Der Kampf gegen den IS-Terror
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Der Kampf gegen den IS-Terror

Wir halten Sie über aktuelle Geschehnisse und Entwicklungen im internationalen Kampf gegen den Terror des Islamischen Staats auf dem Laufenden.

  • Amnesty International wirft Russland vor, im Syrienkrieg möglicherweise verbotene Munition eingesetzt zu haben. Es sind vor allem drei Waffenarten, deren Anwendung Amnesty kritisiert:

    STREUBOMBEN: Streumunition besteht aus Bomben, die mit Dutzenden oder Hunderten kleineren Sprengkörpern, der sogenannten Submunition, gefüllt sind. Nach dem Abwurf geben die Bombenhüllen die Submunition auf einer Fläche von mitunter mehreren Fußballfeldern frei. Häufig bleiben einige Sprengkörper als Blindgänger zurück.

    AEROSOLBOMBEN: Mit diesem Begriff bezeichnet man Bomben, die nach der ersten Zündung einen feinen Sprühnebel (Aerosol) in der Luft verteilen. Mit der zweiten Zündung wird das brennbare Aerosol entflammt. Nicht nur der daraus entstehende Feuerball kann töten, sondern auch der anschließende Unterdruck, weil er die Lunge verletzt. 

    UNGELENKTE BOMBEN: Der Einsatz von ungelenkten Bomben über dicht besiedelten Gebieten verletzt unter Umständen die Vorschrift, jederzeit zwischen Zivilisten und Kämpfern zu unterscheiden. Die Bomben dennoch zu benutzen, wäre nicht nur ein Verstoß gegen das UN-Waffenübereinkommen, sondern auch gegen die Genfer Konventionen.

    Russische Kampfflugzeuge bombardieren seit Ende September Ziele in Syrien. Foto: Russisches Verteidigungsministerium/Archiv 
  • Mit einer Verfassungsänderung will die französische Regierung nach den jüngsten Terroranschlägen den Ausnahmezustand in der Verfassung verankern. Zudem soll verurteilten Terroristen mit zwei Nationalitäten die französische Staatsangehörigkeit entzogen werden können. Regierungschef Manuel Valls spricht von einer «symbolischen Maßnahme». Die Regierung verspricht sich vom Verfassungsrang für den Ausnahmezustand eine bessere Grundlage für rasche Entscheidungen. Seit den Pariser Anschlägen vom 13. November mit 130 Toten herrscht ein Ausnahmezustand auf der bisherigen gesetzlichen Grundlage.
  • Syrische Oppositionelle haben dem Regime in Damaskus den Einsatz von Giftgas vorgeworfen. Die Luftwaffe habe südwestlich der Hauptstadt Fassbomben mit einem nicht identifizierten Stoff abgeworfen, erklärten Aktivisten. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, fünf Menschen seien bei dem Angriff auf Maadamijet al-Scham getötet worden, 23 weitere hätten Atemprobleme. Verlässliche Quellen hätten berichtet, dass sie unter roten Augen, vergrößerten Pupillen und Lungenblutungen litten.
  • Irakische Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben die IS-Hochburg Ramadi im Westen des Landes größtenteils unter Kontrolle gebracht. Mehr als 90 Prozent der Provinzhauptstadt seien befreit worden, sagt Polizeioffizier Hadi Rasidsch der Deutschen Presse-Agentur. Regierungskräfte hatten gestern eine Offensive auf das Zentrum Ramadis begonnen. 

    Eigenen Angaben zufolge konnten sie in mehrere Innenstadtviertel vordringen. Die Kämpfe seien auch heute weitergegangen, meldet die Nachrichtenseite Al-Baghdadia. Flugzeuge der US-geführten Koalition hätten in der Provinz Al-Anbar Angriffe auf Stellungen der IS-Terrormiliz geflogen. Ein irakischer Offizier berichtet, zehn Soldaten seien getötet worden, als eine Sprengladung explodierte. Demnach kamen bei den Kämpfen um Ramadi auch 30 Anhänger der sunnitischen Dschihadisten ums Leben.

