Der Kampf gegen den IS-Terror
Startseite
Sie sind hier: Home > Nachrichten > !#breadcrumb!# >

!#title!#

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Der Kampf gegen den IS-Terror

Wir halten Sie über aktuelle Geschehnisse und Entwicklungen im internationalen Kampf gegen den Terror des Islamischen Staats auf dem Laufenden.

  • Die spanische Polizei hat zwei mutmaßliche Mitglieder der IS-Terrormiliz festgenommen. Wie das Madrider Innenministerium mitteilt, machten die Sicherheitskräfte einen 32-Jährigen in Mataró bei Barcelona und eine 19-Jährige in Pájara auf der Kanaren-Insel Fuerteventura dingfest. Die aus Marokko stammenden Verdächtigen hätten in direktem Kontakt zu den IS-Anführern in Syrien gestanden und seien in der Lage gewesen, Anschläge zu verüben. Sie hätten über das Internet Propagandamaterial des IS verbreitet, Morddrohungen in Frankreich und Spanien verschickt und einer «hoch qualifizierten Zelle» zur Anwerbung von Dschihadisten angehört.
  • Deutschland und Pakistan prüfen eine engere Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus. «Wir werden gemeinsam ausloten, wie wir gegebenenfalls unsere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror auch intensivieren können», sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach einem Treffen mit ihrem pakistanischen Amtskollegen Khawaja Asif. Pakistan wünscht sich mehr deutsche Rüstungsgüter. Es gehe ihm «vor allem um Waffen, die defensiver Natur sind, und Waffen, die nützlich sind für den Kampf gegen den Terrorismus», sagte Asif.
  • Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) begrüßt den Aufruf katholischer Laien zu einer gemeinsamen Abgrenzung von den Taten der Terrormiliz IS. «Wir haben immer wieder die Kirchen ermutigt, gemeinsame Zeichen zu setzen», sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek. Thomas Sternberg, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, renne «offene Türen ein».

    Sternberg hatte zum Schulterschluss mit den muslimischen Gemeinden im Kampf gegen den Terror aufgerufen und eine sogenannte Fatwa gefordertIn einer Fatwa, einem islamischen Rechtsgutachten, erklären islamische Gelehrte, ob ein Verhalten glaubensgemäß ist. Der Begriff machte 1989 weltweit Schlagzeilen, als der Schriftsteller Salman Rushdie für sein Werk «Die satanischen Verse» von Ajatollah Khomeini mit dem Tode bedroht wurde. Sternberg sagte: Wenn es eine Fatwa gegen den Schriftsteller Rushdie gebe, «dann könnte es auch eine Fatwa gegen die Mörder des IS geben».

    Muslimisch-jüdische Zusammenarbeit in Berlin: Der aus Israel stammende Autor Rafael Seligmann (l.) und Aiman Mazyek gehen für Toleranz auf die Straße. Foto: Soeren Stache/Archiv
  • Russland hat erstmals mit einem in das Mittelmeer verlegten U-Boot in die Kämpfe in Syrien eingegriffen. Die Besatzung der «Rostow am Don» habe mehrere Marschflugkörper des Typs Kalibr gegen Ziele der Terrormiliz IS eingesetzt, berichtete die russische Agentur Tass. Das U-Boot habe die Marschflugkörper in getauchtem Zustand abgefeuert. Der Agentur Interfax zufolge hat Russland das U-Boot vor die syrische Küste verlegt.

    Brandneue russische Militärtechnik gegen den IS: Die «Rostow am Don» bei ihrem Stapellauf im Juni 2014. Foto: Anatoly Maltsev
  • Die zersplitterte syrische Opposition kommt am Mittwoch in der saudischen Hauptstadt Riad zu einer Einigungskonferenz zusammen. Bei dem von Saudi-Arabien organisierten Treffen wollen mehr als 100 Vertreter verschiedener Gruppen eine gemeinsame Position für Friedensgespräche mit dem syrischen Regime finden. Zudem sollen sie sich auf eine Verhandlungsdelegation einigen. 

