Der Chips-Mixer
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Der Chips-Mixer Live

Skurriles aus dem Familienalltag udn Beobachtungen am Rande.

  • Das allererste Mal: Urlaub ohne Kinder



    Wir haben es getan.
    Das allererste Mal. Ja! Es war wunderschön! Wir sind ohne Kinder in den Urlaub gefahren - und ohne Hund. Der Hund hat auf die Kinder aufgepasst. Eine Herausforderung für alle Beteiligten.  Mal lang ausgehen, mal ein Eltern-Wochenende in der Schweiz -  wir haben uns langsam gesteigert bis zu der zehntägigen Fernreise.  
    “Du vermisst den Hund sowieso mehr als uns” - meckerte meine Tochter. Ein bisschen Recht hat sie natürlich, denn meine Teenager begrüßen mich lange nicht so uneingeschränkt freudig wie er, wenn ich nach Hause komme, und sie machen nicht genau das, was ich sage, wenn ich mit dem Leckerli winke.  

    Irgendwann ist der richtige Moment 

    Ich verorte mich selbst irgendwo zwischen Glucke und Rabenmutter - mal das eine, mal das andere. Und unsere Kinder sind keine Babys mehr. Ich weiß, man kann endlos diskutieren, was das richtige Alter ist, um Kinder alleine zu lassen. Für uns war der Moment genau jetzt gekommen.
    Elf Stunden Flug, wir hätten also nicht versprechen können: “Ruft jederzeit an, wenn etwas ist, kommen wir auf jeden Fall sofort zu Euch!” Keine Oma vor Ort, aber beste Freunde, wunderbare Nachbarn, ein Packen Notfallnummern und ein gut gefüllter Kühlschrank. Crashkurse in “Was mache ich, wenn ….?” und in “Wie schalte ich die Waschmaschine ein?” sollten für die 10 Tage reichen. Es durfte nur kein Blinddarm durch- und keine Masernepidemie ausbrechen.
    Am meisten freute sich die Große auf den unwahrscheinlichen Fall, dass sie als Volljährige in die Sprechstunde der Lehrer des kleinen Bruders gehen dürfte. Der Fall ist nicht eingetreten und zum Glück auch kein sonstiger Notfall. 
    Ein Urlaub als Paar - kein Genörgel, wenn Mama noch eine Kirche besichtigen will, sich Papa nicht vom Museum trennen kann, kein Gemecker, wie weit es denn noch sei, keine Diskussionen über das Tagesprogramm, kein Gejammer über fehlendes WLAN, kein Dauerhunger und kein ständiges Toilettensuchen. Zwei erwachsene Menschen unterwegs - was für ein Luxus! Und das auch noch außerhalb der Schulferien! 

    Ich freue mich auf Gequassel und Genörgel

    Man hat uns den Genuss wohl angesehen. Oder wie sollte ich sonst die Bemerkung meiner Kinder interpretieren: “Ihr seht auf den Fotos viel glücklicher aus als sonst im Familienurlaub.” 
    Trotzdem: Ich freue mich auf den nächsten Familienurlaub in Italien, Kroatien oder Griechenland. Ich werde jeden Moment genießen - Gejammer, Genöle und Gequassel inklusive  Denn mit fast erwachsenen Kindern weiß man nie, wie lange man sie noch um sich hat. Und gemeinsame Erlebnisse bleiben ewig: “Weißt du noch….?” Und: Diesmal haben uns Kinder und Hund extrem freudig begrüßt.