    Nach einem Luftangriff der Anti-IS-Koalition steht eine Rauchwolke über Ramadi. Foto: EPA/Archiv 
  • Russland weist die Amnesty-Vorwürfe zum Tod von Zivilisten bei den umstrittenen russischen Luftangriffen in Syrien entschieden zurück. Der Bericht von Amnesty International bestehe aus «Fälschungen», kritisiert Igor Konaschenkow vom Verteidigungsministerium. Der Text bleibe durch Worte wie «vermutlich» und «möglicherweise» sehr vage und enthalte keine konkreten Beweise. Die Menschenrechtsorganisation könne keine verlässlichen Informationen über die Ziele der russischen Kampfjets in dem Bürgerkriegsland haben, meinte Konaschenkow.
  • Die griechische Polizei hätte nach Informationen des «Spiegels» mit einer einfachen Abfrage erkennen können, dass zwei der späteren Attentäter von Paris mit falschen Pässen nach Europa eingereist waren. Die beiden Männer waren am 3. Oktober als syrische Flüchtlinge auf der griechischen Insel Leros registriert worden; ihnen wurden auch Fingerabdrücke abgenommen. 

    Die deutsche Bundespolizei habe bereits vor einem Jahr die Nummern von 4000 syrischen Blanko-Reisepässen in das Schengener Informationssystem eingepflegt, die von der IS-Terrormiliz erbeutet worden waren, schreibt das Magazin. Darunter seien 3800 Pässe aus der syrischen IS-Hochburg Rakka und etwa 200 aus dem irakischen Mossul gewesen. Zwei dieser Reisepässe seien von den beiden Islamisten, die sich später bei Paris vor dem Fußballstadium Stade de France in die Luft sprengten, zur Reise durch Europa benutzt worden.
  • Die syrische Regierung hat sich zu Friedensverhandlungen mit den Regimegegnern bereit erklärt. Das erklärte Syriens Außenminister Walid al-Muallim. Seine Regierung wolle an einem innersyrischen Dialog «ohne jegliche ausländische Einmischung» teilnehmen, sagte Al-Muallim.

    Die internationale Gemeinschaft hatte sich auf neue Friedensverhandlungen festgelegt. Sie sollen im Januar beginnen. Ziel ist die Bildung einer Übergangsregierung. In 18 Monaten soll es Wahlen geben. Umstritten ist vor allem das Schicksal des syrischen Präsidenten Assad. Die Opposition macht ihn für das Töten in Syrien verantwortlich und fordert, dass er mit Beginn einer Übergangsphase abtritt. Das lehnen die Vertreter des Regimes und seine Verbündeten Russland und der Iran jedoch ab.

    Syriens Außenminister Walid al-Muallim ist zu Friedensverhandlungen mit den Regimegegnern bereit. Foto: Ramil Sitdikov/RIA Novosti/Archiv 
  • Die Terrormiliz IS hat im Osten Syriens ein Industriegebiet von Kräften des Regimes erobert, steht aber im Nachbarland Irak massiv unter Druck.  Dort rückten Anhänger der Regierung nach eigenen Angaben im Zentrum der IS-Hochburg Ramadi bis auf 500 Meter an den Regierungskomplex heran. Die Offensive gegen die Extremisten laufe wie geplant, sagte Dschasim al-Asal, Mitglied des Rates der westirakischen Provinz Al-Anbar.

    Irakisches Militär bei Ramadi: Anhänger der Regierung sind nach eigenen Angaben im Zentrum der IS-Hochburg bis auf 500 Meter an den Regierungskomplex herangerückt. Foto: str 
  • Im von Terror und Ausnahmezustand geprägten Frankreich haben französische Muslime in einem symbolischen Akt in Lens Gottesdienste von Christen am Heiligabend bewacht. «Wir leben zusammen, wir sind Brüder», begründete Hachim El Jazouli. «Und wir sitzen alle im selben Boot.» Wenn es Anschläge gebe, «dann töten sie uns alle zusammen». 