    Syriens Opposition ist seit Jahren gespalten. Umstritten ist vor allem die künftige Rolle von Machthaber Baschar al-Assad. Die am Boden kämpfenden Rebellen und die Mehrheit der Exil-Opposition fordern, er solle sofort abtreten.
  • Das US-Abgeordnetenhaus hat mit überwältigender Mehrheit für strengere Auflagen zur visumfreien Einreise in die USA gestimmt. Mit dem geplanten Gesetzesvorhaben müssten künftig alle Reisenden, die in den vergangenen fünf Jahren Syrien, den Irak oder andere Länder, die als «Terror-Brennpunkte» gelten, besucht haben, mit einem Visum einreisen. Die Abgeordneten stimmten mit 407 zu 19 für das Vorhaben, der Senat muss noch zustimmen.

    Die US-Regierung hatte die Einreisebestimmungen für Besucher ohne Visum nach den Pariser Terroranschlägen verschärft. Mit strengeren Regeln für das «Visa Waiver»-Programm (VWP) zur visumfreien Einreise, an dem Deutschland und 37 weitere Länder teilnehmen, sollen Terroristen mit entsprechenden Pässen abgehalten werden. Über das Programm reisen jährlich rund 20 Millionen Menschen in die USA.
  • Deutschland wird Pakistan keine Waffen für den Kampf gegen den Terror liefern. Einem entsprechenden Wunsch der pakistanischen Regierung erteilte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen  bei einem Besuch in Islamabad eine deutliche  Absage. «Die Antwort ist ganz klar gewesen, dass auf der Ebene, die die Vorstellung von Pakistan ist, wir nicht zueinander finden werden», sagte sie. 


    Verteidigungsministerin von der Leyen wird in Islamabad von Pakistans Parlamentspräsidenten, Sardar Ayaz Sadik, empfangen. Von der Leyen schließt deutsche Waffenlieferungen nach Pakistan aus. Foto: Kay Nietfeld,dpa 


  • Russland wird nach den Worten von Außenminister Lawrow keine Atomwaffen gegen Terroristen einsetzen. «Mit ihnen kann man mit konventionellen Waffen fertig werden, und das entspricht genau unserer Doktrin», sagte Lawrow. «Es gibt keinerlei Notwendigkeit, gegen Terroristen irgendwelche Atomwaffen anzuwenden», zitierte die russische Agentur Interfax den Außenminister. 

    Lawrows Klarstellung folgte auf Äußerungen von Präsident Putin, der am Vortag Atomwaffen und den Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien in einem Atemzug genannt hatte. Der neue Marschflugkörper Kalibr, den ein russisches U-Boot am Dienstag aus dem Mittelmeer abgeschossen hatte, könne konventionell wie nuklear bestückt werden, sagte Putin. «Natürlich bringt das im Kampf gegen Terroristen nichts.» Er fügte hinzu: «Ich hoffe, das es niemals nötig sein wird.»
  • Knapp einen Monat nach den islamistischen Terroranschlägen von Paris haben Fahnder den dritten Selbstmordattentäter aus dem Konzertsaal «Bataclan» identifiziert. Wie die Nachrichtenagentur AFP meldete, handelt es sich um einen 23-jährigen Straßburger, der Ende 2013 nach Syrien gereist ist. Sein Name sei Foued Mohammed Aggad. Er stamme aus dem Stadtteil La Meinau, das zum Teil zu den sozialen Problemvierteln Straßburgs gehört. 
    DNA-Vergleiche mit seinen Familienangehörigen in der vergangenen Woche hatten seine Identität offenbart, wurden Ermittlerkreise zitiert. Seine Mutter soll nach Angaben des Senders BFM-TV durch eine SMS aus Syrien vom Tod ihres Sohnes informiert worden sein.

    Überlebende werden am 13. November aus der Umgebung der Pariser Konzerthalle Bataclan weggebracht, wo die Terroristen um sich geschossen hatten. Foto: Christophe Petit Tesson/Archiv
  • Im Konflikt mit Moskau hat die türkische Regierung Russland ethnische Säuberungen in Syrien und eine indirekte Unterstützung des IS orgeworfen. «Russland versucht, ethnische Säuberungen - Sie können das schreiben, ethnische Säuberungen - im Norden Latakias auszuführen», sagt Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bei einem Gespräch mit Korrespondenten westlicher Medien in Istanbul. «Sie wollen in diesem Teil Syriens keine sunnitisch-arabische oder turkmenische Bevölkerung haben.» 90 Prozent der russischen Angriffe in Syrien gälten der moderaten Opposition. «Ihr Kampf ist nicht gegen Daesch (IS).»