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  • Manchmal gewährt die Fahrt in der Straßenbahn tiefe Seelen-Einblicke. "Boderline - wissen sie überhaupt, was Borderline ist?", ruft die Frau neben mir nach schräg vorne zu der anderen Dame mit Rollator, einige Sitze weiter vorne, gut hörbar für alle in dem vollbesetzten Waggon.  Sie hatte mich gewinnend aufgefordert, mich neben sie zu setzen - jetzt war ich mittendrin. "Ich habe Borderline, Persönlichkeitsstörungen, verminderte Intelligenz und Verhaltensauffälligkeiten." Ich musste einfach einen Seitenblick riskieren, als sie die Handbewegung über ihren linken Arm mit einem "Ratsch" untermalte und auf die vielen Narben zeigte. "Aber das mit dem Verhalten ist viel besser geworden." Die andere Frau zog nach mit Erläuterungen, wie oft sie auf dem OP-Tisch schon fast gestorben ist. So ging es noch einige Stationen weiter, bei der Diskussion, dass ihre grauen Haare die andere Frau doch ziemlich alt aussehen lassen, musste ich leider aussteigen - ziemlich verwirrt. 
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  • Irgendwie bleibt man wohl immer Kind, auch wenn man die 50 schon überschritten hat. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass man beim Besuch bei den Eltern mit dem Lieblingsgericht bekocht wird. Eigentlich ganz nett, auch wenn sich der Geschmack inzwischen meist geändert hat. Ein lieber Bekannter hat mir dazu diese Geschichte erzählt. 
    Er war bei seiner Mutter, die einige hundert Kilometer entfernt wohnt, zu Besuch und mit ihr im Supermarkt. "Wollen wir noch Chips kaufen?"- "Nein, Mama, ich brauch keine Chips." - "Aber die magst du doch so." - "Nein." - "Komm lass uns doch welche mitnehmen, sonst haben wir wieder keine, und dann bist du nörgelig." Mein Bekannter hatte eine großartige Idee, um das Thema zu beenden - so dachte er zumindest: "Mama, ich müsste dringend auf die Toilette, komm lass uns gehen." Die Schlange an der Kasse war lang, vor und hinter dem Mutter-Sohn-Gespann reihten sich zahlreiche andere Einkäufer. In diese Runde hinein fragte die Mutter: "Hältst du es noch aus?" - in diesem Moment hätte sich der Sohn am liebsten wie ein Kleinkind auf den Boden geschmissen und sich seinem Trotzanfall hingegeben. Oder doch lieber Chips gekauft. 
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  • Mein Hamsternest - man könnte ja alles noch gebrauchen!
    Kennt ihr das? Korken, Schleifen, buntes Papier, Papprollen, Kastanien .... ich habe diverse dieser Hamsternester. Ich kann keine leere Küchenrolle wegwerfen, ohne zu denken "das könnte ich noch zum Basteln verwenden ..." Mit meinen Kindern habe ich ungefähr vor fünf Jahren das letzte Mal gebastelt und bis ich Enkelkinder im Bastelalter habe, dauert es hoffentlich noch. Mein Mann wirft meine Bastelschätze eiskalt weg, für ihn ist es einfach Altpapier, für mich steckt es voller Möglichkeiten ....

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  • Lieber Muttertag - feier doch mal ohne mich! (Quelle: Thinkstock)  

    Lieber Muttertag,

    du kannst diesmal ohne mich feiern! Ich mache dieses Jahr einen Muttertagsboykott. Ich will keine Schokolade, kein Parfum, keine überteuerten Blumen und keine selbstgebastelten netten Sachen – ich will Karriere, Rente und eine bessere Steuerklasse. 
    Und – jetzt pass gut auf – dafür will ich auch nicht als Rabenmutter beschimpft werden. 
    Meine Freundin ist vor drei Wochen in den Mutterstreik getreten. Sie kocht wäscht und bügelt nur noch für sich selbst. Ihr geht es sehr gut damit, auch ihr Hund leidet nicht, doch ihr Mann wirkte neulich unglücklich und hungrig.
    Eine andere Freundin wird zur Muttertags-Rebellin: Flucht mit der Tochter ins Blaue, statt konfliktgeladenem Muttertagsbrunch mit der Schwiegermutter. Prosecco und Parfum für die Mutter kaufen? Das überlässt sie ihrem Mann. 
    Und eine weitere Freundin zieht mit ihren Mädels und dem Bollerwagen als rollender Cocktailbar ins Grüne. So sieht Gleichberechtigung aus.  
    Seit unsere Kinder keine mit Herzen überfrachtete Bastelsachen mehr aus Kita und Schule mitbringen, ist der Tag nichts mehr wert. Wenn ich Glück habe, finde ich in der Woche danach meine Lieblingspflegeprodukte zum Sonderpreis – das kitschige Herzdesign kann ich ignorieren. Wir feiern den Frauentag.
    Klar, ich heule laut los bei jedem rührenden Mütter-Drama in Kino und TV, ich liebe diese Mutter-Tochter-Gespräche oder Mutter-Sohn-Aktionen, ich verteidige meine Kinder wie eine Löwin und schimpfe sie wie eine Furie. Aber das tue ich an jedem Tag im Jahr – mal das eine, mal das andere – und nicht nur am Muttertag. 