    Besucher eines Gottesdienstes in der nordfranzösischen Stadt zeigte sich im Sender iTélé beeindruckt von der Solidarität. Am Ende der Andacht gab es Applaus für die symbolischen Schützer.

    itele
  • Ein bisher einzigartiges Abkommen mit Syriens Regime ermöglicht Hunderten Anhängern der IS-Terrormiliz und anderen Extremisten den Abzug aus dem Süden von Damaskus. Die von den Vereinten Nationen vermittelte Einigung sieht vor, dass die Kämpfer und ihre Familien Viertel am Rand der Hauptstadt verlassen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldet. Es sei das erste Mal, dass sich das syrische Regime und die IS-Terrormiliz auf ein Abkommen geeinigt hätten. Die dem Regime nahestehende libanesische Nachrichtenseite Al-Mayadeen meldet, insgesamt würden mehr als 3500 Bewaffnete und Zivilisten abziehen. Darunter seien auch Kämpfer der Nusra-Front, des syrischen Ablegers des Terrornetzwerkes Al-Kaida.
  • Eine Splittergruppe der somalischen IS-Terrormiliz Al-Shabaab hat sich nach Angaben der kenianischen Polizei dem Islamischen Staat im Norden Kenia angeschlossen. Die Sicherheitskräfte gingen davon aus, dass in der Folge womöglich die Zahl von Angriffen auf Einkaufszentren, Kirchen, Flughäfen und andere Verkehrsknotenpunkten noch steige, weil sich beide Gruppen eine Art tödlichen Wettstreit um die öffentliche Aufmerksamkeit liefern könnten, so der kenianische Generalinspektor Joseph Boinnett.
  • Einer der wichtigsten Anführer radikal-islamischer Rebellen in Syrien ist laut Aktivisten getötet worden. Sahran Allusch, Chef der Miliz Dschaisch al-Islam, sei bei einem russischen Luftangriff in der Nähe von Damaskus ums Leben gekommen, melden die Nachrichtenseite Orient News und andere Oppositionsmedien. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte seinen Tod.


  • Irakische Regierungskräfte sind bei der Rückeroberung der Stadt Ramadi von der Terrormiliz IS nach Polizeiangaben in das Regierungsviertel des Ortes eingedrungen. Es gebe heftige Gefechte zwischen den irakischen Truppen und den IS-Dschihadisten in der Nähe der Regierungsgebäude, berichtete ein Polizeisprecher. Die Extremisten hätten Sprengfallen aufgestellt und Häuser mit Sprengstoff präpariert, um die Einheiten fern zu halten. 

    Der Sprecher berichtete von 20 toten IS-Anhängern, sagte aber nichts zu möglichen Opfern auf irakischer Seite. Truppen der irakischen Regierung hatten am Dienstag mit internationaler Luftunterstützung einen Großangriff auf das Zentrum Ramadis begonnen. Dort sollen sich nach Schätzung des US-Pentagons bis zu 350 IS-Kämpfer verschanzt haben. Die Provinzhauptstadt steht seit Mai unter Kontrolle der Terrormiliz.

    Auf dem Vormarsch: Irakisches Militär bei Ramadi. Foto: str

  • In seiner ersten Botschaft seit sieben Monaten hat der selbst ernannte «Kalif» des IS, Abu Bakr al-Bagdadi, Israel mit Anschlägen gedroht. «Wir haben Palästina keine Sekunde lang vergessen. Bald, mit Gottes Erlaubnis, werdet ihr die bebenden Schritte der Mudschaheddin (heiligen Krieger) hören.» Auch seine Drohungen an Europa und die USA erneuerte der IS-Chef, zudem warnte er Russland. Diese Staaten würden einen hohen Preis für ihre Angriffe auf den Islamischen Staat zahlen, sagte Al-Bagdadi in einer 24-minütigen Audiobotschaft, deren Echtheit sich zunächst nicht sicher bestätigen ließ.
  • Die Bundeswehr richtet sich im Zuge des Syrien-Konflikts auf einen weiteren Auslandseinsatz deutscher Soldaten ein. Zur Unterstützung der Türkei verlegt die Nato vorübergehend mehrere Awacs-Aufklärungsflugzeuge vom nordrhein-westfälischen Geilenkirchen auf den türkischen Einsatzflugplatz Konya. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums ist kein Bundestagsmandat für den Einsatz notwendig, da die in türkischem Luftraum fliegenden Militärmaschinen nur zur Erstellung des Luftlagebildes beitragen sollen. 

