Brexit - die Entscheidung - dpa
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Brexit - die Entscheidung - dpa

  • So geht es jetzt weiter:

    Grafik: R. Mühlenbruch 
  • Es gibt nichts schönzureden: Das ist ein bitterer Tag für Europa

    Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zum britischen EU-Entscheid.
  • In Deutschland werden erst einmal grundsätzliche Fragen gegoogelt: 


  • Sobald Großbritannien die EU verlässt, werden das auch die Menschen in Deutschland zu spüren bekommen. Eine Übersicht zu möglichen Folgen:
    • Sobald Großbritannien kein EU-Mitglied mehr ist, könnten auf Reisende höhere Mobilfunkkosten zukommen. Innerhalb der EU sollen 2017 zwar die Roaming-Kosten komplett entfallen. Für Großbritannien müssen Anbieter diese Vorgabe aber theoretisch nicht umsetzen.
    • Der Brexit macht ein Studium für Deutsche in Großbritannien möglicherweise deutlich teurer.
    • Ob der Personalausweis auch künftig reicht oder ob der Reisepass oder sogar ein Visum erforderlich ist, lässt sich noch nicht absehen.
  • Nein!

    EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf die Frage einer Journalistin, ob der Brexit der Anfang vom Ende der Europäischen Union sei.
  • Die schottische Regierungspartei SNP trachtet nach einem zweiten Volksentscheid zur Loslösung vom Königreich. Parteichefin Nicola Sturgeon stellt klar: «Ein zweites Unabhängigkeitsreferendum ist nun höchstwahrscheinlich.» Die europafreundliche SNP war 2014 mit einem ersten Versuch, die Unabhängigkeit von Großbritannien zu erreichen, knapp gescheitert.
  • Frankreichs Präsident François Hollande fordert ein Aufbäumen Europas. «Damit Europa voranschreiten kann, darf es nicht mehr so weitermachen wie bisher.» Die britische Entscheidung verlange es, sich hellsichtig die Mängel im Funktionieren Europas und den Vertrauensverlust der Völker in das von Europa verkörperte Projekt bewusst zu machen.

    Foto: Etienne Laurent, epa/dpa
  • Der heutige Tag ist ein Einschnitt für Europa, er ist ein Einschnitt für den europäischen Einigungsprozess.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel zum historischen Entscheid in Großbritannien.
  • Die Kanzlerin ist jedoch überzeugt: «Die Europäische Union ist stark genug, um die richtigen Antworten auf den heutigen Tag zu geben.» Dafür werde sie sich «mit der ganzen Bundesregierung» einsetzen.

    Foto: Kay Nietfeld, dpa 
  • Die Lage müsse nun mit Ruhe und Besonnenheit beraten werden, so Merkel. In der Bevölkerung - auch in Deutschland - gebe es ganz unterschiedliche Erwartungen an die EU und «und immer heftigere Zweifel an der Richtung, die der Einigungsprozess eingeschlagen hat». Aus diesem Grund müsse sichergestellt werden, dass die Bürger konkret spüren könnten, wie die EU ihr Leben verbessere.
  • Nigel Farage hat sich kurz nach dem EU-Referendum von einem zentralen Versprechen der Brexit-Kampagne distanziert. Bei ITV sagte der UKIP-Politiker, er könne nicht garantieren, dass wie von den Brexit-Befürwortern angekündigt 350 Millionen Pfund pro Woche statt an die EU nun an das Gesundheitssystem NHS gingen.

  • Bundespräsident Joachim Gauck hat dazu aufgerufen, den Blick nach vorne zu richten. Der bevorstehende Austritt der Briten sei «nicht der Anfang vom Ende der Europäischen Union». Dies sei vielmehr «der Anfang von neuen Bemühungen um die Verteidigung der Union und ihrer Werte. Und er ist, wo Reformen erforderlich sind, auch der Beginn eines neuen Zukunftsweges».

    Gauck gibt am Rande seines Staatsbesuchs in Bulgarien ein Statement ab. Foto: Rainer Jensen, dpa 
  • Ich bedauere die Entscheidung der Briten, sehe aber keine gravierenden Auswirkungen auf den Sport in Europa.

    Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)
  • Großbritannien will bei den Verhandlungen über den Ausstieg aus der EU offensichtlich auf Zeit spielen. Der scheidende Premierminister Cameron sieht «keine Notwendigkeit für einen genauen Zeitplan». Die Verhandlungen mit Brüssel solle sein Amtsnachfolger führen, der im Oktober gekürt werden könnte. «Eine Verhandlung mit der Europäischen Union wird unter einem neuen Premierminister beginnen müssen.»
  • Bundestagspolitiker zum «Brexit»: Sarah Wagenknecht, Claudia Roth, Thomas Oppermann, Jürgen Trittin. Video: dpa

  • Die Entscheidung für ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU erfordert nach Worten von Papst Franziskus ein großes Maß an Verantwortung in Europa: «Das erfordert von uns allen eine große Verantwortung, um das Wohlergehen des Volkes des Vereinigten Königreichs sicherzustellen, aber auch das Wohlergehen und das Zusammenleben des gesamten europäischen Kontinents.»
  • «Cheers to Brexit»: Englische Touristen stoßen in Spanien auf den EU-Austritt an.

    Foto: Morell, dpa/epa 
  • Bundeskanzlerin Merkel lädt am kommenden Montag zu Gesprächen nach Berlin ein, um über die Folgen des Brexit-Referendums zu beraten. Zu verschiedenen Treffen im Kanzleramt werden Frankreichs Präsident François Hollande, Italiens Regierungschef Matteo Renzi sowie EU-Ratspräsident Donald Tusk erwartet. Merkel betont: «Deutschland hat ein besonderes Interesse und eine besondere Verantwortung, dass die europäische Einigung gelingt.»
  • Nein, die Briten haben sich nicht dafür ausgesprochen, auch die Vereinten Nationen (UN) zu verlassen. Da muss Fox News was verwechselt haben.


  • An der Fassade der Parteizentrale der Grünen in Berlin hängt ein großes Transparent mit der EU-Flagge - als Signal nach dem Votum Großbritanniens für den Austritt aus der EU.

    Foto: Sascha Meyer, dpa
  • Wenn das Pfund an Wert verliert, kommen mehr Leute nach Turnberry.

    Donald Trump
    , voraussichtlicher Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner, bei einem Besuch seines Golfresorts im schottischen Turnberry.
  • Das englische Nationalteam hält seine unpolitische Linie bei der Fußball-EM bei und will sich nicht zum Brexit äußern. «Ich denke, dass keiner von uns genug darüber weiß, um es zu kommentieren», so Stürmer Harry Kane im EM-Quartier von Chantilly. Die Konzentration liege auf dem Turnier statt auf dem Austritt Großbritanniens aus der EU, betont der Torschützenkönig der Premier League. «Ich bin aufgewacht und habe die Nachricht gesehen. Die Jungs reden darüber, aber wir sind nicht allzu fokussiert darauf. Wir versuchen, bei der EM weiterzukommen.»
  • Bis der britische Premierminister David Cameron abtritt, dürften noch ein paar Monate ins Land gehen. Auch sind die Mehrheitsverhältnisse innerhalb der Konservativen Partei im Fluss - und schwer absehbar. Doch einige Namen für Camerons Nachfolge werden schon genannt:

    BORIS JOHNSON: 52 Jahre alt, Ex-Bürgermeister von London. Er ist sehr populär, extrem mediengewandt und hat es im Brexit-Wahlkampf innerhalb weniger Monate geschafft, sich als Gegenspieler Camerons zu profilieren. Unklar, wie stark seine Fürsprecher im Parlament sind.   Foto: Facundo Arrizabalaga, dpa/epa
    MICHAEL GOVE: 48 Jahre, Justizminister. Auch er hat sich im Wahl-Getümmel erfolgreich als Brexit-Mann profiliert. Im Vergleich zu Johnson wirkt er aber eher blass, hat dafür aber Regierungserfahrung.  Foto: Andy Rain, dpa/epa
    GEORGE OSBORNE: 45 Jahre, Schatzkanzler, kein Brexit-Mann. Hat viele Tory-Abgeordnete mit der Drohung aufgebracht, im Falle eines Brexit müsse es einen Milliarden-schweren Nothaushalt geben. Doch er könnte als Mann des Ausgleichs versuchen, die tief zerstrittenen Konservativen zu einigen.  Foto: Michael Reynolds, dpa/epa
    THERESA  MAY: 59 Jahre, Innenministerin, gilt als mögliche Frau des Ausgleichs zwischen den innerparteilichen Fronten, hat sich im Wahlkampf aber eher weggeduckt. Doch sie wäre nach Margaret Thatcher, die 1990 abdankte, die erste Frau in Downing Street 10.  Foto: Will Oliver, dpa/epa
     