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  • Straßenbahnfahren ist besser als jede Reality-Doku im TV. Beziehungsprobleme, Jugendsprache, Erziehungsstile, Schminktipps - all das prasselt morgens und abends 20 Minuten lang auf mich ein. Ich bin neugierig und höre gerne zu. 
    Heute morgen zum Beispiel, als ich mich zu den drei Rentnern quetschte. In  Khaki-Funktionsjacken und Rucksack waren sie auf dem Weg zum Ausflugsbus. "Hier war meine Grundschule im Krieg untergebracht", erzählte die eine der beiden Damen während der Fahrt. "Acht Jahre, denn ich durfte nicht auf die höhere Schule". Die andere nimmt das Gespräch auf: "Damals musste man auch noch eine Aufnahmeprüfung in Deutsch und Rechnen machen, mein Aufsatzthema hieß: Unser Kirschbaum im Frühling. Erst durfte ich nicht, dann hatte ich einen Nachprüftermin. Denn mein Vater war noch in Gefangenschaft und keiner konnte das Schulgeld für mich zahlen, da setzte sich ein alter Freund meines Vaters ein, und ich durfte ohne zu zahlen auf die Schule gehen.
    Diese Begegnung hat mich mal wieder auf den Boden zurückgeholt. Die guten alten Zeiten waren ganz schön hart. Die drei haben ihren Weg gemacht. Sie hatten heute hoffentlich einen fröhlichen Wandertag.  
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  • Aufgewachsen als Maria 

    Heilige, Liebende, Sünderin -  Marias kennen alles. (Foto: imago/teutopress; Steffen  Schellhorn; United Archives)

    Kein andere Name wurde so viel besungen wie meiner. Maria. Das behaupte ich einfach mal und zähle noch nicht einmal alle Kirchenlieder dazu – und da gibt es einige, glauben Sie mir.

    Jeder Onkel, jede Tante hatte ihren eigenen Schlager, den sie schmetterten, wenn sie mich sahen. "Mariandl" von der Bodenständigen, "Mary-Lou" von der Vielreisenden, "How do we solve a problem like Maria" (aus "The sound of music - das Musical über die Trapp-Familie) schmetterte Tante Mary aus Amerika und "Maria , breit den Mantel aus" der fromme Onkel. 

    Mögen Sie Ihren Vornamen? Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen!

    Im Kindergarten wollte ich unbedingt Petra oder Bettina heißen. Deshalb nannte ich meine Puppen so. Was heute in den Namenshitlisten ganz oben rangiert, galt in den 60ern sogar in Bayern als altmodisch. Jedenfalls gab es in meiner Schule ebenfalls genügend "Josephs".

    Dabei durfte ich im Krippenspiel gar nicht mal die Maria spielen, sondern die böse Frau, die die Herberge verweigert. Meine Kinderfreundin Bettina übernahm den Part. Ich beneidete sie um die Rolle und den Namen. Allerdings hat das nachgelassen, als ich das erste Mal den Song von "Fettes Brot" gehört habe: "Bettina pack deine Brüste ein".  

    Maria und Tony - Maria und Joseph

    Irgendwann lief im Fernsehen die "Westside Story", die Romanze à la Romeo und Julia in New York  mit den Protagonisten Maria und Tony. Ein wunderbarer Film, aber nicht ganz einfach zu verkraften, wenn der Mädchenschwarm der Klasse ausgerechnet Tony heißt und man mitten in der Pubertät ist. Tauchten wir irgendwo auf, schmetterte mindestens einer, meist eine ganze Meute "Maria, Maria, Mariiiiiiiiia".  Ähnliches kennen vermutlich nur "Aniiiita–Aniiiiita" und "Michaela-a-a".

    Erst neulich fragte mich ein junger Kollege, ob ich die "Maria" (1999) von Santana (1999) bin – natürlich. Auch die "Maria Magdalena" von Sandra (1985). Und all die anderen Marias, denen ein Song gewidmet wurde. Sollen Claudia, Anja, Tanja, Bettina, Sabine, Susanne, Sandra, Evelyn und Andrea mich ruhig beneiden. 

    Ich komme gut durch die Welt, mein Name ist ziemlich International und trotzdem kein Allerweltsname. Das, was heute Mia ist, war Maria schon immer: weltweit akzeptiert, gut auszusprechen  und - anders als Mia - ein Klassiker. 