    Die multinationale Bordbesatzung der Awacs-Flugzeuge besteht aus jeweils 16 Soldaten. Foto: Oliver Berg, dpa/Archiv 
  • Die Polizei in Wien hat nach einer geheimdienstlichen Terrorwarnung ihre Einsatzbereitschaft erhöht. Es gebe aber keine konkreten Hinweise auf Gefährdungen. Laut einer Mitteilung der Landespolizeidirektion hatte ein «befreundeter Dienst» vor den Feiertagen Warnungen an europäischen Hauptstädte geschickt, wonach es «an Orten, wo Menschenansammlungen stattfinden, in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zu einem Attentat mit Sprengstoff bzw. zu einem Schussattentat kommen könnte». Derzeit sehe man keinen Grund für die Absage geplanter Veranstaltungen zum Jahreswechsel, sagte Polizeisprecher Christoph Pölzl der österreichischen Nachrichtenagentur APA.
  • Soldaten der irakischen Armee sind bei der Rückeroberung der Großstadt Ramadi nach Polizeiangaben in das von der Terrormiliz IS gehaltene Regierungsviertel eingedrungen. «Unsere Einheiten haben es geschafft, in das Regierungsviertel vorzurücken», sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Das Viertel im Stadtzentrum ist der letzte Rückzugsort der Dschihadisten in Ramadi. Heckenschützen und Sprengfallen des IS hatten den Vormarsch der Soldaten erschwert.

    Soldaten der irakischen Regierungsarmee beim Vormarsch auf Ramadi. Foto: epa/dpa 
  • Die von der irakischen Armee eroberte Großstadt Ramadi ist nach Angaben des Gouverneurs der betroffenen Provinz noch nicht vollständig von IS-Kämpfern befreit. 80 Prozent des Stadtgebietes - darunter das Zentrum mit dem Regierungsviertel - seien in der Hand der irakischen Armee. Die restlichen Teile der Stadt seien noch nicht vollständig unter der Kontrolle des Militärs, sagt Soheib Alrawi, Gouverneur der Provinz Al-Anbar.

    Zuvor hatte die irakische Armee erklärt, Ramadi sei von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befreit. Es hatte geheißen, das Regierungsviertel der Stadt sei der letzte Rückzugsort der Dschihadisten gewesen.

    Das irakische Militär hat 80 Prozent des Stadtgebietes von Ramadi unter seine Kontrolle gebracht. Foto: EPA/dpa/Archiv
  • Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi will den IS im kommenden Jahr aus dem Irak verdrängen. «Wenn 2015 das Jahr der Befreiung war, wird 2016 das Jahr des großen Sieges, des finalen Sieges, das Jahr, in dem die Anwesenheit des IS im Irak beendet wird», sagt Al-Abadi in einer Fernsehansprache nach der Eroberung des Zentrums der Provinzhauptstadt Ramadi von den Dschihadisten.
  • Die belgischen Behörden haben zwei Terrorverdächtige verhaftet. Es habe Pläne für Anschläge an mehreren Orten in der Hauptstadt Brüssel in der Silvesternacht gegeben, teilt die Staatsanwaltschaft am mit. Vier weitere Festgenommene seien mittlerweile wieder in Freiheit. 

    Es habe am Sonntag und Montag Hausdurchsuchungen und Festnahmen in Brüssel, der Region Flämisch-Brabant um die belgische Hauptstadt und in der Region Lüttich im Osten des Landes gegeben, so die Staatsanwaltschaft. Bei den Hausdurchsuchungen wurde Propagandamaterial der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Militärkleidung sowie Material zur Datenverarbeitung sichergestellt.

  • Aktualisierte Karte zum Operationsgebiet des IS im Irak und Syrien, Gebietsverluste und -gewinne im Jahr 2015. Grafik: Bökelmann, Brühl
  • Vier deutsche «Tornado»-Aufklärungsjets starten am 5. Januar zum Einsatz gegen den ISJe zwei Maschinen aus den Fliegerhorsten Jagel (Schleswig-Holstein) und Büchel (Rheinland-Pfalz) werden an dem Tag auf den Nato-Stützpunkt Incirlik in der Türkei verlegt, so ein Sprecher der Luftwaffe.

    Ab Mitte Januar sollen von dort aus insgesamt sechs deutsche «Tornados» zu Aufklärungsflügen nach Syrien abheben und so die internationale Anti-IS-Koalition unterstützen. Teil des deutschen Beitrags ist auch eine Fregatte, die einen französischen Flugzeugträger sichert.