     

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  • Auf Twitter kuriseren nun GIF-Minivideos, die aus Sicht der Brexit-Gegner zeigen, was Großbritannien sich selbst angetan hat:
     
     
     
    von Christoph Dernbach, dpa via null bearbeitet von Desk 6/24/2016 12:56:17 PM
  • Der erwartete Rückschlag für den Finanzplatz London lässt laut BBC nicht lange auf sich warten: Morgan Stanley sei bereits dabei, 2000 Mitarbeiter im Investmentbanking nach Dublin oder Frankfurt zu verlagern. 


  • Die Geschichte der Europäischen Union in Karten, von ihrer Gründung 1958 bis zum Brexit-Referendum 2016:

    Grafik: F. Bökelmann & A. Brühl
  • Werden nun enttäusche EU-Befürworter in Großbritannien in Massen einen Pass in Irland beantragen? Die irische Passbehörde jedenfalls zeigt sich gut vorbereitet:


  • UN-Generalsekretär Ban Ki Moon reagiert verhalten auf das britische Votum für einen EU-Austritt. «Wenn wir zusammenarbeiten, sind wir stärker», teilt Ban mit. «Wir bei den UN freuen uns darauf, unsere Arbeit mit Großbritannien und der Europäischen Union fortzusetzen.» Ban erwarte und hoffe zudem, dass Großbritannien bei Themen wie der Entwicklungspolitik weiter eine Führungsrolle behalten werde.
  • Auch die US-Technologiebörse Nasdaq bleibt von der Brexit-Entscheidung nicht verschont. Sie startet mit dem stärksten Rückgang seit November 2011. Und auch der Dow Jones verliert inzwischen 500 Punkte.


  • Londons Bürgermeister Sadiq Khan betont via Twitter, Europäer seien in der britischen Hauptstadt willkommen:


  • So kann man sich die Lage an der Börse auch bildhaft vorstellen: 


  • «Wir sind raus» titelt heute die Londoner Traditionszeitung «Evening Standard». Foto: Andy Rain dpa/epa
  • Für am Boden zerstörte EU-Befürworter, hat die BBC kleine Trostpflaster zusammengetragen:


  • Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Brexit-Entscheidung Großbritanniens als Protest gegen eine zunehmende Machtfülle der Brüsseler Bürokratie bezeichnet. «Die Konzentration der Macht ist in den leitenden Strukturen der EU sehr hoch», sagte Putin in Usbekistan. Manchen Menschen gefalle dieses «Verwischen von Ländergrenzen», anderen wiederum nicht. In der Entscheidung spiegele sich auch die Unzufriedenheit vieler Briten mit der Zuwanderung sowie in Sicherheitsfragen wider.
  • «OUT»: Die Titelseiten britischer Zeitungen:

    Foto: Michael Kappeler/dpa
  • Die renommierte britische Denkfabrik Chatham House glaubt, dass sich Großbritannien nun sogar noch mehr mit der EU befassen muss:
     

    von Amelie Richter, dpa bearbeitet von Verena Schurr, dpa 6/24/2016 3:06:28 PM
  • Die USA und Großbritannien bleiben sich laut US-Präsident Barack Obama auch nach der Brexit-Entscheidung auf besondere Weise verbunden. In einer vom Weißen Haus verbreiteten Mitteilung heißt es: «Das Volk des Vereinigten Königreichs hat gesprochen, und wir respektieren seine Entscheidung. «Das Vereinigte Königreich und die EU bleiben auch dann unerlässliche Partner für die USA, wenn sie ihre aktuellen Beziehungen zu verhandeln beginnen», erklärte Obama. 

    Der US-Präsident erklärt, die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Nato bleibe für die USA ein wesentlicher Eckstein ihrer Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik. Gleiches gelte für die Beziehungen zur Europäischen Union, die so viel getan habe, um Stabilität zu gewährleisten, Wirtschaftswachstum anzukurbeln und demokratische Werte und Ideale über den Kontinent und darüber hinaus zu verbreiten.