    Selbst Starbucks-Mitarbeiter schaffen es nur sehr selten, meinen Namen falsch zu verstehen und den Becher kryptisch zu beschriften.  Und Tische reservieren wir sowieso immer für Maria.

    Ich bin zufrieden mit meinem Namen - wie geht es Ihnen mit Ihrem Vornamen? Berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen mit Ihrem Namen. 


    Weitere Anregungen gib es hier und hier.

     
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  • "Laura macht gerade Abitur, danach geht sie für ein Jahr nach Australien. Laura ist Veganerin und weiß nie, was sie zuerst erzählen soll". Auch Jugendliche haben so ihre Hipster-Probleme. Das habe ich von meinen Teenager-Kindern aufgeschnappt. 
    Ein 16-Jähriger: "ich hasse das, wenn Mädchen ungefragt immer diese drei Dinge erzählen: Ich bin Veganerin, ich gehe nach Australien, ich habe einen Freund.
    Es kursieren wohl gerade eine Menge Laura-Witze im Netz, habe ich mir von den Kids sagen lassen.
    @Laura/Lena/Leonie - bitte nicht übelnehmen. Wäre euer Name nicht so schön, hätten nicht so viele Eltern ihn gewählt! 


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  • Brief an meine Tochter zum Kölner Silvester-Debakel


    Zum Kölner Silvester-Debakel. (Bild: Thinkstock) 

    Meine liebe Tochter,

    was in Köln in der Silvesternacht passiert ist, ist abscheulich. Ich könnte mich den ganzen Tag aufregen. Ich kann mich aber auch stundenlang über jede einzelne alltägliche sexuelle Fiesheit von egal wem echauffieren. In Köln sind so viele Dinge zusammengekommen und eskaliert, wie es im Polizeideutsch heißt, das wir Journalisten so gerne übernehmen. 

    Du bist ein taffes Mädchen, selbstbewusst in der Stadt großgeworden. Soll ich dir jetzt sagen: Wechsle besser die Straßenseite, wenn dir und deinen Freundinnen nachts eine Gruppe von Männern entgegenkommt? Versuch gar nicht erst dich zu wehren, du hast eh keine Chance? Den Selbstvertedigungskurs und das Pfefferspray kannst du in die Tonne treten? 

    Liebes Kind, wir Mütter sind in einer Zwickmühle, wenn es darum geht, euch jungen Frauen einen Rat zu geben, wie ihr euch gegen sexuelle Gewalt wehren könnt. Ich wünsche mir, dass du eine stolze Frau bist, stolz auf Geist und Körper. Und mich macht es rasend, dass eine lüsterne männliche Frechheit das in den Schmutz zieht, bei der kein Argument gilt. Und dass diese Respektlosigkeit den Tätern eine Art Überlegenheit verleiht.

    Jede Frau kennt solche Situationen: Auf der Rolltreppe von hinten eine Männerhand am Po, irgendein Spruch mit “ficken” ins Ohr geraunt, ein Busentascher. Ob im Urlaub oder am Bahnhof auf dem Weg zur Arbeit. Du selbst hast mir oft vom Sport erzählt, wie respektlos junge Kerle sich gegenüber dem Schiedsrichter verhalten. Jetzt hat die schiere Masse in Köln das Pulverfass explodieren lassen.

    Wir Mütter waren auch mal jung. Haben wir zu viel ignoriert und toleriert?  Hat es nicht gereicht, die Hand wegzuschlagen, den Grapscher anzuschreien? Aber hey - wir haben doch immerhin für die Frauenquote gekämpft. Diese alltäglichen Ekligkeiten - da standen wir doch drüber, die Männer, die so was tun, waren uns doch zu bescheuert, nicht unser Niveau. Ist das jetzt die Rechnung dafür?

    In der Kölner Silvester-Affäre geht es um so vieles: Organisierte Bandenkriminalität, Umgang mit kriminellen Ausländern, Polizeikompetenzen, Defizite in der Informationspolitik und Berichterstattung - und eben um sexuelle Gewalt. Das ganze Köln-Thema ist ein vermintes Feld, immer scheinen nur bestimmte Aspekte beleuchtet zu sein, die Wortwahl ist schwierig, neue Fakten werfen Erkenntnisse über den Haufen oder nähren Klischees.

    Ich bin hin- und hergerissen: Gut, dass Männer das Thema aufgreifen, schlecht, dass zu wenige Frauen sich dazu äußern, blöd, dass wenn sie es tun, schnell das Etikett “hysterische Ziege” an ihnen klebt.

