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Kennen Sie noch den "Scholzomat"? Können Sie sich noch an Olaf Scholz erinnern, als er unter Kanzler Gerhard Schröder Generalsekretär der SPD wurde? 2002 war das. Seine Statements im Fernsehen klangen zwar geschliffen, kamen aber spröde und inhaltsleer rüber. Kaum zu glauben, dass er zu dem Mann geworden ist, der die SPD in der Hansestadt wieder zu alter Stärke geführt hat und der in Hamburg unabhängig vom Ergebnis seiner Partei derart populär geworden ist. Ein kleiner Rückblick und ein Erklärungsversuch:

Olaf Scholz überlässt nichts dem Zufall. Auf dem Weg in seine zweite Amtszeit scheint alles bis ins Detail durchgeplant. Genauso wie er bislang auch seine Amtsgeschäfte zu betreiben pflegt - und damit die Opposition zum Verzweifeln bringt.

Er hält, was er verspricht, verspricht er. Wie schon 2011, als er aus dem Stand die CDU-Regierung in Hamburg nicht nur ablöste, sondern auch gleich eine absolute Mehrheit für seine SPD erzielte, will Bürgermeister Olaf Scholz auch diesmal durch Ehrlichkeit punkten. Dem Zufall überlässt der 56-Jährige dabei nichts. Seine Auftritte vor der Wahl schienen bis ins Detail geplant, Probleme wurden ausgeräumt, ehe die Opposition sie ausschlachten konnte.

Offensichtlich gilt weiter das Motto von 2009, als er nach 2001 zum zweiten Mal den Parteivorsitz in der Hansestadt übernahm. Damals sagte er in einem Interview: "Wer bei mir Führung bestellt, muss wissen, dass er sie dann auch bekommt."

Scholz - seit 1975 in der SPD - wurde in der Vergangenheit immer wieder Überheblichkeit vorgeworfen. Nach seiner Zeit als Juso-Vize (1982 bis 1988) stieg der gebürtige Osnabrücker mit Hamburger Wurzeln 1994 in den Parteivorstand der Hansestadt auf. Ihm wurde damals "napoleonisches Gehabe" vorgeworfen. Seiner Karriere tat dies keinen Abbruch. 1998 wurde er in den Bundestag gewählt, zwei Jahre später wurde er erstmals SPD-Landeschef in Hamburg (bis 2004).

2001 musste der studierte Arbeitsrechtler seinen Berliner Job vorerst fahren lassen. Die SPD Hamburg hatte das Thema innere Sicherheit vernachlässigt, und es drohte bei der Bürgerschaftswahl eine Schlappe gegen den populistischen Amtsrichter Ronald Schill. Scholz wurde Innensenator, konnte eine Wahlniederlage aber nicht mehr verhindern.

2002 holte ihn Gerhard Schröder als SPD-Generalsekretär an seine Seite. Dabei fing sich Scholz den Spitznamen "Scholzomat" ein. Arbeitsminister in der Großen Koalition wurde Scholz dann 2007 durch den überraschenden Rücktritt von Franz Müntefering. Danach erregte er Aufmerksamkeit durch seine Kurzarbeiter-Regelungen.

Sollte Scholz die absolute Mehrheit verteidigen, dürfte es wieder eine Debatte über eine Kanzlerkandidatur des SPD-Bundesvizes geben. Und wie schon 2011 wird der Ehemann der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Britta Ernst dann wohl sagen, dass er unbedingt Bürgermeister bleiben will: "Es ist doch eine schöne Sache, 2024 die (Olympischen) Spiele als Bürgermeister zu eröffnen", wurde er schon zitiert.

Das war Olaf Scholz 2002, als er unter Kanzler Gerhard Schröder Generalsekretär der SPD wurde. Foto: dpa 

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