    Foto: Sedat Suna, EPA/dpa 
  • Der tschechische Präsident Milos Zeman hat den Nato-Verbündeten Türkei angegriffen. Das Land verhalte sich mitunter eher wie ein Verbündeter des IS, sagt der 71-Jährige der Agentur CTK zufolge bei einer Debatte mit Bürgern in der Stadt Kadan. «Ich erwarte, dass mir der türkische Botschafter für diese paar Sätze eine Protestnote schickt», fügt er hinzu. Der Moskau-freundliche Politiker hatte zuvor bereits den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei Ende November kritisiert. Zeman sprach sich zudem gegen die geplanten Milliarden-Zahlungen an Ankara zur Versorgung von Flüchtlingen und einen eventuellen EU-Beitritt der Türkei aus.
  • In Deutschland laufen derzeit rund 400 Strafverfahren gegen mutmaßliche Anhänger der IS-Terrormiliz«Der Generalbundesanwalt führt aktuell 135 Verfahren mit etwa 200 Beschuldigten im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Syrien», sagt Bundesjustizminister Heiko Maas der Deutschen Presse-Agentur. «Bundesweit gibt es ungefähr noch einmal doppelt so viele Strafverfahren», erklärt er. Gemeint sind damit (etwa 270) Verfahren der Staatsanwaltschaften in den Bundesländern.

    «Wir werden alles tun, was sinnvoll ist, um für Sicherheit in Deutschland zu sorgen. Dafür haben wir ein scharfes und ausdifferenziertes Terrorismusstrafrecht. Das werden wir sehr konsequent anwenden», versichert der SPD-Politiker. Wer mit Gewalt und Terror Angst und Schrecken verbreite, den treffe die ganze Härte des Rechtsstaats.

    «An einer aktionistischen Debatte über eine weitere Verschärfung von Sicherheitsgesetzen werde ich mich nicht beteiligen»: Bundesjustizminister Heiko Maas. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert, dpa/Archiv
  • Ein Rechtsgutachten für die Linke im Bundestag kommt zu dem Schluss, dass der Syrien-Einsatz der Bundeswehr rechtswidrig ist. «Die von der Bundesregierung in Anspruch genommene rechtliche Begründung für die Entsendung deutscher Streitkräfte nach Syrien ist unhaltbar», heißt es in dem 11-seitigen Papier des emeritierten Rechtsprofessors Norman Paech, das die Linksfraktion heute vorstellen will.
  • Ein 15-Jähriger und vier Männer sind in Australien wegen Terrorverdachts angeklagt worden. Sie hätten einen Anschlag auf ein Polizeigebäude in Sydney geplant, teilt die Polizei mit. Der Jugendliche und ein weiter Verdächtiger wurden festgenommen. Mit drei bereits in Untersuchungshaft sitzenden Männern müssen sie sich vor Gericht verantworten. Ihnen droht eine lebenslange Haftstrafe. Der Polizei zufolge war der Jugendliche bereits seit einem gescheiterten Anschlag im Vorjahr beobachtet worden. Damals verhinderte die australische Polizei ein Attentat, bei dem mutmaßliche Terroristen willkürlich einen Menschen in der Öffentlichkeit enthaupten wollten.
    • UPDATE
    Die ersten beiden «Tornado»-Jets der Bundeswehr haben vom schleswig-holsteinischen Jagel aus auf den Weg in den Syrien-Einsatz gemacht. Sie sollen den Kampf gegen die IS-Terrororganisation unterstützen. Erstes Ziel ihrer Reise ist die Basis Incirlik in der Türkei, von der aus sie operieren sollen. Die eigentlichen Aufklärungsflüge über Syrien sollen erst im Januar starten. Mit dem neuen Luftwaffen-Airbus A400M hatte sich kurz zuvor bereits ein Vorauskommando aus knapp 40 Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 ebenfalls auf den Weg nach Incirlik gemacht. 