    Ich wünschte mir, dass die männlichen Kollegen und Politiker ihre Frauen, Töchter, Partnerinnen fragen, bevor sie die große Keule in Leitartikeln und Reden schwingen.

    Mein Kind, mir geht es hier nicht um die Asyldebatte, Victim-Bashing oder Ausländerfeindlichkeit. Es geht um Respekt - auf allen Seiten. Und um die momentane traurige Ratlosigkeit auf allen Seiten. Lass uns gemeinsam daran arbeiten. Ich hoffe auf die Ideen deiner Generation. Meine scheint es ja nicht hinzubekommen.


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  • Das Weihnachts-Leberwurst-Massaker


    Weihnachten ist gefährlich - fiese Gefahren lauern überall.  


    Endlich wieder arbeiten! Ich bin so froh. An meinem Schreibtisch fühle ich mich sicher, denn im Haushalt lauern unendlich viele Gefahren, an den Feiertagen um so mehr.

    Es fing damit an, dass ich nach all den süßen Plätzchen und Stollen unbedingt ein Wurstbrot essen wollte. Keine Frischwurst im Haus wegen der Feiertage, also Dosen-Leberwurst. Der Kühlschrank war so gut gefüllt - Sekt, Raclette, Gänsebraten - dass alles entgegenpurzelte, einschließlich der Wurstdose. Leider lag der Deckel nur lose auf, ich konnte das fliegende Teil auffangen - und wie eine Kreissäge näherte sich der Deckel meinem Arm. Blut tropfte vom Handgelenk. Blutwurst. Der Appetit war mir vergangen: Wunde säubern, Pflaster drauf, Einmal-Handschuh drüber und weiter ging es mit den Vorbereitungen.

    In meiner Familie gelte ich ja als Hypochonder, doch als mein Mann das Wurstmassaker entdeckte, während ich im Bad war, wurde auch er blass. Egal, wir waren in Feierlaune, da bemerkte ich auch das Jucken erst zu spät: Pusteln bildeten sich unter dem Pflaster. ich habe nämlich trotz Pflasterallergie das normale Verbandszeug verwendet.

    Meine Tochter machte sich Sorgen, ob ich mich ritze. Die Gäste guckten mitleidig auf mich ud meinen Mullverband am Handgelenk. Ob es mir auch gut gehe? Eheprobleme? Nein! Ich habe mir nicht die Pulsadern aufgeschnitten - ich hatte nur Hunger auf Leberwurst! Klingt bescheuert, glaubt auch keiner.

    Vielleicht war ich emotional noch etwas zu stark aufgeladen. Als ich den zarten Feiertagsbraten schneiden wollte, habe ich den Teller gleich mitgesprengt. Porzellan - das gute - splitterte. Ich springe auf, um das Malheur sofort zu beheben. Weil ich aber unter dem Tisch die hohen Schuhe ausgezogen hatte, bohrt sich ein Splitter in meine Fußsohle. Kaum zu glauben, wie stark solch eine kleine Wunde bluten kann. Die Blutspur zog sich von der Festtafel zum Spülbecken. Wieder Boden putzen. Inzwischen fühlte ich mich wie ein Tatortreiniger.

    Trotzdem: Weiterfeiern! Silvester nahte. Raclette vorbereiten. Sollte nicht gefährlich sein - oder? Meine Familie betraute mich damit, den Käse auf Teller zu legen. Ich holte die Tüte aus dem Kühlscharank - nichts fiel mir diesmal entgegen. Ich wollte das stark duftende Papier öffnen: Blut tropfte. Die Tacker-Klammer mit der Frischtheken-Rechnung hatte sich in meinen Finger gebohrt. Wieder so eine fiese kleine, extrem nervige Wunde an einer blöden Stelle. Kurz, ganz kurz schoss mir die Idee durch den Kopf, den Supermarkt zu verklagen.

    Langsam ging unser Pflastervorrat zu Ende, auch die Einmal-Handschuhe wurden knapp. Vorsichtshalber zündete ich kein Feuerwerk - zu gefährlich.

    Fazit: Zu viele Feiertage schaden der Gesundheit. Vor Weihnachten immer Pflaster- und Einmal-Handschuhe bevorraten. Vielleicht mal über Pappteller nachdenken? Veganer leben bestimmt gesünder.

    von Maria Held, t-online.de bearbeitet von Tanja Zech, Redakteurin 1/11/2016 10:29:22 AM
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  • Meine Tochter hat einen Nebenjob in einem großen Klamottenladen. Damit die Mamas in Ruhe anprobieren können, hat der Shop ein Bällebad für die lieben Kleinen. Das muss natürlich gelegentlich gereinigt werden - diesmal von meiner Tochter. 

