereit ist, diese Aufgabe zu übernehmen.
  • Margit fragt: 

    Wie sinnvoll sind ausländische Pflegekräfte bei der Pflege von Menschen, die in ihrer mentalen Funktion sehr eingeschränkt sind und zusätzliche Handicaps haben, wie Schwerhörigkeit?

    Pflegebedürftige Menschen sind in ihren Möglichkeiten eingeschränkt. Die Pflegepersonen, die mit der Pflege beauftragt werden, müssen in der Lage sein, auf die Bedürfnisse der Betroffenen umfassend einzugehen und entsprechend zu helfen.

    Jeder, der die Pflege eines anderen Menschen übernehmen möchte, muss sich dieser Verantwortung bewusst sein und muss für diese Aufgabe auch geeignet und qualifiziert sein.
    von Benno Bolze bearbeitet von Daniel Reviol 10/6/2015 10:04:20 AM
  • Jens fragt: 

    Ich möchte eine Patientenverfügung verfassen. Wie detailliert muss sie sein und muss ich sie jedes Jahr erneuern?

    Die Patientenverfügung sollte so detailliert wie möglich verfasst sein. Die Verfügung wird in "gesunden Tagen" eher allgemeiner formuliert sein als zu einer Zeit, in der eine schwere Erkrankung eingetreten ist und evtl. das Lebensende aufgrund der Erkrankung absehbar ist. 

    Aus der Verfügung sollten Ihre Wünsche, also  was Sie möchten und was Sie nicht möchten, ersichtlich sein. Allgemeine Äußerungen wie "möchte nicht an Schläuche angeschlossen sein" sind für das Behandlungsteam nur sehr begrenzt aussagekräftig. 

    Sinnvoll ist es, die Verfügung, die sich im Kern auf medizinisch-pflegerische bzw. Behandlungs- und Begleitungsmaßnahmen bezieht, durch eine Erklärung zur persönlichen Situation - zu Ihrem Leben und Ihren Vorstellungen - zu ergänzen, so dass das Behandlungsteam einen umfassen Eindruck ihrer Situation und Wünsche bekommt. 

    Sie müssen die Verfügung nicht jedes Jahr erneuern oder aktualisieren. Sinnvoll ist das z. B., wenn die persönlichen Umstände sich verändern oder eine Erkrankung auftritt. Weiterhin ist es sinnvoll, die Patientenverfügung durch eine Vorsorgevollmacht zu ergänzen.

  • Sonja fragt: 
    Wer hat eigentlich Anspruch auf Pflege im Hospiz? Auch alte Menschen, bei denen absehbar ist, dass sie irgendwann sterben? Und wo beantrage ich das? 

    Voraussetzung für die Aufnahme in ein stationäres Hospiz ist u. a., dass der Patient an einer Erkrankung leidet, die fortschreitend verläuft und bei der eine Heilung nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen und eine palliativ-medizinische und palliativ-pflegerische Versorgung notwendig ist.

    Ein weiterer Aufnahmegrund ist, dass die Lebenserwartung aufgrund der Erkrankung auf Tage, Wochen oder wenige Monate begrenzt ist und der Patient natürlich eine Aufnahme ins Hospiz wünscht. Voraussetzung ist also nicht in erster Linie das hohe Alter, sondern der Bedarf an palliativ-medizinischer und palliativ-pflegerischer  Versorgung aufgrund der fortschreitenden Erkrankung. 

    Wenn das gegeben ist, wendet man sich am besten an das stationäre Hospiz in der Nähe. Das Hospiz beantragt dann die Kostenübernahme bei der zuständigen Kranken- und Pflegekasse und berät auch vorab zu den Aufnahmevoraussetzungen und zum Angebot des Hospizes.


  • Die neuen Pflegegrade lösen  die Pflegestufen ab - doch was bedeutet das im konkreten Fall? Ihre Fragen zum Thema Pflege beantwortet Benno Bolze, Geschäftsführer des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV). Ihre Fragen können Sie schon jetzt an den Experten stellen.
    von Maria Held, t-online.de bearbeitet von Benno Bolze 10/6/2015 9:51:15 AM
  • Benno Bolze, Geschäftsführer des Deutschen Hospiz- und Paliativverbands, DHPV.

    von Maria Held, t-online.de bearbeitet von Benno Bolze 10/6/2015 9:51:12 AM
  • Das kann Hospizarbeit!

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