    Foto: Carsten Rehder, dpa
  • Die Bundeswehr im Einsatz gegen den IS

    Grafik: Grafik: R. Mühlenbruch  
  • Mit Symbolen aus der Popkultur, Videoclips im Hollywood-Stil und teilweise extremer Gewalt ködern Islamisten über das Internet auch in Deutschland zunehmend Kinder und Jugendliche. Im Beobachtungszeitraum seit 2011 wurden 1050 Verstöße gegen den Jugendschutz verzeichnet, wie die Bundeszentrale für politische Bildung und der Recherchedienst Jugendschutz.net zu ihrer Studie «Islamismus im Internet» mitteilen. Zugenommen habe auch die erschreckende Professionalität der antidemokratischen und menschenverachtenden Internetangebote von Extremisten wie etwa der IS-Terrormiliz, erklärt Stefan Glaser von Jugendschutz.net.

    Website mit Propaganda des IS. Foto: Oliver Berg, dpa
  • Die Schweizer Polizei fahndet im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in Paris nach mehreren Verdächtigen. Die gesuchten Personen könnten sich in Genf oder der Region aufhalten könnten, teilt die dortige Polizeibehörde mit. Man arbeite mit nationalen und internationalen Behörden zusammen, um die Gesuchten festnehmen zu können. Für die Fahndung seien zusätzliche Einsatzkräfte mobilisiert worden, berichtet die Schweizer Nachrichtenagentur sda. Unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen macht die Polizei keine näheren Angaben zu den Verdächtigen oder ihre mutmaßliche Rolle bei den Anschlägen in Paris am 13. November.

    Grafik: F. Boekelmann
  • Außenminister Frank-Walter Steinmeier verteidigt den Bundeswehr-Einsatz gegen die IS-Terrormiliz und ruft seine Partei zu einem mutigen Kurs in der Außenpolitik auf. Deutschland könne nicht nur das außenpolitische Vorgehen der anderen kommentieren, sagt Steinmeier beim SPD-Bundesparteitag in Berlin. Deutschland trage Verantwortung. «Deshalb können wir nicht ausweichen.» Keiner der aktuellen Konflikte könne militärisch gelöst werden, räumt er ein. Das gelte auch für den Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien und im Irak.

    «Es wird nur eine politische Lösung für den Syrien-Krieg geben. Aber ich kann doch nicht die Augen davor verschließen, dass ISIS eine politische Lösung nicht will»: Frank-Walter Steinmeier. Foto: Bernd Von Jutrczenka, dpa  
  • Neun Islamisten sind von einem Gericht in Den Haag wegen der Rekrutierung junger Leute für den «heiligen Krieg» in Syrien verurteilt worden. Der 33 Jahre alte Anführer der Gruppe erhielt sechs Jahre Haft. Das Gericht befand ihn schuldig, in den Niederlanden für den Dschihad geworben und potenzielle «Gotteskrieger» rekrutiert und auf den Weg nach Syrien geschickt zu haben. Zwei andere Islamisten wurden in Abwesenheit zur gleichen Strafe verurteilt, weil sie vermutlich noch in Syrien kämpfen. Der Chefpropagandist der Islamisten wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, davon ein Jahr auf Bewährung. Andere Angeklagte bekamen nur kurze Freiheitsstrafen. Das Gericht betont, keiner der Angeklagten habe einen Anschlag in den Niederlanden geplant.
  • Doch keine Spur aus Württemberg zum Paris-Terror: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind bei den Terroranschlägen am 13. November keine Sturmgewehre eines Waffenhändlers aus dem Schwäbischen eingesetzt worden. Es könne ausgeschlossen werden, dass die in Paris verwendeten Waffen von dem 24-Jährigen aus Magstadt bei Böblingen stammten, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Mann war wegen E-Mails in Verdacht geraten, die den Verkauf von Sturmgewehren an eine Pariser Lieferanschrift nahelegten. Ermittlungen ergaben jedoch, dass die Waffen erst am 16. November versandt wurden und auch nicht nach Paris.
  • Die USA haben den Finanzchef der Terrormiliz IS für tot erklärt. Abu Saleh sei bei einem Luftangriff im Nordirak getötet worden, teilte das US-Militär mit. Zudem seien zwei weitere ranghohe Mitglieder der Extremistengruppe ums Leben gekommen. Heeresoberst Steve Warren bezeichnete Saleh, der auf der Terrorliste der USA als Muwaffak Mustafa Mohammed al-Karmusch geführt wurde, als Finanzminister und eines der erfahrensten Mitglieder des IS.