    Mit viel "Iiiih" und "Bääääääh" schilderte sie den Reinigungsprozess und ihre Fundstücke: Pflaster mit eingetrocknetem Blut, benutzte Taschentücher, Feuchties, verlorene Schnuller, Haarspangen ..... Ein Bällebad ist die reinste Keimschleuder. 

    So, liebe Eltern wir haben jetzt drei Optionen: 1. Nie wieder Bällebad & Co. 2. Nie wieder Bauernhof-Urlaube - endlich! Die Abhärtung gegen Keime, Viren und so weiter holen wir uns nämlich im Bällebad. 3. Das Kind in Latex packen, überall Desinfektionsmittel versprühen, keine Spielkinder mehr einladen, am besten gar nicht mehr aus dem Haus gehen. 

    Wenn ich es richtig überlege, besteht das Leben eines Kindes nur aus Gefahrenquellen, Keimschleudern lauern an jeder Ecke: Die Spieleecke im Wartezimmer, das Planschbecken im Garten oder im Freibad, das Spielzeug anderer Kinder ....

    Ich habe meiner Tochter erst mal Einweg-Handschuhe mitgegeben, um den Hochrisiko-Einsatz geschützt zu beenden, ein Ganz-Körper-Anzug wie ihn die Ebola-Bekämpfer tragen, war leider nicht aufzutreiben. Über den Gefahrenzuschlag muss sie noch mit ihrer Chefin verhandeln. 
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  • Schlechtes Wetter - Spieleschrank ausmisten - Spielenachmittag mit den (fast) erwachsenen Kindern. Manche Dinge ändern sich nie: 1. Meine Tochter gewinnt immer. 2. Ich kapier noch nicht mal die Anleitungen. 3. "Mensch ärgere Dich nicht!" treibt mich immer noch in den Wahnsinn.

    Und dazu noch das ewige Mütter-Dilemma: Kick ich das Kind vom Feld, das sowieso ein schlechter Verlierer ist oder das, das fast im Ziel ist? Ich stelle mich dumm und blind und entscheide mich für einen vollkommen überflüssigen Spielzug. Als Dank dafür werde ich in der nächsten Runde von beiden Kindern vom Feld geschmissen. Irgendwann zahle ich es euch heim! Oder muss ich irgendwann als Oma auch wieder die Dumme spielen?

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  • Jetzt wird's haarig, meine Herren. Achtung, meine Damen, nicht wundern! Im November - nein, im Movember - sprießen die Schnauzbärte wieder. Egal, ob man sie schick oder schlimm findet (wie ich!), diese November-Schnauzer helfen der Männergesundheit auf die Sprünge: Prostatakrebs, Hodenkrebs, Bewegungsmangel. Und das ist doch eine Familienangelenheit! So geht`s: Erst rasieren, dann 30 Tage wachsen lassen. Unter de.movember.com gibt es mehr Infos zu der witzigen Spendenaktion. (t-online.de/Held)

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  • Es ist der schlimmste Tag im Jahr. Zumindest für meinen Hund. Dauernd klingelt es an der Haustüre, und er muss stundenlang sein Rudel, also unsere Familie, vor gruseligen Gestalten verteidigen, die für den Klingelspuk auch noch Leckerlis bekommen.Außerdem jaulen sie schlimmer als Katzen. Nicht nur aus der Hundeperspektive ist der hierzulande noch junge Halloween-Brauch seltsam. Trotzdem habe ich schon Süßigkeiten bereitgestellt und werde mir wohl wieder geduldig die Verse und Lieder der kleinen Geister anhören. Nur einen Kürbiskopf stelle ich nicht mehr vor die Türe, der wurde letztes Jahr gesmashed und ich hatte tagelang zu tun, die schmierigen Reste in der Nachbarschaft einzusammeln. Wie haltet ihr es mit "Trick or Treat"? (Foto: dpa)