    «Tornado»-Aufklärungsjet auf dem Fliegerhorst in Jagel. Foto Axel Heimken, dpa
     
  • Der IS hat in Syrien nach Angaben von Menschenrechtlern seit Ausrufung ihres «Kalifats» vor 18 Monaten mindestens 420 Mitglieder getötet. Dabei seien vor allem ausländische Kämpfer, die als angebliche Spione enttarnt worden seien, exekutiert worden, teilt die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Unter den Getöteten seien aber auch IS-Mitglieder gewesen, die aus dem Einflussgebiet der Dschihadisten fliehen wollten.

    Die Menschenrechtsbeobachter sitzen in England, beziehen ihre Informationen jedoch aus einem dichten Netz an Informanten vor Ort. Sie gelten als gut informiert und zuverlässig. Insgesamt habe der IS 3707 Menschen getötet, unter ihnen 2001 Zivilisten. Sie seien entweder erschossen, von hohen Gebäuden gestoßen, gesteinigt oder enthauptet worden, heißt es weiter. Demnach sind unter den getöteten Zivilisten auch 106 Frauen und 77 Kinder.
  • Zwei Drittel der Bundesbürger rechnen mit einem Anschlag des IS in Deutschland im nächsten Jahr. Nur 17 Prozent glauben nicht daran. Weitere 17 Prozent machten keine Angaben. Deutschland ist bisher von größeren islamistischen Terroranschlägen verschont geblieben. Am 13. November waren bei einem Anschlag des IS in Paris 130 Menschen getötet worden. Als Reaktion darauf beteiligt sich Deutschland nun an den Luftangriffen gegen den IS in Syrien und im Irak. 
  • Die Deutschen müssen nach Ansicht von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) lernen, dauerhaft mit einer latenten Terrorgefahr wie etwa durch die IS-Terrormiliz umzugehen. «Wir stehen im Fadenkreuz des sogenannten IS als Unterstützer der Front gegen ihn», sagte der Minister. «Die Franzosen und die Engländer haben in den vergangenen Jahrzehnten damit leben gelernt; für uns Deutsche rückt diese abstrakte Gefahr eines Terroranschlags erst seit einigen Jahren näher: Auch wir werden lernen müssen, damit zu leben.»
  • Die türkische Polizei hat zwei mutmaßliche Anhänger des IS festgenommen, die im Zentrum der Hauptstadt Ankara zur Silvesternacht Selbstmordanschläge geplant haben sollen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft, die beiden Männer hätten Attentate an zwei verschiedenen Orten, darunter in einem Einkaufszentrum verüben wollen. Sie seien bei einer Razzia in Ankara in Gewahrsam genommen worden. Bei der Durchsuchung seien Sprengstoffwesten gefunden worden.
  • Ein Drittel der Todesopfer der russischen Luftangriffe in Syrien sind Menschenrechtlern zufolge Zivilisten. Seit Beginn des Bombardements in dem Bürgerkriegsland Ende September seien mehr als 2300 Menschen gestorben, darunter knapp 800 Unbeteiligte, berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zu den zivilen Opfern zählen demnach auch 180 Kinder. Zudem starben den Angaben zufolge etwa 650 IS-Kämpfer, denen die Luftangriffe offiziell gelten, sowie mehr als 900 gemäßigte und radikale Rebellen. 
  • Das Silvesterfeuerwerk in Brüssel fällt wegen Terrordrohungen aus. «Es ist besser, wenn wir keine Risiken eingehen», sagt Bürgermeister Yvan Mayeur. Die Lage werde weiter geprüft. Premierminister Charles Michel hält die Entscheidung in der gegenwärtigen «unsicheren Situation» für gerechtfertigt. 