    Bei den anderen beiden Getöteten handelt es sich Warren zufolge einerseits um einen Vollstrecker von Todesurteilen und Geldeintreiber. Sein Tod schwäche die Fähigkeit des IS, Geld von der Bevölkerung zu erzwingen. Der dritte Getötete habe dem IS neue Rekruten herbeigeführt sowie die Beschaffung von Informationen und Waffen koordiniert
  • In Deutschland leben derzeit nach Einschätzung des Verfassungsschutzes 1100 gewaltbereite Islamisten. 430 Personen würden als so gefährlich angesehen, dass ihnen jederzeit eine schwere Straftat zuzutrauen sei, so der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen. Deutschland stehe schon seit Jahren im Fokus von IS und Al-Kaida. Durch den Einsatz von Bundeswehr-Aufklärungstornados in Syrien werde sich das noch verstärken. Die Gefährdungslage bleibe unverändert hoch.  

    Zugleich wies Maaßen auf Versuche von Salafisten hin, unter Flüchtlingen in Deutschland «neue Anhänger zu missionieren und zu rekrutieren». Dem Verfassungsschutz seien mehr als 150 solcher Vorgänge bekannt geworden. Sorge bereite auch die starke Zunahme der Zahl der Salafisten.

    Das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln. Foto: Oliver Berg, dpa 
  • Die Angst vor Terrorismus ist in den USA laut einer aktuellen Umfrage von CBS News und der Zeitung «New York Times» so groß wie seit den Anschlägen vom 11. September 2001 nicht mehr. Demnach gaben 44 Prozent der Befragten an, ein Terroranschlag in den kommenden Monaten sei sehr wahrscheinlich. Zuletzt hatte eine ähnliche Anzahl der Befragten im Oktober 2001 so auf diese Frage geantwortet. 70 Prozent der Befragten hielten die IS-Terrormiliz für eine große Bedrohung für das Land.

    Die brennenden Türme des World Trade Centers 11. September 2001 in New York. Foto: dpa
  • Unionsfraktionschef Volker Kauder hat angesichts der Terrorgefahren die Kooperation mit den US-Geheimdiensten verteidigt. «Ohne die enge Zusammenarbeit mit den Nachrichtendiensten in Europa und den USA wäre unser Land wesentlich unsicherer als jetzt», sagt der CDU-Politiker. «Wer diese Zusammenarbeit infrage stellt und meint, es gehe auch ohne diese Kooperation, gefährdet Menschen.» Wegen massiver Spähaktionen in Deutschland steht vor allem der US-Geheimdienst NSA in der Kritik.
  • Vor einer möglichen Ausweitung des Bundeswehreinsatzes gegen den IS will SPD-Chef Sigmar Gabriel die Parteimitglieder abstimmen lassen. Wenn sich Deutschland direkt an Kampfhandlungen in Syrien und der Region beteiligen solle oder gar Bodentruppen schicken solle, werde er die Mitglieder über die Haltung der SPD entscheiden lassen, kündigt Gabriel beim SPD-Bundesparteitag in Berlin an. Das verspreche er. 

    SPD-Chef Gabriel spricht während des Bundesparteitags seiner Partei in Berlin. Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa 
  • Nach der Absage des Fußball-Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden in Hannover wegen Terroralarms hat die Polizei die Wohnung eines jungen Mannes in der niedersächsischen Landeshauptstadt durchsucht. Der Verdacht, dass er an den Planungen für einen Terroranschlag beteiligt war, hat sich aber bislang nicht erhärten lassen. Er wurde nicht festgenommen.

    Nach Recherchen des «Spiegel» soll es sich um einen 19-jährigen Schüler handeln, der als Ordner im Stadion war und wegen eines Videos aufgefallen war, das er bei Instagram gepostet hatte. Die Bundesanwaltschaft bestätigte diese Angaben nicht.