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  • "Läuft bei dir" - Entschuldigung, dass ich Sie so plump duze. Ich wollte mal wieder ein bisschen Jugendsprache üben. Dieser komplette Satz war das Jugendwort des Jahres 2014. Lange nicht gehört? Ja, das ändert sich schnell. 
    Bald kürt der Langenscheidt-Verlag das Jugendwort des Jahres 2015. Eine familieninterne Umfrage - mit heftigen Diskussionen - hat zwei Favoriten auf unsere Shortlist gebracht. Die sind extrem kurz und knackig: "Ba" und "Goal". "Ba" als Abkürzung für Baby wird derzeit wohl an jeden Satz angehängt, aber keiner weiß, wie man es korrekt ausspricht - habe ich mir sagen lassen. Und "Goal" nutzen alle Instagramer.  Und die Kids sind ja alle heutzutage auf Instagram aktiv. Das bedeutet so viel wie Treffer, geschafft, Bingo. Ruft man den Hashtag #goal auf, sieht man vom Torjubel über das Hochzeitsfoto bis zum Knackpo oder Sixpack nach erfolgreichem Workout wirklich alles. Fazit: Es ist schon richtig, dass Erwachsene Jugendsprache nicht verwenden sollten. 
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  • Der Chips-Mixer. (Held/t-online.de)

    von Maria Held, t-online.de bearbeitet von Tanja Zech, Redakteurin 10/30/2015 10:46:08 AM
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  • Bei uns kam nie die Zahnfee. Milchzähne fallen auch ohne Fee und Geschenke aus. Aber nicht die Weisheitszähne. Als meiner Tochter unter Vollnarkose am Valentinstag vier Stück auf einmal gezogen wurden und sie aussah wie ein Backenhörnchen, wurde ihr kleiner Bruder zur Zahnfee: Er wollte dem heulenden Häufchen Elend, das nichts essen konnte, etwas Gutes tun. Was essen Teenager gerne? Richtig! Chips.

    Also pürierte er Chips mit Sahne und servierte es ihr in einem hübschen Schüsselchen. Was ist der Dank der Monsterbacke? Ein angeekeltes “Igitt!”

    Was aber macht die gerührte Mama, damit nicht auch noch die kleine Zahnfee weint? Sie löffelt das Chips-Pürree: “Mhmmmmm, wie lecker! Tolles Rezept, das merken wir uns!” Okay, das war eine glatte Lüge, aber manchmal müssen Mütter lügen - oder? Das Familienkochbuch ist um ein Rezept und die Familiengeschichte um eine Anekdote reicher. Und unser Blog hat einen Namen: Der Chips-Mixer.
    von Maria Held, t-online.de bearbeitet von Tanja Zech, Redakteurin 10/30/2015 10:46:05 AM
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  • Guter Stoff: Wickeltasche - handmade! (Foto: Held/t-online.de)

    Ich brauche Stoff! Alle nähen jetzt. ALLE! Nähen ist das neue Häkeln, Stricken, Filzen, Töpfern, Makramee - sucht euch etwas aus. Alle meine Bekannten machen gerade Nähkurse, dabei sind die Wollknäuel aus dem letzten Strickkurs noch gar nicht aufgebraucht. Im Buchmarkt wächst der Kreativbereich immer weiter und Frauen treffen sich zum gemeinsamen Nähstündchen. Kinderkleider, Kissen, Mäppchen, Decken - Hauptsache der Stoff ist gut. Und ihr? Habt ihr Spaß am Kreativen Werkeln?

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  • Herbst ist Drachenzeit. Habt ihr auch schon Drachen steigen lassen in diesem - zumindest manchmal - goldenen Oktober? Plan für das Wochenende: Kastanien sammeln, basteln, Drachen steigen lassen und abends Halloween-Streiche. Allerdings: Manche Drachen steigen hoch, kommen aber nie mehr runter, wie dieser gestrandete Pirat. 


    Fundstück: Gestrandeter Piratendrache (Held/t-online.de) 