    Aufgrund der akuten Terrorgefahr wird es in Brüssel kein Silvesterfeuerwerk geben. Foto: Laurent Dubrule, EPA/dpa/Archiv 
  • Neuer Rückschlag für die Terrormiliz Islamischer Staat: Bei Luftangriffen in Syrien ist nach US-Angaben ein Anführer der Extremisten mit direkten Verbindungen zu den Terroranschlägen von Paris getötet worden. Pentagon-Sprecher Colonel Steve Warren sagt, Charaffe al-Muadan habe unmittelbar mit dem Planer der Anschläge in Frankreich, Abdelhamid Abaaoud, zusammengearbeitet. Zudem habe er neue Angriffe auf den Westen geplant. Überdies starben allein im Dezember neun weitere IS-Anführer bei Luftangriffen der US-geführten Anti-IS-Militärallianz, wie Warren mitteilt.
  • Nach den Pariser Terroranschlägen von Mitte November hat die belgische Justiz Haftbefehl gegen einen weiteren Verdächtigen verhängt. Dem 22-Jährigen werden Teilnahme an einer terroristischen Vereinigung und terroristische Morde vorgeworfen, teilt die Staatsanwaltschaft in Brüssel mit.
    Es sei die zehnte Person, die nach den Pariser Attacken mit 130 Toten in Belgien vorläufig in Haft genommen wurde. Der Mann mit belgischer Staatsangehörigkeit wurde bei einer Razzia im Brüsseler Stadtbezirk Molenbeek-St. Jean festgenommen.
  • Der IS hat sich in einer zunächst nicht verifizierbaren Stellungnahme zu den Bombenattentaten in der syrischen Kurdenhochburg Kamischli bekannt. «Soldaten des Kalifats» hätten Sprengstoffgürtel für den Anschlag benutzt, heißt es in einer Botschaft im Namen des Islamischen Staates, die von Unterstützern online geteilt wurde. Der Text sprach nicht explizit von Selbstmordattentätern. Bei mindestens zwei Explosionen nahe einem Café und vor einem Restaurant in einem von Christen bewohnten Stadtteil waren nach Angaben der Nachrichtenseite Rudaw mindestens 17 Menschen getötet und 30 verletzt worden.
  • In Brüssel bauen Arbeiter die Silvester-Festmeile ab. Belgiens Hauptstadt verzichtet wegen Terrorgefahr auf ihr traditionelles Silvesterfeuerwerk. Auch das Begleitprogramm auf der Festmeile in der Innenstadt fällt aus. 
  • Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat sollen in der kürzlich zu großen Teilen zurückeroberten irakischen Stadt Ramadi etwa 200 Familien als Geiseln halten. Die Dschihadisten hielten sie im Osten der Großstadt fest, um ein Ende der Luftangriffe der internationalen Koalition und der Suche der Armee nach versprengten IS-Mitgliedern zu erzwingen, sagte der Vorsitzende des Rates der betroffenen Provinz Al-Anbar. Bereits am Mittwoch hätten IS-Kämpfer 40 Zivilisten in der Stadt getötet. 
    Die irakische Armee hatte Ramadi, das im Mai von den Dschihadisten überrannt worden war, am Montag für befreit erklärt. Allerdings sind noch immer nicht alle Viertel der Stadt vollständig unter Kontrolle des Militärs.
  • US-Ermittler haben einen für Silvester im Bundesstaat New York geplanten Terroranschlag vereitelt. Ein 25-Jähriger habe die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) inspirierte Attacke auf ein Restaurant und eine Bar geplant, teilte das Justizministerium mit. Dem Mann drohen wegen Unterstützung des IS bis zu 20 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250 000 Dollar (230 000 Euro).
  • Wegen eines drohenden Anschlags der Terrormiliz IS hat die Polizei am Silvesterabend in München zwei Bahnhöfe evakuiert. Sie warnte die Menschen vor größeren Ansammlungen. «Die Hinweise, die wir vom Bundeskriminalamt erhalten haben, bezogen sich auf geplante Selbstmordanschläge am Münchner Hauptbahnhof und/oder am Bahnhof Pasing», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. «Es gab Hinweise auf konkret fünf bis sieben Attentäter.» Unklar sei noch, ob alle selbst die Tat verübt hätten oder Helfer gewesen wären. 