  • Auch Hillary Clinton, voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten, äußert sich zum historischen Entscheid in Großbritannien: Die ehemalige First Lady will die negativen Folgen des Brexit auf die US-Wirtschaft so gut wie möglich eingrenzen. «Unsere wichtigste Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die ausgelösten wirtschaftlichen Unsicherheiten Arbeiterfamilien hier in den USA nicht schaden», erklärt sie. 

    Die frühere Außenministerin sagt, die «special relationship» zwischen Großbritannien sowie der transatlantischen Allianz und den USA sei weiterhin unverbrüchlich. Mit Blick auf ihren republikanischen Konkurrenten Donald Trump erklärt sie, die durch den Brexit entstandene Unsicherheit mache deutlich, dass das Weiße Haus ruhige, beständige und erfahrene Führung brauche.

    von hillaryclinton via Instagram
  • Blick in die sozialen Medien: Mit dem Hashtag #ScotLond beim Kurznachrichtendienst Twitter wehren sich Brexit-Gegner im Netz gegen den Austritt aus der EU. Es kursiert eine Bildkombi, die augenscheinlich eine idyllische schottische Landschaft und die Sykline Londons zeigt - überlagert von den Sternen der europäischen Flagge. «Ich habe schnell ein neues Logo für unser neues Land gestaltet», schreibt Nutzer Michael Shaw. Schotten und Bewohner der britischen Hauptstadt hatten mehrheitlich gegen den Austritt aus der EU gestimmt. «Nehmt uns mit!», so eine Nutzerin aus Gibraltar. Das Foto wurde von vielen Nutzern kommentiert und verbreitet.


  • Wie läufts an der Börse? Das britische Votum treibt auch die Anleger in den USA zu Verkäufen. Allerdings hält sich die Wall Street deutlich besser als die meisten europäischen Aktienmärkte. Der Dow Jones Industrial rutscht um 2,09 Prozent auf 17 635,34 Punkte ab. Gestern hatte der US-Leitindex noch die Marke von 18.000 Punkten zurückerobert, da die Mehrheit der Investoren offenbar fest mit einem Verbleib der Briten in der EU gerechnet hatte.

    Börsianer sprechen von einer spürbaren Verunsicherung der Anleger, die noch einige Zeit andauern dürfte. Insbesondere die Sorge vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen belaste. Der Sieg der Brexit-Befürworter habe die unvermeidliche, negative Reaktion der Finanzmärkte nach sich gezogen, schreibt US-Chefvolkswirt Paul Ashworth vom Analysehaus Capital Economics in einer Studie. Einen größeren Einfluss auf die US-Wirtschaft dürfte die Entscheidung der Briten aber nicht haben.

    Foto: Justin Lane, epa/dpa
  • Nach den ersten panikartigen Reaktionen an den Aktien- und Devisenmärkten dürfte es schnell zu einer Stabilisierung kommen.

    Henning Vöpel, Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts HWWI, erwartet nach dem Brexit-Beschluss eine rasche Erholung der Aktienmärkte. Voraussetzung hierfür sei jedoch die Art und Weise, wie die Politik in Großbritannien und in der EU nun reagiere.
  • Die kanadische Wirtschaft ist nach Einschätzung von Premierminister Justin Trudeau gegen negative Auswirkungen des Brexit gut gewappnet. «Wir sind gut aufgestellt, um globale Marktunsicherheiten zu überstehen, so wie wir es auch in der Vergangenheit bereits getan haben», erklärt der liberale Premierminister. Großbritannien und die EU seien «wichtige strategische Partner» für Kanada. «Wir werden die Beziehungen mit beiden weiter stärken, während sie unter sich eine neue Beziehung formen.» Seinem britischen Amtskollegen David Cameron, der seinen Rücktritt angekündigt hat, dankt Trudeau dafür, dass er ein «so enger Verbündeter und guter Freund unseres Landes war».