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  • "Tatort" - ein Kind wurde misshandelt, die Tochter des Kommissars entführt. Seit ich selbst Kinder habe, gehen mir solche Geschichten total an die Nieren, ich kann es kaum erstragen. Kindesentführungen in den Nachrichten - dasselbe. Vielen andern Müttern aus dem Kollegen- und Bekanntenkreis geht es genauso. Thriller um Spione oder Killer - egal ob im Kino oder als Buch - sollen so spannend wie möglich sein. Aber sobald es um Kinder geht , sind wir Mütter raus.
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  • Muttitasking ist mein neues Lieblingswort. Richtig gelesen! Ich hab mich auch nicht vertippt, wie sonst oft. Nicht Multitasking, sondern Muttitasking - das haben mir meine Kinder beigebracht. Das Wort und die Tätigkeit. Denn nur Mütter können es: Im Kochtopf rühren, mit der besten Freundin (Mutter, Kollegin, Nachbarin, Lehrerin, Erzieherin ....) telefonieren, Online-Rezept lesen, Einkaufszettel schreiben, Elternbriefe unterschreiben, Wäsche sortieren, Pausenbrote schmieren, Kinder trösten, Pfützen aufwischen, Hund füttern, Turnbeutel suchen - und die anderen 1000 Dinge, die täglich so anfallen. Idealer Zeitpunkt zur Umsetzung ist die Zeit zwischen 6.30 und 8 Uhr oder zwischen 18 und 20 Uhr, dann also wenn der Familienwahnsinn in vollem Gange ist.
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  • Charlotte Roche (links im Bild mit Moderatorin Luzia Braun auf der Buchmesse 2015), die Expertin für Sex kennt sich auch in Mütterthemen aus.

    Ich hätte nie gedacht, hier - in einem Elternblog - über Charlotte Roche zu schreiben. Sie wissen schon, die mit "Schoßgebete" und "Feuchtgebiete". In ihrem Buch "Mädchen für alles" kratzt sie - nach eigenen Worten "am Müttermythos". Roche, die ihre Kernkompetenz als Autorin in Sexszenen sieht, will zeigen, dass ein Baby nicht automatisch glücklich macht. Das erzählte die 37-jährige Mutter einer 13-jährigen Tochter auf der Buchmesse und bezieht sich auf die Kampagne #regrettingmotherhood. Jetzt hat sie mich gekriegt. Vielleicht lese ich doch mal ein Buch von ihr. Übrigens hatte sie angeblich keine schmutzigen Gedanken bei der Wahl des Buchtitels.

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  • "Ich weiß, das klingt jetzt irgendwie seltsam, aber mir hat das unheimlich geholfen", erzählt mir eine junge Mutter über die TV-Doku mit Daniela Katzenberger. "Es war wie ein Echo, zu hören, dass diese prominente Frau genauso Angst vor dem Kaiserschnitt hatte wie ich. Die Bilder von der Geburt helfen mir, mit dem Erlebnis fertig zu werden." Danke, Frau Katzenberger - hätten wir so nicht erwartet! Übrigens unser Artikel über die "Geburt ohne Erinnerung" befasst sich genau mit diesem Thema.
    www.t-online.de
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  • Deine Mutter klingt wie Justin Bieber? Stimmt: "Where Are U Now" und "What do you mean" - typische, nervige Mütter-Kontroll-Fragen. "Wo warst du denn schon wieder?", "Wie meinst du das?"
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  • Wir Journalisten klauen ja überall, mit den Augen und Ohren natürlich. Meine Ohren werden immer in der Straßenbahn besonders lang. Meinen Weg zur Arbeit lege ich nämlich mit Horden von Schulkindern zurück.
    Neulich zum Beispiel erzählte eine 17-Jährige Schülerin - natürlich mit Dutt und Löcherjeans - von ihrem Nebenjob in einem Klamottenladen. Die Chefin trug ihr auf, die Fenster zu putzen. Das Mädchen: “Ich dann so, da spritz ich was hin und wisch es ab - oder? Die dann so große Augen: Du hast wohl noch nicht so oft geputzt? - Ich dann so: Nö, wir haben eine Putzfrau. Sie dann so: Warum hast du dann einen Job? - Wie, warum? - Naja, Kinder, deren Eltern sich eine Putzfrau leisten können, haben es doch nicht nötig, das Taschengeld mit einem Aushilfsjob aufzubessern. - Ich dann so: Wir sind doch nicht reich, aber meine Eltern arbeiten beide.” Wenige Tage nach diesem Dialog über Arbeitsteilung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Minijobs etc, stand im Klamottenladen das Thema Putzen wieder an. “Meine Chefin so ganz vorsichtig: Kannst du Putzzeug kaufen? - Klar, steht da Putzzeug drauf? - Sie dann wieder dieser Blick: Ich glaub, ich schicke doch jemand anderen …. - Ich dann so - nee schon klar, kann ich - und ich hab wirklich das Richtige gebracht."

    Unsere Jugend! Die können mehr als wir denken, wenn sie nur eine sinnvolle Aufgabe haben.

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