    Polizisten riegeln einen Zugang zum Hauptbahnhof in München ab. Foto: Sven Hoppe, dpa
  • In München bleibt die Polizei in Alarmbereitschaft. Auch am Neujahrsmorgen sei die Polizeidichte in der Stadt höher als üblich, teilte eine Sprecherin mit. Die Fahndung nach möglichen Attentätern laufe weiter. Eine Reihe besorgter Bürger habe sich in der Nacht mit verdächtigen Beobachtungen bei der Polizei gemeldet, bei der Überprüfung habe sich aber nichts ergeben.
  • Die Polizei München bedankt sich im Kurznachrichtendienst Twitter: 


  • Das Polizeipräsidium München hat für 11.30 Uhr eine Pressekonferenz angekündigt.
  • Hier noch einmal das Wichtigste aus der Silvesternacht kurz & kompakt in aller Kürze: 

    ▪︎ Wegen drohender Doppel-Anschläge durch Anhänger der IS-Terrormiliz wurde der Hauptbahnhof sowie der  Bahnhof Pasing evakuiert. Rund 550 Einsatzkräfte waren im Einsatz. «Es gab Hinweise auf konkret fünf bis sieben Attentäter», so Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

    ▪︎ Der Verbleib der Verdächtigen, bei denen es sich nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) um Iraker handeln soll, ist weiterhin  unklar. Laut BR sollen sich die verdächtigen Iraker in München aufgehalten und namentlich bekannt sein. Geplant war demnach wohl, dass sich die Männer zu zweit an die Anschlagsorte begeben, um sich kurz hintereinander in die Luft zu sprengen.

    ▪︎ Der Hinweis kam laut  Herrmann vom Bundeskriminalamt - nachdem dieses von einem befreundeten Nachrichtendienst die «dringende Warnung» vor einem Anschlag in München um Mitternacht erhalten habe. Der Hinweis habe eine konkrete Uhrzeit, einen konkreten Ort beinhaltet.
  • Werner Kraus, Sprecher der Polizei München, zu den aktuellen Ermittlungen:

    von dpa ∙ live Desk
  • Die infolge der Terrorwarnungen gesperrten Bahnhöfe sind wieder freigegeben. Am Hauptbahnhof im Stadtzentrum sowie am Bahnhof im Stadtteil Pasing könnten Züge wieder planmäßig fahren und halten, so eine Sprecherin. Die Beamten würden vereinzelt Menschen kontrollieren.


  • Wie konkret war die Bedrohung? Das wissen wir nicht genau. Bisher haben die Ermittlungen der Polizei nichts ergeben. Das muss aber nicht heißen, dass die Bedrohung nicht real war. Denkbar ist, dass die Anschlagspläne kurzfristig verworfen wurden, nachdem öffentlich wurde, dass die Behörden im Bilde sind. Aber es ist auch durchaus möglich, dass es überhaupt keine Bedrohung gab, der Hinweis also gegenstandslos war. Es kann sein, dass wir dies nie sicher erfahren werden.

    Michael Götschenberg, rbb, ARD-Terrorismusexperte, zum Terroralarm in München.
  • Viel Lob bekommt die Polizei München derzeit für ihre Social-Media-Arbeit. In mehreren Sprachen informierten die Sicherheitskräfte die Bevölkerung über die drohende Gefahr, rechtfertigten sich für eine mögliche Verunsicherung und erklärten einiges zu ihrer Arbeit. Binnen weniger Stunden hatten die Nutzer die Warnmeldung der Polizei bei Facebook mehr als 26 500 Mal geteilt. Den ersten Hinweis auf die drohende Terrorgefahr bei Twitter verbreiteten die Nutzer mehr als 4100 mal weiter. Dort informierten die Beamten die ganze Nacht über regelmäßig über den aktuellen Stand der Dinge. Hier einige Posts aus der Nacht: 



    Tweet vom morgen:


  • Die Gefahr ist nach Angaben der Polizei noch nicht komplett gebannt. «Entwarnung können wir noch keine geben. Diese erhöhte Terrorgefahr besteht momentan nach wie vor», so ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, es habe aber noch keine Festnahmen oder ähnliche Aktionen gegeben. Man setze aber alle Hebel in Bewegung, um Tatverdächtige, wenn man sie denn ermitteln könne, dingfest zu machen.
  • Bahnreisende und Passanten in München auf dem Weg in den Hauptbahnhof. Keine Zugausfälle, alle Eingänge offen. Auch die Geschäfte haben ihre Pforten geöffnet. 

    Foto: Sven Hoppe, dpa 
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