    Foto: Michael Kappeler, dpa/Archiv
  • Die Reaktionen nach dem Brexit überschlagen sich: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wird der britischen Regierung vor, die EU-Mitgliedschaft leichtfertig verspielt zu haben. Er erinnert in einem Interview für die ZDF-Sendung «Was nun?» daran, dass das Referendum seinen Ursprung in Auseinandersetzungen innerhalb der konservativen Regierungspartei des britischen Premierministers David Cameron hat. «Die Regierung (hat) mit dem europäischen Schicksal gespielt und hat verloren», sagte der SPD-Politiker. Die Haltung zur EU sei innenpolitisch instrumentalisiert worden.

    Mit einer Kettenreaktion innerhalb der EU rechnet Steinmeier nicht. «Ich kenne keinen europäischen Staat, der diesen Weg gehen will», meint er. Die EU dürfe nun «weder in Hysterie und Aktionismus verfallen, noch in Schockstarre», so Steinmeier. Als Konsequenz aus dem Referendum müsse sich die Europäische Union nun vor allem intensiver mit der Sicherheitspolitik, der Asyl- und Zuwanderungspolitik sowie der Beschäftigungs- und Wachstumspolitik befassen. 

    «Britische Regierung hat mit Schicksal gespielt»: Frank-Walter Steinmeier. Foto: Sergei Chirikov, epa/dpa/Archiv  
  • Wie reagiert eigentlich die britische Kulturszene zum EU-Austritt? «Goodbye, UK», schreibt die britische Bestsellerautorin Joanne K. Rowling («Harry Potter») auf Twitter. Ex-Oasis-Sänger Liam Gallagher ist entsetzt: «Haltet die Welt an, ich steige aus», twittert der britische Musiker. «Überrascht und enttäuscht» zeigt sich der britische Musiker Andrew Manze.
     
    Beststellerautorin Joanne K. Rowling. Foto: David Cheskin, epa/dpa/Archiv
     
  • Die Außenminister der sechs «Gründerstaaten» der EU kommen morgen in Berlin zusammen, um über die Folgen des Brexit-Referendums zu beraten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier lädt dazu seine Kollegen aus Frankreich, Italien und den Benelux-Ländern ein. Deutschland und Frankreich wollen dabei gemeinsame Vorschläge zur Weiterentwicklung der Europäischen Union vorlegen.
     
    Im Entwurf für eine gemeinsame Erklärung ist von einer «flexiblen Union» die Rede, die Raum lassen soll für Partnerländer, die weitere Integrationsschritte noch nicht mitgehen können oder wollen. Ziel ist zu verhindern, dass sich eine Entwicklung wie in Großbritannien in anderen Staaten der EU wiederholt.
  • Hier noch einmal eine aktualisierte Grafik zur Reaktion der Finanzmärkte auf den Brexit:

    Grafik: A. Brühl 
  • Und ein weiteres Treffen: Morgen Abend trifft Italiens Regierungschef Matteo Renzi den französischen Präsidenten François Hollande. Renzi werde zu einem informellen Abendessen in Paris erwartet, heißt aus dem Élyséepalast. Die beiden Sozialdemokraten reisen am kommenden Montag auch zu Bundeskanzlerin Merkel nach Berlin, um über die Konsequenzen aus der britischen Entscheidung zum Ausstieg aus der Europäischen Union zu sprechen. Zuvor empfängt Hollande am Vormittag EU-Ratspräsident Donald Tusk in Paris.
     
     
  • Der frühere EU-Kommissar Günter Verheugen greift die europäischen Staats- und Regierungschefs scharf an. Ihre Tatenlosigkeit sei für die gegenwärtige Situation mitverantwortlich, sagt er im Mitteldeutschen Rundfunk. Man könne Zuständigkeiten, die Brüssel an sich gezogen habe, selbstverständlich auch wieder zurückgeben. Es müsse nicht immer alles zur gleichen Zeit im gleichen Tempo und in der gleichen Reichweite geschehen. 
     
    «Ich muss leider sagen, dass unsere Staats- und Regierungschefs die Zeit bisher nicht gefunden haben, eine wirklich ernsthafte Reform der Europäischen Union auf den Weg zu bringen», so Verheugen. «Und jetzt müssen sie es. Wenn sie es jetzt nicht tun, dann fliegt uns das ganze Projekt um die Ohren.» Auch die britischen Politiker kritisiert Verheugen: Sie hätten es über Jahrzehnte versäumt, «den Wählern in Großbritannien klar zu machen, dass Europa mehr ist als ein wirtschaftliches Unternehmen», sondern vor allem ein politisches Projekt.
     