    Das verdächtige, etwa zehn Sekunden lange Video soll am Abend des abgesagten Spiels im Stadion aufgenommen worden sein. Es soll einen jungen Mann in der Ordnerweste des DFB zeigen, der im bereits geräumten Stadion mehrere Sätze spricht, unter anderem Wortfetzen wie «pray for Rakka» (Bete für Rakka) und «al-Daula al-Islamija», die arabische Selbstbezeichnung der Terrormiliz Islamischer Staat.

    Der Abend der Spielabsage: Polizisten im leeren Stadion von Hannover. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv
  • Syriens Präsident Baschar al-Assad ist bereit, Gespräche mit der Opposition aufzunehmen. Er werde aber auf keinen Fall mit Terrorgruppen verhandeln, sagte Assad der spanischen Nachrichtenagentur efe. Der 50-Jährige betonte auch, er werde sein Land unter keinen Umständen verlassen.

    Assad besteht darauf, der Bekämpfung der Terroristen oberste Priorität einzuräumen. Nach einer Kapitulation der bewaffneten Rebellengruppen wolle er mit seinen Gegnern Gespräche aufnehmen. Assad hatte dem Westen mehrfach vorgeworfen, die Terroristen in Syrien zu unterstützen. 

    Syriens Machthaber Assad knüpft Verhandlungen mit der Opposition an Bedingungen: Nach einer Kapitulation der bewaffneten Rebellengruppen wolle er mit seinen Gegnern Gespräche aufnehmen - und zwar «mit einer wirklichen, nationalen und patriotischen Opposition (...) und nicht zu irgendeinem anderen Staat oder Regime in der Welt.» Foto: EFE/Syrian Presidency/dpa
  • Bei drei Selbstmordanschlägen im Nordosten Syriens sind mindestens 26 Menschen getötet worden. Unter ihnen sind mindestens vier Zivilisten und ein Arzt, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilt. Mehr als 120 Menschen seien zudem bei den Attentaten in Tell Tamr nahe der Stadt Hasakaverletzt worden. Dutzende würden zudem noch vermisst.

    Kurdische Kräfte beschuldigten die Terrormiliz Islamischer Staat. Die Extremisten äußerten sich dazu zunächst nicht. Der Nordosten Syriens wird größtenteils von den Kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) kontrolliert. Der IS verübt immer wieder Anschläge auf kurdische Sicherheitskräfte in dem Gebiet.
  • Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für eine stärke internationale Zusammenarbeit ausgesprochen. «Nichts sollte uns davon abhalten, den Terrorismus zu besiegen», sagte Lawrow. «Wir wollen nicht mit der US-geführten Koalition konkurrieren, wir haben eine Kooperation vorgeschlagen.» Sekundäre Dinge müssten im Kampf gegen den Terrorismus beiseite gestellt und dem Ziel untergeordnet werden.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow spricht bei einer internationalen Mittelmeerkonferenz in Rom. Foto: Soeren Stache, dpa
  • Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Verlegung deutscher «Tornado»-Aufklärungsjets in die Türkei begrüßt. «Was die Deutschen tun, ist richtig», sagt der Norweger in einem Interview des WDR/NDR-Hörfunk-Studios Brüssel. Gleichzeitig betont er, dass es auch aus seiner Sicht nicht ausreiche, die Terrormiliz Islamischer Staat allein militärisch zu bekämpfen. Man benötige dafür auch diplomatische, politische und wirtschaftliche Mittel.