    Foto: Karlheinz Schindler, dpa/Archiv
     
  • US-Präsident Barack Obama hat mit Premierminister David Cameron und Bundeskanzlerin Merkel telefoniert. Die USA würden sich mit den europäischen Verbündeten weiter abstimmen, um die Stabilität des globalen Finanzsystems sicherzustellen, so Obama zu Beginn einer Rede an der Universität Stanford (Kalifornien). Er sei sich mit Cameron darin sicher, dass das Land einen geordneten Ausstieg aus der Europäischen Union sicherstellen werde.
     
    Obama lobt Cameron als sehr engen Partner. Der Präsident sagt, Merkel und er seien der Ansicht, dass die europäischen Partner und die USA in den kommenden Monaten eng zusammenarbeiten müssten. Die Abstimmung über einen Brexit habe auch mit den andauernden Veränderungen und Herausforderungen der Globalisierung zu tun gehabt, erklärt Obama.
     
    US-Präsident Barack Obama. Foto: Ron Sachs, CNP/epa/dpa
     
  • Mit Sarkasmus reagieren junge Internetnutzer auf das Altersgefälle bei der Brexit-Entscheidung. «Statistisch sind schon 950 der Brexit-Befürworter gestorben», schreibt ein Nutzer auf Twitter. Ein anderer meinte: «Juchuhhh. Wir sind alle bald tot und es ist die nächste Generation, die leiden wird. Habt einen tollen Tag :)». Damit spielen sie auf den Fakt an, dass mit zunehmenden Alter mehr Briten für den Austritt aus der EU stimmten als dagegen: In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen waren 27 Prozent für den Brexit, bei der ab 65-Jährigen 60 Prozent. Besonders weit verbreitet wurde eine Wähler-Grafik mit dem Satz: «Die ältere Generation stimmte für eine Zukunft, die die Jüngeren nicht wollen.»

    Die Verteilung britischer Wähler für und gegen den EU-Austritt nach Altersgruppen auf einen Blick: 

    Grafik: J. Reschke 
  • Wie geht's jetzt weiter nachdem Nein der Briten zu Europa? Bereits am morgigen Samstag treffen sich die Außenminister der sechs EU-Gründerstaaten in Berlin. Auf dem schon länger geplanten EU-Gipfel am kommenden Dienstag und Mittwoch in Brüssel wird der britische Premier David Cameron den übrigen Staats- und Regierungschefs die Lage in seinem Land erklären, teilt EU-Gipfelchef Donald Tusk in einem Einladungsschreiben an die Chefs mit. Am zweiten Gipfeltag sei dann eine Debatte der 27 Chefs ohne Cameron geplant. Dabei gehe es um praktische Aspekte des «Scheidungsprozesses» mit Großbritannien und die Zukunft der EU.
     
    Der britische Premierminister David Cameron. Foto: Will Oliver, epa/dpa
     
  • Das Wichtigste vom Tage in aller Kürze: 

    ▪ Das Votum hat die EU in eine historische Krise gestürzt. Premierminister David Cameron hat bis spätestens Oktober seinen Rücktritt angekündigt.  

    ▪ Mit dem Austritt der Briten verliert die EU nach 43 Jahren London als ihre Finanzhauptstadt, ihre zweitstärkste Volkswirtschaft und das Land mit der drittgrößten Bevölkerung. Zudem ist das Land - mit Frankreich - einer von zwei EU-Staaten mit Atomwaffen und Ständigem UN-Sicherheitsratssitz.

    ▪ Die Spitzenvertreter der EU drängen zur Eile und fordern eine schnelle und zivilisierte «Scheidung».

    ▪ Die internationalen Finanzmärkte reagierten mit Kursstürzen. Das Pfund Sterling fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren. Experten befürchten eine Wirtschaftskrise, Jobverluste und einen Währungsverfall.
  • Liebe Leserinnen und Leser, der LiveTicker vom EU-Referendum in Großbritannien endet an dieser Stelle. Vielen Dank fürs Dabeisein. Kommen Sie gut durch den Abend.
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