    Zur Diskussion über den Sinn und Zweck der Entsendung der Bundeswehr-Jets sagte Stoltenberg: «Da verlasse ich mich auf unsere Kommandeure. Und die sagen uns, dass die Flugzeuge auch nützlich sind, wenn sie keine Bomben abwerfen - sondern Informationen liefern.»
  • Nach Ansicht von Bundeskanzlerin Merkel hat die bisherige deutsche Unterstützung für den Kampf gegen die Terrormiliz IS bereits Erfolge gebracht. «Wir konnten mit unserer Unterstützung, mit unserer Ausbildung von Soldaten der Peschmerga im Irak schon dazu beitragen, dass doch Teile der Städte wieder zurückerobert werden konnten, dass Menschen wieder in ihre Heimat gehen konnten», sagte Merkel in ihrem regelmäßigen Video-Podcast. Zur notwendigen militärischen Komponente müssten politische Verhandlungen, Entwicklungshilfe und Wiederaufbauhilfe kommen, so die Kanzlerin.
  • Die spanische Polizei hat einen mutmaßlichen IS-Angehörigen gefasst, der gezielt Minderjährige für den Krieg in Syrien angeworben haben soll. Der 34-Jährige sei in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta festgenommen worden, teilte das Außenministerium in Madrid mit. Die paramilitärische Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde) war auf den Mann gestoßen, nachdem mehrere Mädchen und Jungen aus Ceuta nach Syrien gereist waren. Der Rekrutierer hatte unter anderem im Internet gezielt labile junge Menschen gesucht. 
  • Der UN-Libyengesandte Martin Kobler warnt vor einer weiteren Ausbreitung des sogenannten Islamischen Staats und anderer Extremisten in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland. Extremistische und terroristische Gruppen dehnten ihren Einflussbereich aus. «Ich kann die Bedrohung, die Daesch darstellt nicht überbetonen», sagte der deutsche Diplomat während einer Videokonferenz mit dem UN-Sicherheitsrat. Internationale Unterstützung für Libyen sei ein Muss, damit das Land diese «drohende Gefahr» eliminieren könne, so Kobler.

    Martin Kobler: «Ich kann die Bedrohung, die Daesch darstellt nicht überbetonen.» Foto:  EPA/STR/dpa 
  • Frankreichs Premierminister Manuel Valls hat Deutschlands Beitrag zum Kampf gegen die Terrormiliz IS als herausragendes Signal der Solidarität gelobt. «Das ist eine neue, einzigartige, unglaubliche Geste», sagte der französische Sozialist beim SPD-Bundesparteitag in Berlin. Valls betonte, Europa müsse starke gemeinsame Antworten auf die Flüchtlingskrise und die Bedrohung durch den Terrorismus finden, sonst werde es hinweggefegt.
  • Die Polizei in der Schweiz hat nach dem Terroralarm in Genf zwei Verdächtige festgenommen. Im Auto der beiden Syrer seien Spuren von Sprengstoffen festgestellt worden, teilten die Behörden mit. Die Ermittlungen gegen die beiden Männer liefen wegen des Verdachts der Unterstützung terroristischer Organisationen wie Al-Kaida oder des Islamischen Staats (IS). Eine Verbindung zwischen den Festgenommenen und dem jüngsten Anschlag in Paris sei zur Zeit nicht erkennbar.
  • Die Führung in Teheran hat Berichte zurückgewiesen, wonach der Iran Truppen in Syrien stationiert habe. Es gebe dort nur Militärberater, so Außenamtssprecher Dschaber Ansari. Sollte es eine Anfrage aus Syrien geben, werde der Iran diese überprüfen und dann eine Entscheidung treffen.
    • UPDATE
    Die angebliche Messerattacke mit islamistischer Drohung gegen einen Lehrer in einem Pariser Vorort war frei erfunden. Der Lehrer einer Vorschule in Aubervilliers räumte am Nachmittag ein, sich den Vorfall ausgedacht zu haben, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet. 

    Der 45-Jährige hatte zuvor gesagt, er sei von einem Maskierten mit einem Cutter-Messer angegriffen worden, der sich auf den IS berufen habe. Deshalb hatte die für Terrorismus zuständige Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen an sich gezogen. Warum der Mann gelogen hat, war zunächst unklar. Der Pädagoge war mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden.
    von Susanna Bloss, dpa bearbeitet von Daniel Mollitor, dpa 12/14/2015 11:18:13 AM
  • Die USA wollen ihre Partner im Nahen Osten zu mehr militärischer Unterstützung im Kampf gegen den IS bewegen. Dafür werde Verteidigungsminister Ashton Carter umgehend in die Region reisen, kündigt Präsident Barack Obama im Pentagon an. Trotz wichtiger Teilerfolge in Syrien und im Irak seien noch mehr Fortschritte nötig. Welche Länder mehr zum Kampf beitragen sollen, sagt Obama nicht. Das Pentagon hatte am Samstag eine Reise Carters in die Türkei angekündigt.

    «IS-Anführer können sich nicht verstecken und unsere Botschaft ist simpel: Du bist als nächster dran», sagt Obama in seiner Erklärung. Seit Beginn des Kriegs hätten die USA und Verbündete fast 9000 Angriffe geflogen, im Irak habe die Terrormiliz rund 40 Prozent der einst von ihr kontrollierten bevölkerten Gebiete verloren. Seit dem Sommer sei dem IS zudem keine größere Bodenoperation mehr gelungen.

    US-Präsident Obama spricht im Pentagon. Foto: Olivier Douliery, EPA/dpa
  • Saudi-Arabien hat eine internationale islamische Antiterror-Koalition ins Leben gerufen. Insgesamt beteiligen sich 34 Länder an dem Bündnis, das künftig in Riad seinen Sitz haben wird. Ziel sei die Bekämpfung des Terrorismus in jeder Form. Die Mitglieder des Bündnisses sollten «vom Übel aller terroristischen Gruppen und Organisationen ohne Rücksicht auf deren Religion und Ziele» beschützt werden.

    «Wir werden gegen jede terroristische Organisation kämpfen, nicht nur gegen den Islamischen Staat», sagt der stellvertretende saudi-arabische Kronprinz und Verteidigungsminister Mohammed Bin Salman. Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa
  • Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ruft die neu ins Leben gerufene islamische Antiterror-Koalition dazu auf, sich dem Wiener-Prozess anzuschließen. «Sie müssen sich einbringen in den Wiener-Prozess, wo alle Länder, die gegen den IS kämpfen, drin sind (...). Dann ist das eine Hilfe für uns», erklärte die CDU-Politikerin im ARD-«Morgenmagazin». Sie begrüße es, wenn sich die Gegner des IS organisierten, erklärte von der Leyen. «Denn wenn man ehrlich ist: Der IS hat zum Teil auch seine Stärke daraus gezogen, dass diejenigen, die gegen ihn sind, sich nicht einig waren, wie man ihn bekämpft.»

    Budesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Foto: Kay Nietfeld,dpa/Archiv
  • Die Bundesanwaltschaft hat den radikalen Islamisten Sven Lau festnehmen lassen. Polizisten hätten im Großraum Düsseldorf zugegriffen, sagt eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Der 35-jährige Prediger soll 2013 von Deutschland aus als verlängerter Arm der in Syrien aktiven Terrororganisation Jamwa tätig gewesen sein. Er sei dringend verdächtig, in vier Fällen eine ausländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben.

    Der islamistische Prediger Sven Lau alias «Abu Adam». Foto: Markus Scholz, dpa/Archiv
  • Mit ihrer gewaltverherrlichenden Propaganda und angeblicher Hilfe für notleidende Menschen in den Krisengebieten bereiten salafistische Prediger wie Lau den Nährboden für die Radikalisierung junger Männer. Sie stiften Jugendliche an, sich in Syrien und Irak dschihadistischen Terrorgruppen anzuschließen.

    NRW-Innenminister Ralf Jäger zur Festnahme von Sven Lau.
  • Im Zuge der Ermittlungen zu den Anschlägen vom 13. November haben die französischen Behörden einen 29-Jährigen im Großraum Paris vorläufig festgenommen. Das bestätigt eine Sprecherin der Pariser Staatsanwaltschaft. Angaben zur möglichen Rolle des Mannes machte sie nicht. Der Radiosender France Info berichtet unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, dass der Mann möglicherweise mit Mittelsmännern der Terroristen Kontakt gehabt haben könnte. Er werde nun in Polizeigewahrsam befragt.
  • US-Außenminister John Kerry hat Russland zur Zusammenarbeit für eine Lösung des Syrien-Konflikts aufgerufen. Ungeachtet aller Meinungsverschiedenheiten sei Russland ein «bedeutender Partner», sagt Kerry in Moskau. Diese Kooperation solle auch die Syrien-Gespräche zum Ende der Woche in New York voranbringen.

    Kremlchef Putin (r) begrüßt US-Außenminister Kerry in Moskau. Foto: Sergei Karpukhin, EPA/dpa
Gesponsert von ScribbleLive Content Marketing Software Platform
Anzeige
News-Video des Tages
Brutale Methode 
Was dieser Arzt gleich macht ist einfach unglaublich

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video



Anzeige
shopping-portal